Bestellungen am einfachsten
unter Angabe Ihrer Anschrift per e-mail:
Johann HinrichWichern,
geboren am 21. April 1808, hatte angesichts des
Kinderelends seiner Zeit das das Rauhe Haus 1833 als
junger Kandidat der Theologie mit Hilfe einflussreicher
Hamburger Bürger in dem Dorf Horn vor den Toren Hamburgs
aus kleinsten Anfängen als „Rettungshaus“ für
gefährdete Kinder und Jugendliche gegründet und
aufgebaut. Für seine immer umfangreiher werdende
pädagogische Arbeit benötigte er schon bald
Gehilfen. Aus dem Kreis dieser Gehilfen
entwickelte sich später der Beruf des Diakons.
Das
Familienprinzip, in dem Wichern seine Schützlinge betreute und
erzog, erforderte eine größere Anzahl von Gehilfen. Im Sommer 1834 zog ein Bäckergeselle, namens Josef
Baumgärtner, zu Fuß von Basel nach Hamburg, um Wichern als
erster Gehilfe für ein mageres Taschengeld von 100 Mark im Jahr
bei freier Kost und Logis als Betreuer einer
„Knabenfamilie“ zur Hand zu gehen.Nach drei
Jahren übernimmt Baumgärtner ein eigenes neu gegründetes
Rettungshaus in Mitau im Kurland.1839 ermächtigte
der Verwaltungsrat Wichern, der Ausbildung von Gehilfen im Rauhen
Haus "die gröstmögliche Veröffentlichung zu
geben". Wichern ließ deshalb von 1843 an über die
Gehilfen, schon damals Brüder genannt, eigene Jahresberichte
erscheinen. Auf ihre theologische Ausbildung in seinem
"Gehilfeninstitut" verwandte er große Sorgfalt. Aus seinen „Gehilfen“, die Wichern aus ganz
Deutschland rief und die ihn bei seiner Erziehungsarbeit im Rauhen Haus unterstützten und von den Jungen der
Erziehungsfamilien „Brüder“ genannt wurden,
baute er den hauptberuflichen Mitarbeiterstab der Inneren Mission
auf, die „Berufsarbeiter“, die als Hausväter in
„Rettungshäusern“, als Strafvollzugsbetreuer oder als
Stadtmissionare in ganz Deutschland und im Ausland bis hin nach
Übersee tätig wurden.
„Treue,
gottesfürchtige Männer, so ernst als wahr, so klug als weise,
in der Schrift bewandert, im Glauben gegründet, voll Liebe zum
armen Volke, geschickt zu solch einem Umgang, der Menschen fürs
Himmelreich gewinnt, wünschen wir in Scharen unter das
Volk.“
Erst
Jahrzehnte später nannte man diese „Gehilfen“ entgegen
Wicherns ursprünglichen Vorstellungen Diakone. Bis in die
1970er Jahre sprach man von der männlichen Diakonie.
Daneben gab es den Beruf der Diakonisse. Danach wurden
Ausbildung und Beruf im Rahmen der allgemein sich durchsetzenden
Emanzipation auch für Frauen geöffnet. Aus der
Brüderschaft wurde die Brüder- und Schwesternschaft des Rauhen
Hauses. Heute bildet die Fachhochschule des Rauhen
Hauses in Hamburg Frauen und Männer zu
Diplom-Sozialpädagog(inn)en und Diakon(inn)en aus.
5. Teil des von
Hugo Wietholz selbst verfassten, von Jürgen Ruszkowski überarbeiteten, Textes: Kopien
und Veröffentlichungen - auch auszugsweise nur mit vorheriger
Genehmigung!
Der Text dieser Seiten ist recht
interessant, zeitgeschichtlich aufschlussreich und sehr
umfangreich. Geplant ist die Herausgabe als eigenständiges Buch
und auszugsweise als Beitrag in einem Sammelband von Diakonenlebensläufen.
Es wird bis zur endgültigen Fertigstellung noch Monate dauern.
Wietholz
Herkunft und Kindheit
Wietholz
Jugend bis zum Eintritt ins Rauhe Haus
Wietholz
Diakonenausbildung im Rauhen Haus, Kriegsdiesnt und
Kriegsgefangenschaft
Wietholz
Gemeindediakon 1948 - 1952 in Hamburg-Horn
Wietholz
Gemeindediakon ab 1953 in Hamburg-Horn
Nach dem Diakonenexamen 1848 im Rauhen
Haus war Hugo Wietholz jahrelang
als Gemeindediakon in Hamburg-Horn tätig.
Hier folgen seine interessanten Auszeichungen aus den
Jahren 1953 bis ...
Im Beruf als
Diakon des Rauhen Hauses in der Kirchengemeinde Hamburg-Horn von
1970 bis ... und
anschließender aktiver Ruhestand
1970
Jetzt schrieben wir schon das Jahr 1970
und nur noch 4 Jahre waren es bis zu meiner Pensionierung, wie
schnell lief doch die Zeit.
An dieser Stelle will ich auch noch den
Fall Haßkerl aufarbeiten, denn der war einer mit Haken und
Ösen.Frau Haßkerl war eine etwas schwierige Frau.Bei
Besuchen in ihrer Wohnung hatte sie oft zu klagen.Sie
meinte, es wäre ihr Geld gestohlen worden, das man aber später
unter der Matratze fand.Als sie nun ins Pflegeheim musste,
fiel uns die undankbare Aufgabe zu, die Wohnung zu räumen.Was musste da nicht alles auf den Müll!Ein paar kleine
Schränke nahm Andreas.Plötzlich meldete sich aus
Dänemark ein junger Mann, ein unehelicher Sohn des verstorbenen
Ehemanns und meldete Erbansprüche an.Etwas Geld war bei
der Volksfürsorge zu holen, ich musste den ganzen Kram zu einer
Akte zusammenstellen, das ganze ging dann zum Amtsgericht nach
Trittau.Um die Beerdigung, die in Heide stattfand,
kümmerte sich dieser Verwandte nicht, das mussten wir machen.Herr Schulz, Lisa und ich fuhren also nach Heide.Ich
schreibe dies einmal so ausführlich, weil solche Nachlässe
üblicherweise leichter aufzulösen sind.
Jetzt war mal wieder eine
Diakonenfreizeit dran, diesmal im Müttergenesungsheim auf dem
Hessenkopf, das zu dieser Zeit frei war.Von dort machten
wir eine Rundfahrt durch den tiefverschneiten, winterlichen Harz.Auf dieser Fahrt zeigte uns Bruder Jahnke das Gelände beim
Buntenbock, das für ein Freizeitheim vorgesehen war.
Dieser Januar hatte es in sich, manche
Fahrt musste wegen Glatteis abgesagt werden.
Unsere Übungsstunden für das Blasen
gingen unvermindert weiter, wenn auch einige das Blasen wieder
aufgaben, so kamen doch Neue dazu.
Im Rauhen Haus kam etwas verrücktes vor:
Die Studenten von der Fachhochschule streikten! Früher waren es
Diakonenanwärter, die immerhin schon wussten, was die Mitte des
Dienstes war.Hier ging es meistens um schulische Dinge im
Sozialbereich, was von uns älteren Brüdern früher anders
bewältigt wurde, nicht mit Streik.
Inzwischen hatte ich wegen eines
Aufenthaltes der Pfadfinder im Sommer an einen Schloßbesitzer
nach Österreich geschrieben.Wir mussten passen, denn es
war zu teuer.
Es war immer anstrengend, die Sketche
für den nächsten Elternabend einzuüben, denn es kostete viel
Geduld und Phantasie, etwas Richtiges von dem damaligen Lager in
Dänemark zustande zu bringen.
Dann war mal wieder der Sonntag mit dem
gemeinsamen Mittagessen dran, wo Pastor Dubbels am Nachmittag
Bilder vom Heiligen Land zeigte.Später musste der Saal
für den Dänemarkabend ausgeschmückt werden.Am Sonnabend
ging es dann los.Der Abend war ein großer Erfolg und
brachte auch eine gute Kollekte für unsere Pfadfinderarbeit.Die viele Arbeit vorher hatte sich gelohnt.Diesmal bekam
auch Lisa für ihren unermüdlichen Einsatz in der Gemeinde von
Frau Reuterfeld eine Blumenstrauß.
Über mehrere Tage gab es dann auf der
Heideburg eine Tagung über die Altenarbeit, die ja immer mehr im
Mittelpunkt der Gemeindearbeit stand.
Inzwischen war es März geworden.Diesmal
hatten wir einen Winter mit viel Schnee und Straßenglätte.Trotzdem wagte ich die Fahrten nach Bötersheim und Wiegersen.Es musste mal wieder gearbeitet werden.In der Kate wurde
die Decke isoliert.Lisa fuhr mit und sorgte für das
Mittagessen, dieweil wir arbeiten.
Angelika hatte ihre Entlassungsfeier in
der Wichernschule, die sie trotz einiger Schwierigkeiten
erfolgreich beendet hatte, nun kam der nächste Schritt.
In den Osterferien war mal wieder eine
große Stammfahrt mit den Wölflingen fällig.Es ging nach
Bötersheim.Nuggi (Rudolf Schmidt) brachte seine
Lohbrügger mit, und so fahren wir mit 47 Jungen los.Es
gab viel Arbeit und ohne Lisa als Kochmutter konnte so eine
Freizeit nichts werden.Großangelegte Geländespiele, wir
hatten ja so viele Jungen, machten einen Heidenspaß.Abends
saßen wir im Esssaal in großer Runde um den Kamin und hörten
spannende Geschichten.Noch eine Überraschung gab es, mein
Auto war aufgebrochen worden, die Polizei in Tostedt nahm sich
der Sache an, aber von Erfolg bei der Tätersuche keine Spur.Bevor es nach Hause ging, musste das Haus auf Vordermann gebracht
werden, damit die nächste Freizeit stattfinden konnte.
Nun noch etwas über Wiegersen: Bis alles
so fertig war, wie wir es uns wünschten, waren noch viele Tage
und Stunden Arbeit erforderlich.Immer wieder waren an
jedem Sonnabend die drei Getreuen Matten, Schille und Andrusch
zur Stelle, die sich später im Zement beim Bau des Waschhauses
mit ihren Namen verewigten.Natürlich sollte das Plumsklo
draußen so schnell wie möglich verschwinden.Dafür
wurden die Grundmauern für das zukünftige Waschhaus gesetzt.Wir hatten zufällig solche Maße genommen, dass später die
Plattenwände, die wir von Photo Porst aus der Dammtorstraße
unentgeltlich bekamen, genau darauf passten.Diese Platten
teilten ein Großraumbüro und sollten abgebaut werden.Mit
Josenhans fuhr ich hin, bauten sie ab und transportierten sie von
der 2. Etage herunter.Wir waren froh, auf so günstige
Weise zu den Wänden für unser Waschhaus zu kommen.Vorher
war es aber nötig, eine Klärgrube hinter dem Waschhaus zu
schaffen.Es wurde eine Grube mit Dreikammersystem.Der
Überlauf konnte über eine Wiese in den Graben fließen.Beim
Ausschachten half ein Bagger, aber beim Zuschaufeln machten die
Wölflinge einen Wettkampf daraus.Als nächstes wurden
dann Zu- und Abfluss zum Waschhaus gelegt.Für das Dach
bekamen wir das Holz aus Kamerun von einem Holzhändler zu einem
günstigen Preis.So hatten wir dann ein Waschhaus mit zwei
Toiletten, im Vorraum eine große Waschgelegenheit für die
Jungen, ein Waschbecken, Anschlüsse für Waschmaschine und
Geschirrspüler.Diese bekamen wir später geschenkt.
Nicht nur das Dach für das Waschhaus
musste montiert werden, wir brauchten auch noch einen Schuppen,
der dann auch bald erstand.Lichtleitungen wurden in beide
Gebäude gelegt und dann der Zementboden gegossen.Alles
wurde mit viel Einsatz und Begeisterung geschafft, denn wir sahen
das Werk unserer Hände stetig wachsen.Einen Zwischenfall
gab es beim Bau der Klärgrube.Ich bekam einige
Zementbrocken ins Auge, als ich ein Loch stemmen wollte.Leider
hatte ich keine Schutzbrille getragen.So musste ich am
Sonntag ins Uni-Krankenhaus, damit der Fremdkörper entfernt
werden konnte.
Auch die Küche musste Wasseranschluss
und Abfluss bekommen.Danach konnten wir eine Spüle und
einen Boiler anbringen.Alle Türen im Haus wurden
Schiebetüren.Dafür holten wir die Aufhängungen aus
Winterhude.All diese Ausgaben - auch für Holz und
Dachpappe - waren gar nicht so niedrig.Es gingen über
500.- DM drauf.Die Waschrinne für das Waschhaus holten
wir aus Barum von einem Campingplatz.Es war eine sehr
schwierige Fahrt bei dichtem Nebel.
Wenn man heute die Kate mit Waschhaus und
Schuppen sieht, kann man sich nicht mehr vorstellen,wie
viele Einsätze nötig waren, um dies alles zu schaffen, denn als
wir anfingen, war es eine abbruchreife Kate.
Es kam der Karfreitag und wegen des
Schneefalls blieben wir mal im Haus.Es war schon längst
Frühlingsanfang gewesen und der Winter wollte und wollte nicht
weichen.
In der Zwischenzeit nahm Bruder Giering
Abschied von seiner Gemeinde und ging ins Kirchenverwaltungsamt.Bei einer Aussprache warnte ich ihn und hatte damit recht.Er
blieb nicht lange dort und wurde dann ein tüchtiger
Gemeindediakon in Eilbek.Noch heute haben wir ein gutes
Verhältnis zur Familie.
Auch mit unserem Essensausfahrer
Josenhans gab es ein gutes Miteinander.In der Horner
Marsch, wo er ein nettes kleines Haus besaß, waren wir zum Essen
eingeladen.
Dann ging es mal wieder zur Kate und von
dort nach Bötersheim, um da den Laden mal wieder in Ordnung zu
bringen, eine Gruppe hatte das Haus ganz saumäßig verlassen.Wir hatten bis 23 Uhr zu tun.Unterwegs halfen wir noch
einigen Leuten, die in einen Unfall verwickelt worden waren. So
waren wir erst um 0 Uhr 35 im Haus.Am nächsten Morgen
standen wir früh auf, denn Lisa sollte im Chor singen.
Ja, und dann kamen die großen
Vorbereitungen für den 20. Jahrestag der F.C.P. am 1. Mai 1970.Was musste nicht alles an Verpflegung heran geschleppt werden.Der Saal wurde geschmückt, die Wölflinge und Pfadfinder übten
ihre Lieder.Wir hatten ein großes Programm.Zuerst
der Festgottesdienst und dann ging es im Saal weiter.Über
200 Personen waren gekommen.Fünf Kaffeestuben waren
eröffnet, auf der Bühne gab es ein Puppentheater, Dias und ein
Film wurden gezeigt, Lieder gesungen, Berichte über die Arbeit
gegeben.Es war ein ereignisreicher Tag.Draußen vor
dem Gemeindehaus standen Koten und am Fahnenmast flatterte die
Pfadfinderfahne.Bei der Feuerwehr hatten wir das
Lagerfeuer angemeldet und aus dem Fenster des Gemeindehauses
strahlte ein Scheinwerfer das Pfadfinderlager an.Die
Bewohner der gegenüberliegenden Häuser bekamen Kugelaugen, so
etwas hatten sie noch nicht gesehen.Es wurde dann bis
spät in den Abend aufgeräumt.Am nächsten Tag, einem
Sonnabend fuhren wir mit den ehemaligen Pfadfindern zur Kate, wo
Lisa den Kaffeetisch gedeckt hatte.
Am Alltag war dann wieder allerhand los,
Herr Lachmann war hingefallen und musste zum Arzt gefahren
werden.Die gezeigten Filme mussten zum Männerwerk zurück
gebracht werden.Abends war dann wieder Blasen.Am
nächsten Tag wurde der Fahnenmast wieder an seinem Platz hinter
der Kirche eingegraben.
Der Himmelfahrtstag nahte, wir machen in
Schnakenburg, im Schützenhof das Essen klar und konnten dann mit
mehreren Bussen dort hinfahren und einen schönen Gemeindeausflug
erleben.Am Abend, als wir zurück fahren wollten, hatte
der eine Bus eine Panne, die Stechachse war entzwei.Bis
Ersatz kam, dauerte es recht lange und manche Leute wurden
ungeduldig.Erst um 23 Uhr konnten wir die letzten
Gemeindeglieder vor dem Gemeindehaus absetzen.
Auch das gibt es mal: Wir sind mit der
Familie ganz allein zum Kaffeetrinken in Bötersheim, es ist mal
ein ruhiger Tag.
In den Pfingstferien waren wir mit den
Pfadfindern in Wiegersen.Hinter dem Haus hatten wir vier
Koten aufgebaut.Lisa war als Kochmutter dabei.Die
Jungen wurden in Etappen von Wulmsdorf geholt, weil bis dort der
Fahrschein des HVV galt und wir so die Kosten niedrig halten
konnten.Es wurde ein Fahnenmast aufgestellt, und nun
konnten wir jeden Morgen und Abend Appell halten.Meistens
wurden am letzten Tag neue Wölflinge und Pfadfinder für die
F.C.P. verpflichtet, dies geschah immer nach dem internationalen
Pfadfinderversprechen.Feuerrunde, Lagerüberfall,
Nachtgeländespiel und Probenabnahme wurden durchgeführt.Jeden
Morgen saßen wir in einer Runde über einen Bibeltext.Am
Pfingstsonntag fuhren wir zur Apenser Kirche.Es war sehr
schön, als dort ein Gitarrenchor den Gottesdienst mit seinen
Liedern ausschmückte.Als wir wieder im Lager waren, hatte
der eingeteilte Tischdienst seines Amtes zu walten, denn Lisa
wartete schon mit dem Essen auf uns.
Noch etwas wurde geschafft, wir hatten
einen alten Bauernwagen zu einem Planwagen umgebaut, der stand
fortan seitwärts auf der Wiese - als besonderes Zeichen.Dann
wurde der Eingang zum Grundstück mit einem Tor versehen, rechts
und links wurden große Wagenräder aufgestellt.Das
Scheunentor der Kate hatten wir umgebaut, früher ging es nach
innen auf ,jetzt wurde es nach außen geöffnet und das war ein
guter Schutz für die Innentür, die ja viel Glas hatte.Wichtig
war, die Koten bei gutem Wetter abzubauen damit die Kotenblätter
möglichst trocken ins Gemeindehaus kamen.Als das Lager
beendet war, ging es in Etappen wieder nach Wulmsdorf.Immer
wieder waren wir froh, alle gesund nach Hause zu bekommen.Am
22.5. 1970, dem Geburtstag meines Vaters, waren wir dann alle um
18 Uhr glücklich wieder zu Hause, der Himmel hatte seine
Schleusen geöffnet, so fiel der Abschied nicht so schwer.
Dann gab es ein paar freie Tage. Emmi und
Alfred hatten in Grömitz im Hanseat II eine Ferienwohnung, die
durften wir ab und zu benutzen.Zum ersten Mal waren wir
jetzt im neuen Wellenbad.Grömitz hatte sich seit damals,
als wir mit Christa und Renate dort waren, sehr gemausert.Viele
Hochhäuser und Ferienwohnungen waren gebaut worden.Nach
diesem Urlaub wurde ich ziemlich krank, hatte Schmerzen und
Erbrechen, keine gute Nacht.Warum soll es auch immer gut
gehen, sonst wird man vielleicht noch übermütig.
Kaum war ich wieder etwas auf den Beinen,
da lag schon wieder die Stadtranderholung in Bötersheim an.Diesmal waren es nicht nur schöne, sondern heiße Tage.
Mit Herrn Kulick, Frau Sonsalla und Frau
Witt fuhren wir an einem Tag mal nach Wiegersen, um ihnen das
gute Stück zu zeigen.Am 4.6.1970 habe ich unseren Wagen
mit nach Bötersheim genommen, weil wir nachmittags zur
Beerdigung von Onkel Johannes nach Billwärder fahren mussten.Anschließend waren wir bei Ruth Gabriel in Billbrook zum
Kaffeetrinken.
Am Freitag wurde der Kirchenvorstand nach
Bötersheim gefahren, um mit Herrn von Rogister über den
weiteren Mietvertrag zu sprechen. Rogister machte bei dem
Gespräch zur Bedingung, wenn der Mietvertrag weitergeführt
werden sollte, dann müssten wir eine Zentralheizung einbauen.
Das würde etwa 40.000.-DM kosten.Dafür war der
Kirchenvorstand nicht zu haben.Also würde der Mietvertrag
nach 15 Jahren auslaufen und somit das Haus aufgegeben werden.Mal gut, dass ich vorgesorgt und die Kate auch ohne Genehmigung
des Kirchenvorstands privat übernommen hatte.Bei der
damaligen Baufälligkeit der Kate hätte der K.V. nur alles
abgelehnt.
Inzwischen lief die
Fußballweltmeisterschaft, bei Deutschland erst gegen England 3:2
gewann, dann aber gegen Italien 3:4 in der Verlängerung verlor.Ein Spiel mit vielen Fouls und Aufregungen.
In Horn blies der Posaunenchor zum ersten
Mal im Gottesdienst und kam gut an.
In der Woche mussten Angelika und Andreas
zum Zahnarzt, dafür war Onkel Alfred zuständig. Ich fuhr sie
hin.
Mit den Alten wurde eine Ausfahrt nach
Sonderburg bei schönstem Wetter gestartet.Leider hatte
das Schiff nur 2 Stunden Aufenthalt, so blieb nicht viel Zeit zum
Einkaufen.
Nun kam von Frau Höpfner eine traurige
Nachricht: Der junge Mann aus dem Posteltsweg, den wir betreut
hatten, beendete sein Leben durch Selbstmord.Mir war dabei
nicht recht wohl dabei, er wurde zwar von seinem Vater
vernachlässigt, aber unsere Betreuung war wohl auch nicht ernst
genug.
Unser Leben schien zu der Zeit wohl von
Beerdigungen eingerahmt zu sein.Schon wieder waren wir auf
dem Schiffbeker Friedhof, Frau Müller - aus der befreundeten
Familie uns gegenüber - war plötzlich gestorben.
Dann kam eine Hochzeit der Tochter
unseres Rotkreuz-Freundes Möller, die in der Pauluskirche
gefeiert wurde.So liegen die Begebenheiten in diesem Leben
dicht beieinander.
Unsere Großfahrt ging in diesem Jahr mit
Matten, Schille und Andrusch nach Schweden und Finnland.Wir
fuhren nach Nortälje, 70 km nördlich von Stockholm.Dort
gab es eine preiswerte Fährverbindung nach Turko in Finnland.Hier besuchten wir das Museumsdorf von Turko mit all den
Einrichtungen aus alter Zeit, Bauernhöfen, Werkstätten
verschiedener Art, Schuster, Schmied, Tischler, Seilmacher usw.Dann ging es durch Finnland.Unterwegs machten wir auf
einem Campingplatz mit Sauna Rast und hatten auch Zeit zum
Angeln.Es waren schöne Tage mit einer solch kleinen
Mannschaft.Auf der Fahrt nach Helsinki kamen wir dicht an
die russische Grenze, aber wir wollen mit dem Posten nichts zu
tun haben.In Helsinki besichtigen wir bei Regen die Stadt,
besonders die deutsche Kirche und das Parlamentsgebäude.
Über die Frau, die uns durch das
Parlament führte, mussten wir lachen, da sie meinte, man dürfte
hier nicht laut sprechen.
Wir verließen die Stadt und fuhren
wieder nach Turko, um auf dem Campingplatz zu schlafen.Doch
daran war kaum zu denken, denn die ganze Nacht dröhnte es aus
dem nahegelegenem Sägewerk.Am anderen Morgen waren wir
froh, als wir wieder Schiffsplanken unter den Füßen hatten und
nach Schweden übersetzen können.Unterwegs plagte uns
dicker Nebel auf See. Ich stand oben an Deck und versuchte die
Nebelwand mit den Augen zu durchdringen.Das gelang aber
nicht.Plötzlich tauchte an der Backbordseite ganz dicht
ein Schiff auf.Ich bekam einen wahnsinnigen Schreck.Hier konnte ich die Erfahrung machen, wie gefährlich eine
Nebelfahrt sein kann.Ein langer Weg durch Schweden führte
dann nach Trelleborg und mit der Fähre nach Travemünde.Mit
Verspätung landen wir dort an einem warmen Samstagabend.Die
Überraschung: Um 22 Uhr 30 erwarten uns Lisa, Christa mit ihrem
neuen "Heini", Helmut Prehn und Geli.Mit großem
Hallo und Freude fandt die Begrüßung statt, und es wurde im
Haus dann noch ein langer Abend.
Bist du eben im Haus, geht am nächsten
Tag der alte Dreh mit der Arbeit wieder los.Die große
Abrechnungen für den fahrenden Mittagstisch standen an und hier
war immer ein Vertreter der Sozialbehörde dabei, um zu prüfen,
ob die Rentner auch nicht zu viel Zuschuss von der Behörde
bekämen.
In Bötersheim war auch wieder etliches
zu tun.Und dann kamen ein paar Tage zum Ausspannen.
Barbara hatte ihren Führerschein und
sich einen gebrauchten Käfer gekauft.Sie fuhr mit uns
nach Dänemark, natürlich schneller und voraus.Am
nächsten Tag trafen wir sie in einer Cafeteria, wo wir dann
gemeinsam Mittag essen.Abends waren wir in Lökken bei
unserem Bauern, der inzwischen angebaut hat und uns mehrere
Zimmer anbieten konnte.Natürlichsuchten wir unsere alten
Stätten in Lökken auf.Lisa fuhr mit Barbara zum Baden an
den Strand, um den Wasserspiegel zu erhöhen.Dann gab es
eine Überraschung,Christa kam plötzlich mitihrem Helmut in
einer „Ente“ zu uns.Mit diesem Auto hatte es so
seine Bewandtnis, Christa hatte uns vor einiger Zeit bedrängt,
wir möchten doch einen Kredit für den Kauf geben.Der
Helmut war zur Ausbildung im Rauhen Haus und würde uns das Geld
von einem demnächst fälligen Sparvertrag zurück geben.Dabei
gab es später allerlei Schwierigkeiten, aber zuletzt bekamen wir
das Geld dann doch wieder.Erst mal waren sie also in
Lökken und haben uns letztlich auf der Tasche gelegen.Mal
hat Helmut mir geholfen beim Einbau einer Scheibenwaschanlage,
sonst aber war es ziemlich dämlich von ihm, mit seiner Ente im
Salzwasser am Strand zu rasen.Wir machten viele Ausflüge
zum Steilufer, nach Skagen und nach Friedrichshaven, um Einkäufe
zu machen.Später fuhren Barbara, Geli und Andrusch
zusammen nach Hause.Sie wollen wohl prüfenen, wie gut
ihre Schwester fahren kann.Abends spät riefen wir in Horn
an und waren froh und dankbar, dass sie heil und gesund
angekommen sind.Christa und ihr Heini sind auch schon weg.Wir fahren dann nach Sonderburg, besuchen den Bauern Schmidt und
holen beim Töpfer die bestellten Gefäße ab.In
Sonderburg übernachteten wir im Hotel „Zum goldenen
Stern“ und aßen zu Abend.In Erinnerung habe ich,
dass das Abendessen so reichlich war, dass wir nicht dagegen an
konnten.In Schleswig waren wir zum Gottesdienst im Dom und
haben den Bordesholmer Altar bestaunt.Von dort ging es an
die Schlei und haben da nach langem Warten doch noch ein
Mittagessen bekommen.Über Bad Bramstedt, dort
Kaffeetrinken, fuhren wir dann nach Hause.
Ich hatte noch Urlaub, darum ging es
gleich weiter.In Altengamme am Deich in einer Gaststätte
gab es ein gutes Bauernfrühstück.Weiter ging es nach
Barum zu Emmi und Alfred.Dort haben wir Kaffee getrunken
und geklönt.Dann fuhren wir in den Harz.Im Dunkeln
landen wir in Braunlage und übernachten im Haus Gerda.Die
nächsten Tage schweiften wir durch den Harz, die Wurmbergbahn
wurde benutzt, und vom Wurmberg hatten wir einen Blick in die
abgegrenzte DDR.Alte Stätten wurden aufgesucht: Bad
Sachsa mit dem Märchenwald, BadHarzburg mit seiner
Fußgängerzone, wo das Spazierengehen noch Spaß machte.Zum
Mittag wollte Lisa unbedingt Forelle essen, was auch geschah.Dann unternahmen wir eine Fahrt zur Okertalsperre, die ein
riesiges Wasserbecken hat, das Wasser wird noch in Braunschweig
gebraucht.In Hedeper suchten wir D. B., doch nur A. war
da.Abends saßen wir dann zusammen.Die Losung
dieses Tages, 28.8. passte genau zu dieser Affaire: „Lasst
uns erforschen und prüfen unseren Wandel und uns zum Herrn
bekehren.“In Hornburg nahm uns das Freizeitheim
„Haus Stadthagen“ zur Übernachtung auf.Auf der
Heimfahrt haben wir noch kurz in Wiegersen nach dem Rechten
gesehen und dann ging’s zu Kuddl-Hein nach Neugraben.Wir
trafen ihn aber nicht an und waren dann am Sonntag noch mal in
Neugraben, fanden ihn bei einer Wanderung durch die Heide.Mit
viel Hallo ging es zu seinem neuerworbenen Haus, das erst mal
besichtigt werden musste und dann gab es Kaffee.
Seit einiger Zeit hatten wir eine neue
Gemeindehelferin, Hiltraut Röding.Jetzt hörte ich, dass
sie bereit sei, die Mädchenpfadfinderinnen zu übernehmen.Prima!
In Wiegersen war wieder einiges zu tun,
die Küche brauchte einen Bodenbelag und im Waschhaus musste ein
Waschbecken und später ein Boiler angeschlossen werden.
In Horn brachten wir eine Filmstunde
zustande mit dem schwedischen Film: „Der große
Abenteurer“. Wenn eine Haussammlung für die Innere Mission lief, durfe man
auch mal etwas Nettes erleben, als immer nur das
„Nein“.
Dann kam wieder eine Altenfreizeit
Bötersheim in, und als ich den Alten von unserem neuen Projekt,
der Kate in Wiegersen, erzählte, bekamen wir so manchen
Geldschein für den weiteren Ausbau in die Hand gedrückt.Der
letzte Tag der Freizeit wurde - wie immer- besonders festlich
begangen. Es gab ein Festessen und dann eine Eisbombe.
Nach vielen Arbeiten und Kleinkram im
Gemeindehaus, fuhren Lisa und ich auf Quartiersuche in die
Göhrde.Überall hatten wir Erfolg und durfen bei der
kommenden Herbstfahrt bei verschiedenen Bauern übernachten.Es sollte diesmal nach Himbergen, Riebrau, Domatzen, Polau und
Dornte gehen.Über Bevensen ging es dann zurück nach
Hause.Wir konnten immer wieder unserem Herrn danken, dass
wir unbeschadet in Horn ankamen.
Am 18. 10 um 10 Uhr war überraschend
Ewald Koops im Gottesdienst.Er war zu einem kurzen Besuch
aus Kanada hier.Unsere neuen Pfadfinderräume im Keller
konnten wir ihm zeigen, er war hell begeistert.Ich hatte
noch Bilder von einer Lapplandfahrt für Peter Iden, der ja bei
ihnen in Kanada in der Nähe wohnte.Jetzt konnte ich sie
ihm mitgeben.
Ende Oktober durften wir mal wieder für
ein paar Tage nach Grömitz.Dabei machten wir einen
Abstecher nach Heiligenhafen, um uns das umgebaute Haus Sturmöwe
anzusehen.Sprachen mit einigen Leuten über die
Martinsgemeinde, die ja den Anfang dieses Ferienhauses begründet
hatte.Auf der Heimfahrt schauten wir in Trittau das
Altenheim Billetal an, das jetzt ausgebaut wurde.Mit Axel
Schulz und seiner Familie trunken wir Kaffee und fuhren dann nach
Hause.
In der Zwischenzeit war dann wieder
allerlei passiert, aber einen Tag muss ich besonders anmerken.Am 30.10.70 hatte der Kirchenvorstand endlich beschlossen, dass
die Mitarbeiter der Gemeinde an den Sitzungen des K.V. teilnehmen
durften.Ich hatte wegen unseres Ausschlusses von den
Sitzungen schon lange gemosert, auch beim Bischof.
Am Sonntag gab es dann wieder das
Altenessen, wobei Pastor Dubbels von seiner Reise nach Pompeji
erzählte.
Dann kam der Augenblick, an dem der
angekündigte Besuch des Bischofs Wirklichkeit wurde.Auch
uns Mitarbeitern widmete Bischof Wölber seine Zeit.Meine
Aufgabe war es, einen Vortrag über die Diakonie in der Gemeinde
zu halten.Später waren wir Mitarbeiter mit ihm allein und
konnten unsere Sorgen und Vorstellungen von Gemeindearbeit vor
ihm ausbreiten.Natürlich hielt der Bischof am Sonntag
auch die Predigt und nahm danach an einer Gemeindeversammlung
teil.Eines stand fest: Pastor Dubbels und ich kamen in die
Jahre und unser Verhältnis wurde immer besser.
Am Sonntagnachmittag besuchten wir Herrn
Salchow, den wir vor einiger Zeit in das Wohnheim von Schulz in
Lütjensee gebracht hatten.Er hatte sich gut eingelebt.Als er noch in Horn lebte, erzählte er mir einmal, dass er im
Krieg mit seiner Kompagnie vor Leningrad gelegen hätte und sich
jetzt schuldig fühle, dass die Bevölkerung bei der Belagerung
so leiden musste.
Dann kam die Advents- und Weihnachtszeit
mit ihren vielen Veranstaltungen und auch Sammlung und
Paketverteilungen.Eine treue Bibelstundenbesucherin war im
Krankenhaus und wurde besucht, später musste ich ihren Haushalt
auflösen.
Dann ist da der 4.12.1970, an dem Renate
mit ihrem Armin zum Standesamt gingen.Die kirchliche
Trauung sollte später folgen.Jetzt wurd erst mal mit
einem festlichen Mahl im engsten Familienkreis gefeiert.
Unsere Adventsfahrt, die immer am 2.
Advent stattfand, ging diesmal nach Olsen.Die alten
Pfadfinder halfen mit, und so ging alles ganz gut über die
Bühne.Abends saßen wir bei Kerzenschein zusammen, es
wurden Adventsverheißungen gelesen, Lieder gesungen und auch mal
eine spannende Geschichte vorgelesen.
Lisa und ich fuhren zu Horst Zielasek.Er hatte 25jähriges Eintrittsjubiläum.
In Bötersheim musste mal wieder gewühlt
werden.Der Schornsteinfeger hatte unser schönes
Strohlager auf dem Boden beanstandet.Das musste nun
geräumt werden.In Zeltbahnen haben wir das Stroh hinunter
in den Garten geschafft und dort verbrannt.
In der Kirche wurd der große Christbaum
geschmückt, wie immer meine Aufgabe.An diesem Heiligen
Abend schneite es.Trotz Kälte und Frost bliesen wir vor
der Kirche.Der Mitternachtsgottesdienst war gut besucht,
viel junges Volk war dabei.
Am 30.12.1970 wurde Karl Peters 60 Jahre
alt, und wir feiern mit.Wieder ging ein Jahr mit so vielen
Ereignissen zuende, nur einem gilt der Dank, unserem Herrn Jesus
Christus für alle Barmherzigkeit und Liebe.
1971
Und nun schrieben wir das Jahr 1971 und
begannen es wieder mit einem Gottesdienst. Dann wurden wieder in
Bötersheim Rohrbrüche beseitigt.Trotz Kälte ging es
weiter zur Kate. Auf dem Boden wurde die Decke mit Holz
verschalt.
Nachdem die Abrechnung für das Essen
fertig war, fuhren wir zum Rauhen Haus.Dort war Frau
Rottländer immer so lieb, unsere Wäsche für das Schetelighaus
zu waschen und zu bügeln.
Am 29.1.1971 unser Kennenlerntag, habe
ich unterwegs an einer Tankstelle das Glück, dass mir der nicht
anspringende Motor repariert wird.Abends ging es dann mit
Lisa ins Hansa Theater, das wir immer wieder gern besuchten.
Am 31.1.1971 feierten wir mit etlichen
Gemeindegliedern Pastor Dubbels Geburtstag.
Plötzlich kam von Uli Seibt die
Nachricht, dass seine Frau gestorben sei.Am 5.2.1971 war
die Beerdigung in der neuen Kirche von Geesthacht.Die
Ansprache hielt Uli‘s Onkel, der Pastor war.Etliche
alte Pfadfinder waren dabei.Aber von da an verlor sich die
Spur von Uli.Viele Versuche ihn zu erreichen, scheiterten,
er sollte bei der Bundesbahn arbeiten aber keiner wusste wo.
Am 3.2.1971 waren die Pfadfinder wieder
zur Ansgarfeier in St.Petri, um den Ordnungsdienst zu versehen.
In Billstedt wurde ein altes Haus
abgerissen.Ich versuchte mit Andrusch eine alte Treppe
auszubauen, was auch gelang, aber für die Kate war sie doch
nicht zu gebrauchen.
In der Faschingszeit organisierten wir
ein Kappenfest.Später nutzten wir den geschmückten Saal,
um auch mit den Alten eine kleine Feier zu veranstalten.Soll
aber sehr anstengend gewesen sein.Immer wieder versuchte
ich, den Kirchenvorstand davon zu überzeugen, dass die Alten
einen Raum im alten Gemeindehaus brauchten, wo sie nicht so viele
Treppen zu überwinden hatten.Das wurde immer wieder
abgelehnt.
Trotz Eis und Schnee waren wir wieder ein
paar Tage in Grömitz und danach wieder in der Kate, wo wir bei
eisiger Kälte arbeiteten.Die Jungen setzten sich manchmal
auf den elektrischen Ofen, weil es so kalt war.
Dann kam wieder am Sonntag das Altenessen
mit einem Filmprogramm.Der Film hieß: „Das Wunder
des Malachias“.Welch ein Wunder, er konnte trotz
viermaligem Reißen doch noch zuende gebracht werden.
Ja, auch der letzte derMohikaner,
unser Andrusch hatte am 9.3.1971 in der Wichernschule seine
Entlassungsfeier und ging mit vielen guten Wünschen davon.Was nun wohl werden würde.
In den Osterferien fand eine Stammfahrt
der Wölflinge mit einem großen Programm statt: Waldläuferspiel
mit vorher ausgelegten Stationen, wo die Proben abgenommen
werden, Mutproben durch den dunklen Wald oder auf dem Friedhof,
wo ein Gespenst auf der Gräbergruft lauerte.Jeder, der
dort angekommen war, musste seinen Namen auf eine Tafel
schreiben.Eine tolle Schnitzeljagd durfte nicht fehlen und
in der dunklen Nacht (Bötersheim hatte noch keine
Straßenbeleuchtung) gab es ein schwieriges Orientierungsspiel.Mit großer Mühe und viel Geduld wurde zum Schluss das ganze
Haus sauber gemacht.
Am 30.3.1971 hatte Frau Sonsalla, unsere
Sonny, Geburtstag.Das wurde kräftig gefeiert.Sie
war uns immer eine treue Hilfe.
Es war ja lange keine Beerdigung: Onkel
Max Gabriel war plötzlich gestorben und wurde auf dem
Billwärder Friedhof beigesetzt.
Dann kamen wir einer Einladung von
Dietmar B. nach, der Pastor geworden war und vom Braunschweiger
Bischof ordiniert wurde.Nach dem Kaffee mache ich einen
Spaziergang durch das Dorf Hedeper und entdecke neben der Kirche
ein leerstehendes Haus.Dietmar erzählt, es gehöre einem
Herrn Bötel.Ich bat ihn, einmal zu erkunden, ob das Haus
zu haben sei.Wir blieben an diesem Tag sehr lange auf und
schliefen nachher im Pfarrhaus auf dem Dachboden.Später
kam dann von Dietmar die Nachricht, er habe mit dem Landwirt
Bötel gesprochen und die Zusage erhalten, dass die Horner
Gemeinde das Haus 20 Jahre mietefrei bekommen könne. Natürlich
musste das Haus von Grund auf überholt werden.Also fuhr
dannAbordnung der Gemeinde hin, sah sich das Haus an, ich
machte Innenaufnahmen und dann kam der Augenblick, wo der
Kirchenvorstand entscheiden sollte.Der Kirchenrat wurde
auch eingeschaltet.Das Ergebnis war enttäuschend.Was
wurde nicht alles an Negativem vorgebracht.Alle meine
positiven Argumente, 20 Jahre mietefrei, die Nähe des Harzes,
die Autobahn, die in nächster Zeit bis Bad Harzburg führen
sollte, nutzten nichts.Die Bitte, 3.000 DM für die
Instandsetzung zu bewilligen, wurde abgelehnt.Einige
Männer aus dem KV hatten eine ziemliche Wut und wollten aus dem
KV austreten.Wir fanden einen besseren Weg.Hartmut
Keiper, Halli Unteutsch, Karlheinz Schrödter, Viktoria Weihrauch
(alle aus dem KV), später auch Rolof und Barbara, und ich
bildeten eine Arbeitsgemeinschaft.Am 10.12.1971 zogen wir
zu Bötel und haben den Vertrag dann von unserer Seite
unterzeichnet und mit einer Flasche Sekt begossen.Abends
saßen wir dann noch lange mit Dietmar im Pfarrhaus zusammen und
haben später bei ihm übernachtet.Wir besichtigten
das Haus, das nun unser Freizeitheim werden sollte, maßen die
Zimmer aus und machten Pläne.Im Dorf haben wir uns auch
etwas umgesehen.Dies ist alles schon etwas vorgegriffen,
aber das Werden dieses Stützpunkts Hedeper musste doch erzählt
werden.
In Hamburg ging es dann um unseren
VW-Bus.Die Zinsen für den Kredit bei der Sparkasse waren
doch recht hoch.Unser Schwager Alfred hatte uns die
Restsumme zinslos zur Verfügung gestellt.Darüber waren
wir sehr froh.
Dann kam wieder mal eine Betreuung einer
alten Dame, die uns allerlei Schwierigkeiten brachte. Erst musste
sie nach Ochsenzoll, dann brachten wir sie in ein Erholungsheim
nach Bad Schwartau.Als sie wieder in ihrer Wohnung in Horn
war,gab es mit den Angehörigen wegen Geld und Schmuck
viel Quark.Glücklicherweise hatte ich alles
aufgeschrieben, was sie besaß und das von der Altenpflegerin
quittieren lassen.Dies alles kostete viel Nervenkraft und
Geduld.
Am Ostersonntag mussten wir Barbaras
Käfer bis nach Schneverdingen abschleppen zur Reparatur.Von
dort nach Bötersheim.Im Haus die Öfen geheizt und mit
der Familie schöne Stunden verlebt.
Frau Köhn befand sich in Trittau und da
war dann auch hin und wieder ein Besuch fällig.Auch
Uli‘s Vater war plötzlich verstorben und Uli stellte uns
sehr viele Kohlen für Bötersheim zur Verfügung.Jetzt
kam die schwere Arbeit, diese vielen Zentner aus dem Keller nach
Bötersheim zu schaffen.
Der Altensonntag wurde wieder vorbereitet
und im Gottesdienst sang der von Pastor Nordhoff neu gegründete
Seniorenchor, auch nachher noch im Saal.
In Wiegersen erlebten wir, dass Bauer
Klindtworth das Holz, das wir für die Dächer brauchen, mit dem
Fuhrwerk von der Holzhandlung holte.
Mit dem Fahrenden Mittagstisch hatten wir
guten Erfolg.Jetzt waren es im Monat ca. 2.000 Essen, die
ausgefahren wurden, und über 5.000 DM mussten kassiert werden.Unser Bezirk hatte sich über ganz Horn ausgedehnt.Unsere
neue Hauspflegerin, Frau Westerhausen, musste für ihren Einsatz
eingewiesen werden.Immer wieder war es nötig, alte
Menschen, die pflegebedürftig geworden waren, nach Trittau zu
fahren.
Dann kam der große Tag, an dem Renate
mit ihrem Armin in der Martinskirche von Pastor Dubbels getraut
wurden.Großer Empfang im Gemeindehaus mit dem
anschließenden Hochzeitsessen, viele Ansprachen und auch
Darbietungen von einigen Gästen.Es waren auch viele
Verwandte von Armins Seite dabei, die wir erst mal kennen lernen
mussten.Einen Tag später, am Sonntagnachmittag, erholten
wir uns am Metzensee im Haus von Emmi und Alfred.
Es gab doch merkwürdige Augenblicke: Da
waren wir beim Arbeiten in der Kate, und plötzlich machten wir
einen Einsatz bei der Bekämpfung eines Waldbrandes.Nach
diesem Einsatz fuhren wir ins Schetelighaus, um uns von dem
heißen Tag, der abends ein Gewitter nach sich zieht, auszuruhen.Am nächsten Tag hieß es wieder, auf zur Stadtranderholung.Morgens hin und abends zurück aus Bötersheim.Zwischendurch
musste für dieVerpflegung gesorgt werden.
Zum Glück hatten wir in Billstedt beim
Detje-Laden einen Herrn Wiebe, der unserer Gemeinde sehr zugetan
war.Der Gute hat uns vieles günstig verkauft und kam auch
nach Bötersheim, um uns zu besuchen.Es war schon gut,
Verbindungen zu haben, die unserer Gemeinde zum Vorteil dienten.
Dann war mal wieder eine Sammlung für
das Müttergenesungswerk fällig.Also auf zur Schule, wo
wir bisher immer gute Unterstützung hatten.Aber jetzt
lehnte der Schulleiter plötzlich jede Hilfe ab, Schüler um das
Sammeln zu bitten.Sein Argument: Es könnten auch andere
Vereine mit solcher Bitte kommen.Dabei ist das
Müttergenesungswerk doch kein Verein und die Sammlung sollte
doch allen Müttern zugute kommen.Ich war ziemlich
ungehalten, nun musste ich versuchen, bei den Konfirmanden um
Sammler zu bitten.Allgemein war das Ergebnis dieser
Sammlung noch gut, nur unsere Gemeinde hatte schlecht
abgeschnitten, aber diese Arbeit war erst mal geschafft.
Trotz aller Arbeit in Bötersheim, konnte
ich noch manche Fahrt mit geschenkten Möbeln nach Wiegersen
machen.Von Bötersheim nach Wiegersen ist es ja nur
halbsoweit als von Hamburg.
Zwischendurch war im Kirchenbüro
eingebrochen worden, man hatte den Blechschrank aufgebrochen,
aber kein Geld gefunden, weil alles Bargeld täglich zur Bank
gebracht wurde.Später bekam die Gemeinde einen
Geldschrank, der so schwer war, dass man befürchtete, dass die
Betondecke sein Gewicht nicht aushalten würde.
In Wiegersen bekamen wir Besuch von einem
Herrn, der früher unter ganz primitiven Verhältnissen in der
Kate gewohnt hatte.Als er die Kate jetzt wiedersah, war er
sehr erstaunt, so wie sie jetzt renoviert war, wäre er wohl
nicht ausgezogen.
Vor einiger Zeit hörten wir, dass mein
Onkel, Karl Wietholz in einer Altenwohnung am Schiffbekerweg
wohnen sollte.Wir besuchten ihn dort und fanden ihn noch
ganz gut beieinander.Später, als wir ihn wieder besuchen
wollten, war er verzogen.Mit Mühe fanden wir heraus, dass
er bei Segeberg bei einer Familie untergekommen war, da ging es
ihm aber schon nicht mehr gut.
Wieder waren die Pfingstferien da und das
große Pfadfinderlager mit allem Drum und Dran stieg wieder in
Wiegersen.Wir waren diesmal mit gutem und warmen Wetter
gesegnet, und so konnten viele Planspiele gemacht werden.Wie
gut, dass wir etliche gutausgebildete Sippenführer hatten, die
mächtig mit zupacken konnten.Eine tolle Nachtwanderung
wurde gemacht.Es musste die Höhe 52, der Ahrensberg,
gefunden werden, eine schwierige Aufgabe.Die Mädel mit H.
Röding haben die Aufgabe auch gut gelöst.Wir kamen
morgens um 3 Uhr bei der Kate wieder an, unvergesslich der
Augenblick, als dann die Sonne aufging.Wir krochen noch
alle in die Koten, denn für diesen Tag war allgemeines Gammeln
angesagt.Die Essenszeiten wurden auch verschoben, dafür
gab es dann abends noch ein zünftiges Geländespiel.
Kaum waren wir wieder in Horn, da war
schon wieder ein Sonntag mit Essen dran.Erst habe ich
über die viele Arbeit geknurrt, aber dann wurde ich ganz schön
beschämt: Etliche der Alten gaben mir wieder manchen Geldschein
für den Aufbau der Kate.
Bei der Abrechnung für den fahrbaren
Mittagstisch steigerten sich die Einnahmen: Schon für zwei
Monate musste ich mal eben 9.000 DM kassieren.Die Zahl der
Essensempfänger war ganz schön gestiegen.
Am 12. 6.1971 wurde der VW-Bus fit
gemacht.Ich hatte mir von einem Schrottplatz in Harksheide
zwei gebrauchte Reifen für je 25 DM geholt.Nun konnte die
erlebnisreiche Reise mit Lisa nach Frankreich losgehen.Mittags
bei Heber, an der B 75, erst mal gut gegessen. Abends waren wir
dann bis Obergeis gekommen. Dort im Gasthaus zur Traube, wo wir
schon öfter übernachtet haben, geschlafen. Am Sonntag sind wir
erst in Bad Hersfeld in der Kirche. Dann geht es über Würzburg,
wo Lisa lange auf ihr bestelltes Hähnchen warten musste und ich
schon längs meine bayerischen Knödel verzehrt hatte, bis nach
Erlinghausen, wo wir Quartier beziehen. Vorher wird noch ein
SchoppenWein zur Brust genommen, was für Lisa einige
Folgen hatte.Ihre Füße wurden ihr schwer und sie
schaffte es nur mit Mühe, ins Bett zu kommen.Ja, Kinder
Eure Mutter ist mal ausgeflippt, trotzdem war der Schlaf gut.Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir am nächsten Tag in
Tübingen ein. Pfarrer Werner wollten wir besuchen, aber das war
ein Schlag ins Wasser. Dafür geht es aber zur Burg Lichtenstein,
eine noch intakte Burg. Über diese Burg schrieb Haugh seine
Märchen. Unterhalb der Burg war ein Lokal, in dem wir Forellen
aßen, die gerade aus dem Bach gefischt wurden. Dann fuhren wirdurch
die Schwäbische Alb. Zwischendurch sind wir in die Nebelhöhle,
eine der größten Höhlen Europas, gestiegen. Wir erlebten
herrliche Grotten mit angestrahlten Stalaghtiten. Die Wanderung
durch die unterirdischen Gänge dauerte sehr lange und fröstelnd
erreichten wir die Oberfläche, um uns zu erwärmen. Wir hatten
Pech, es kam Regen auf, der uns nicht mehr verließ. Regen in
Oberammergau, in Innsbruck und darum schnell weiter nach Italien
an den Gardasee. Hinter Riva in einem Hotel Quartier bezogen und
erst mal tüchtig ausgeschlafen. Am nächsten Tag hatten wir
Sonne und im Städtchen Grado setzten wir uns am Hafen fest und
genießen das Leben und Treiben.Lisa hatte über ein Hamburger
Reisebüro für uns ein günstiges Angebot eingeholt: Eine Woche
in einem Hotel in St. Theresa auf Sardinien.Also machten wir uns
auf nach Genua, um uns am nächsten Tag auf der Fähre
einzuschiffen. Erst mal in Genua den Liegeplatz der Fähre
ausgekundschaftet und dann hin und hergefahren, aber nirgends ein
Campingplatz zu finden. Die Geburtsstadt von Columbus hatte ein
sehr reges Verkehrsleben und man musste höllisch aufpassen, um
mitzuhalten.Wir mussten 50 km aus Genua heraus fahren und
fanden bei Regti endlich einen Campingplatz, waren wir froh. Am
anderen Morgen den Benzinkocher klargemacht und Kaffee gekocht,
um munter zu werden. Um 16 Uhr sollte das Verladen auf derFähre
beginnen, es wurde aber 17 Uhr. Zwischendurch waren wir zum Essen
gegangen, wo wir nur Fisch und Obst bekamen; war nichtnach
unserem Geschmack. Überhaupt schien es, als sollte alles nicht
so gut gehen. Beim Einschiffen bekam ich einen ganz schlechten
Platz für unseren VW Bus. Die Kabine war dicht am Maschinenraum,
darum sehr laut. Lisa hatte sich beim Essen am Büffet zuviel
zugetraut, ich konnte zuerst auch nicht schlafen und ging an
Deck, um in die Finsternis zu starren und die frische Luft zu
genießen. Dann ging es mit dem Schlafen ganz gut bis um 6 Uhr.
Wir erlebten auf dem Oberdeck einen herrlichen Sonnenaufgang. Um
8 Uhr erreichten wir den Hafen auf Sardinien, um dann ab 9 Uhr
auf den unbekannten Straßen Sardiniens gen Norden zu rollen. Um
12 Uhr 40 waren wir in unserem Hotel, mussten aber noch eine
Stunde warten, ehe wir unser Zimmer beziehen konnten. Im
Restaurant sitzen wir mit einem Münchner Ehepaar zusammen an
einem Tisch. Das Essen ist gut und schmeckt auch wieder nach den
vorherigenPleiten. Unser Zimmer liegt im Parterre mit Veranda,
großes Bett, Tisch und Stühle. Der Boden hat Steinplatten und
darum die Tritte von oben sehr, sehr laut. Nach dem Einräumen
machen wir erst mal einen tüchtigen Mittagsschlaf. Abends wird
warmes Essen bei Kerzenschein serviert. Am nächsten Morgen will
ich mich rasieren, aber was haben sie hier für primitive
elektrische Leitungen! Ich baue einen mächtigen Kurzschluss.In St. Theresa machen wir einige Einkäufe. Ich kaufe einen
italienischen Stecker für meinen Rasierapparat. Lisa ließ sich
bei einem Einkauf um 4000 Lire beschummeln. Alles Reklamieren
nutzt nichts, wir geben auf und verlassen diesen Laden mit Zorn
im Bauch. In Zukunft wird der Laden von uns gemieden. In der
Nähe gab es alte Befestigungsanlagen. Wir besteigen einen dieser
Türme. Das Wetter war schön und heiß. Das Hotel lag direkt am
Meer, wir konnten baden, baden soviel wir wollten. Im Garten gab
es außerdem einen Smimmingpool.
Es gab eine Möglichkeit, nach Korsika
überzusetzen, was wir natürlich nutzten. Auf der Fähre
sammelten sie unsere Pässe ein, damit gab es später noch
Ärger. Erst einmal betraten wir Korsika. Mit einem Boot fuhren
wir zu einer Grotte unter den Felsen, die bei Sonnenlicht ganz
herrlich schimmerte. An der hohen Felswand an der Küste machte
uns der Schiffer auf die Treppe aufmerksam, die bis nach oben in
den Fels hineingeschlagen war. Diese Treppe war einst von
kriegerischen Horden innerhalb einer Nacht in den Fels gehauen
worden, um die Festung einzunehmen. Wir haben in Bonifatio dann
die Festung, die mit Fremdenlegionären besetzt ist, angesehen.
Bevor es dann wieder nach Sardinien ging, haben wir noch einige
Ansichtskarten und Dia‘s gekauft, um zu Hause zu zeigen, wie
schön es hier ist.Als es dann mit der Fähre losgehen soll, gibt
es erst mal Krach. Die Zöllner hatten die Pässe nicht
abgestempelt, darum durfte das Schiff nicht ablegen, was haben
sich diePassagiere über diese Bummelei aufgeregt. Eigentlich
dürften die Pässe gar nicht eingesammelt werden, aber hier
hatte der Zoll seine eigenen Gesetze. Als wir endlich wieder in
unserem Zimmer waren, ging es schnell ins Wasser, denn es war ein
sehr heißer Tag gewesen. Es gibt ein paar Tage des Nichtstuns
und immer wieder mal ein Gang in die Stadt. Dann kam der
vorletzte Tag, der Abend wurde mit einem besonderen Essen bei
Kerzenschein gefeiert. Es wurden Spanferkel gebraten, dazu Musik
und Unterhaltung. Am Pool dann im Dunkeln viele Glühwürmchen
bewundert. Der nächste Tag ist für uns Abreisetag.Ab Richtung
Hafen. Erst eine gute Straße, dann durch das Innere des Landes,
denn Lisa wollteunbedingt Korkeichen sehen, die sehen wir, aber
die Straßen sind voller Schlaglöcher. Wir sind froh, den Hafen
erreicht zu haben und können uns dann einschiffen. In Genua ist
der erste Weg zur Hauptpost, in der Hoffnung Post von zu Hause
vorzufinden. War aber eine Pleite.
Unsere Fahrt geht dann an die
italienische Riviera, was für ein Betrieb herrscht hier. Ganz
Italien gibt sich hier wohl ein Stelldichein. Unterwegs an der
Straße einmal kurz geparkt und ins Wasser, wir haben wenigstens
mal an der Riviera gebadet. In San Remo gehen wir auf einen
Campingplatz, es ist für heute genug gefahren worden. Baden war
hier nicht drin, es ist eine zu hohe Brandung. Dafür haben wir
in einem Restaurant gut gegessen und sind dann vergnügt in die
Falle gestiegen. Immerhin hatten wir auf dieser Fahrt gutes
Wetter, was ein großes Plus war. Lisa muss einen weiten Weg
machen, um Brötchen zu holen, während ich Kaffee koche. Dann
geht die Fahrt weiter an der Küste entlang nach Monaco. Wir
gehen nicht in die Spielbank, sondern in den berühmten Garten
mit all den vielen Kakteen, von welchen wir die meisten noch nie
gesehen hatten. Hinter Nizza passieren wir die
italienisch/französische Grenze und sind bald inder
Provence. Nach 100 km finden wir ein Motel mit Schwimmbad.
Natürlich musste Lisa in der Dunkelheit ohne Badeanzug in das
Bad, denn es ist niemand zu sehen. Bis plötzlich doch jemand
auftaucht. Der merkt, dass daeiner im Schwimmbad ist und
macht - zu Lisa´s Überraschung -die Laternen am Rand an.
Die Schwimmerinverkriecht sich vor lauter Schreck in die
dunkelste Ecke, bis der Mann wieder verschwunden ist. Ganz
aufgeregt kommt Madamedann im Evakostüm ins Hotelzimmer
gestürmt. Mich selber reißt es zu einer großen Lache. Sie
aber: "Was hab´ ich für Ängste ausgestanden, ehe der Kerl
wieder verschwunden ist!". Immerhin war das ein tolles
Badeerlebnis, was nicht alle Tage vorkommt.Der nächste
Tag, nach dem Baden, diesmal mit Badeanzug, brachte für die
Provence schlechtes Wetter und viel Wind. Wir landen in Avignon.
Nachdem wir Obst eingekauft und getankt hatten, müssen wir so
langsam an die Heimfahrt denken. So geht es dann auf breiten
Straßen an Lyon vorbei in die Vogesen, wo wir kurz vor
Dunkelwerden ein Hotel mit Garage erwischen. Das Essen war sehr
gut, wenn auch die Wirtin so ein muckschiges Gesicht machte. Aber
die Betten! Merkwürdiges Bettzeug, schlechte Matrazen, die
Deckbetten zu dick und schwer. Wir haben sehr schlecht
geschlafen, die Schlafstelle war das Geld nicht wert. Am anderen
Morgen noch Pech: man hatte unseren Bus mit anderen Wagen so
eingekeilt, dass ich Mühe hatte, heil herauszukommen.
Fluchtartig verließen wir diese unangenehme Stätte und fahren
im Regen weiter. In Colmar gehen wir im Regen zum Essen, um dann
später in Straßburg vor dem Münster zu parken. Natürlich
mussten wir das auch besichtigen. Wir regten uns über einen
modernen Engel mit Strahlenkranz auf.
Im Bühlertal noch einige Einkäufe, um
unseren Proviant zu ergänzen. Dann geht die Fahrt durch den
Schwarzwald mit seiner herrlichen Landschaft Richtung Obergeis,
wo wir unser altes Quartier wieder beziehen. Hier ist die
Verpflegung und besonders die Mitmenschlichkeit besonders gut.
Auf der Rückfahrt besuchen wir Helga und Adolf Koops in
Grünenplan. Denen geht es jetzt besser, seit die Bauerei ein
Ende hat. Um 21 Uhr 30 sind wir endlich im Haus und beschließen
mit Dank gegen Gott diese dreiwöchige Urlaubsreise. Wir sind ca.
4000 km gefahren und das alles ohne Panne.
Nach der langen Urlaubszeit mussten wir
mal wieder in der Kate und in Bötersheim nach dem Rechten sehen.Sonni, Andreas, Christa und Bernhard Kunze waren mitgekommen.
Eine zusätzliche Arbeit wurde mir
aufgetragen: Jeden Montag sollte ich mit der Hauspflegerin, Frau
Westerhausen, ihren Einsatz besprechen.
Dann gab es mal wieder einen
Betriebsausflug mit den Mitarbeitern der Gemeinde.Auf
Vorschlag von Herrn Stahl sind wir nach Klingenberg an die Ostsee
gefahren.Es war ein heißer Tag.Zur Abkühlung
wurde in der Ostsee gebadet.Gemeinsam gegessen wurde in
einem Lokal an der Steilküste und dort dann auch entlang
gewandert.Um 20 Uhr waren wir wieder im Hause. DaLisa
ja für die Altenarbeit eingestellt worden war, gehörte sie
diesmal auch dazu.
Nun fingen die Vorbereitungen für die
Kinderfreizeit an.Um dann alle nach Bötersheim zu
transportieren, musste ich zweimal mit dem VW-Bus fahren.Zu
Beginn starteten wir eine große Anfangsparty, bei der Barbara
und Rolof tüchtig mithalfen.Es wurden viele Spiele
organisiert, nicht etwa Sackhüpfen und Eierlaufen, nein, eine
ganze Menge neuer Spiele.Nur ein Beispiel: Luftballons,
mit Wasser gefüllt an einer Leine hängend, mussten von Blinden
mit einem spitzen Gegenstand zerstochen werden.Es gab
einen Heidenspaß, wenn man den Ballon erwischte und zur
Belohnung eine Dusche abbekam.Es war ja ein heißer Tag
und alle leichtbekleidet.Abends gab es eine Feuerrunde,
und jeder konnte sich seine Wurst am Stock braten.Rolof
spielte Klampfe, und es wurde tüchtig gesungen.Ganz neu
war dann am Schlusstag die große Schwedentafel (Kaltes Büffet),
wo jeder sich soviel zum essen holte, bis beinahe der Bauch
platzte.Mit einem großen Bus fuhren die Kinder nach
Hause, wo sie von den Eltern stürmisch begrüßt wurden.
Nach diesen arbeitsreichen Tagen, gönnte
sich die Familie einen Ausflug an das Elbufer.Vor Bleckede
sind wir in einer Rauchkate eingekehrt und haben dort gut
gegessen.Später sind wir durch die Göhrde gefahren, um
Bickbeeren zu pflücken und dies mit Erfolg.Auf Umwegen
landen wir in Tostedt, um zu baden und Eis zu essen.Im
Schetelighaus wurden noch einige Sachen abgeholt, die mit nach
Hamburg sollten.An diesem Sonntag, es war der 25.7.1971,
waren wir mal eben 12 Stunden unterwegs.
Die nächsten Tage hatten es in sich, es
war als wollte die Arbeit niemals enden.Für die
Hundsrückfahrer gab es eine Rüststunde.Über Bruder
Niethammer, der schon früher mit einer Jugendgruppe durch den
Hundsrück gewandert war, wurden wir auf die Jugendherberge in
Simmern aufmerksam.Ich schrieb dahin und bekam eine
positive Antwort.Am 9.8.1971 trafen wir uns um 6 Uhr vor
dem Gemeindehaus, und ab ging die Post mit dem VW-Bus Richtung
Koblenz.Auf der Fahrt am linken Rheinufer machten wir an
einer Kirschplantage halt und aßen uns an Kirschen satt, die zu
der Zeit gerade reif waren.In Simmern waren wir um 15 Uhr
und bekamen den Schlüssel für die Jugendherberge, die im
Schinderhannes-Turm untergebracht war.Hier sollte der
Schinderhannes eingesperrt gewesen, aber auch wieder ausgebrochen
sein.Diese alte Jugendherberge war nun für etliche Tage
unsere Bleibe.Von hier aus machen wir Ausflüge in die
nähere Umgebung, besuchen auch den Gottesdienst und fuhren mit
der Herbergsmutter nach Bielstein an die Mosel, wo sie so gern
mal eine moderne Jugendherberge besichtigen wollte.Dort
konnten wir dann die derzeit modernste und teuerste
Jugendherberge der Bundesrepublik besichtigen.Sie soll 1
Million Mark gekostet haben.Sie war auch bestens
ausgerüstet, in der Halle ein großer Kamin für die Feuerrunde,
die Küche nach den neuesten Erkenntnissen eingerichtet, alles
für zwei Gruppen zugleich.Da waren Räume für Disco und
ein Raum für Raucher, die Schlafräume prima möbliert.Wurde
eine Matraze beschmutzt, musste der Benutzer bezahlen.Das
konnte teuer zu stehen kommen.Man erzählte uns, eine
Kindergruppe hatte furchtbar gehaust, die musste 1.000 DMan
Renovierungskosten bezahlen.
Wir aber hatten genug von der Moderne und
fuhren gern wieder in den Schinderhannesturm zurück.Wie
wir hörten, sollte diese Herberge bald geschlossen werden; im
Tal wurde schon an einer neuen gebaut.Wie viel Romantik
nimmt doch die sogenannte neue Zeit den Menschen.Heute da
ich dies schreibe, besinnt man sich wieder auf das gute Alte in
der Wohnbauweise.
Nach der Besichtigung eines Klosters,
machen wir eine Rheinfahrt zur Lorelei und zurück.Dann
machten wir uns auf, um den Abend nicht zu verpassen, wo der
„Rhein in Flammen“
stehen sollte.In der Nähe des Drachenfelsens suchen wir
einen guten Standort und erleben die vielen Feuer und Lichter,
zum Teil farbig, am Ufer des Rheins bis zum Ehrenbreitstein.In nächster Nähe gab es einen Campingplatz, den wir für diese
Nacht aufsuchten.Unser nächstes Ziel war Köln mit der
Besichtigung des Domes, der bei den Jungen einen großen Eindruck
hinterließ.Bis an den Dummersee sind wir dann noch
gefahren.Mit dem Baden war hier nichts, das Wasser war
sehr flach und muffig.So waren wir froh, am nächsten Tag
das Weite suchen zu können. In der Tostedter Badeanstalt haben
wir das gute Baden nachgeholt und dort in einem Lokal zu Mittag
gegessen, bis wir dann gegen 17 Uhr am Gemeindehaus diese Fahrt
beendeten.
So langsam musste man auch etwas für den
VW-Bus tun.Es waren neue Türen nötig, die ich
glücklicherweise - für das Modell 1951 - noch auf einem
Schrottplatz entdeckte.
Die Gemeindearbeit mit ihren vielen
Ansprüchen musste weiterlaufen.Wir bekamen einen neuen
Diakon, Bruder Menzel.Zuerst meinte ich, er sei der
richtige Mann auch für die Pfadfinderarbeit, aber da lag er
nicht richtig.Er wohnte im Gemeindehaus und seine Frau
hatte wohl viel zu sagen, denn oft wurde er von ihr von der
Arbeit abgerufen.Ich hatte mal ein längeres Gespräch mit
ihm über seine Forderungen an den Kirchenvorstand.Ich bat
ihn, doch nicht gleich mit so vielen Bedingungen zu kommen, aber
er ging darauf nicht ein.Er kam aus einem anderen
Brüderhaus, wo man wohl manches anders sah als im Rauhen Haus.
Nun, er musste sich bei uns eben durchwurschteln, wir versuchten
jeder, die eigene Arbeit zu tun.Was aber dabei heraus kam:
Der Kirchenvorstand erstellte einen Dienstauftrag, damit die
Diakone wussten, was sie zu tun hatten.Als mir Pastor
Dubbels so ein Papier in die Hand gab, wurde ich wütend, denn
all die Jahre brauchte ich ein solches Papier nicht, so auch
jetzt nicht.Denn all die Jahre meines Dienstes hatte ich
mehr getan, als in dem Vertrag drin stand.Wenn aber ein
Diakon seinen Auftrag in der Gemeinde nicht erkennt, kann er mir
nur leid tun.Als ich dann 1973 mit einem Herzinfarkt im
Marienkrankenhaus lag, musste Bruder Menzel die Betreuung der
Essensempfänger übernehmen, und er sagte mir später, so viele
Besuche hätte er noch nie gemach.Ja, ja, es wird schon
etwas von einem gefordert.Unsere alten Pfadfinder nahmen
ihn auch auf die Schippe, denn sie erleben, dass der Herr ab 18
Uhr nicht mehr zu sprechen war.So etwas gehtdoch in
der Jugendarbeit nicht, denn die Älteren sind doch erst abends
da.Lange war dann auch seines Bleibens nicht in unserer
Gemeinde.Wir haben versucht, so gut es ging, in Frieden zu
leben.Er hat dann in Ochsenwerder eine neue Stelle
gefunden.
Mit den Alten war wieder eine Ausfahrt
fällig.Es ging ins Wümmetal.Dort speisten wir im
„Waldschlöschen“.
Im KV spukte ein neuer Begriff immer
wieder herum: die Sozialstation.Ein Pastor aus der
Timotheusgemeinde wollte dies unbedingt in die Hand nehmen, aber
bei uns blieb man bei der eigenen Schwesternstation, weilwir
eine Schwester, Frau Wittkowski, für diese Arbeit gewinnen
konnten.Sie hat dann Jahrzehnte treu ihren Dienst
versehen.Früher hatten wir weniger Geld, doch zwei
Gemeindeschwestern, die von der Gemeinde bezahlt wurden.Jetzt
sammelte man nicht einmal mehr den Diakoniegroschen, denn das
Gehalt zahlte ja die Landeskirche.
Unser Fahrer für die Essensausgabe, Herr
Josenhans, ging in Urlaub, und so mussten Lisa und ich
einspringen und für ganz Horn das Essen ausfahren.Um 12
Uhr ging es von der Küche des Rauhen Hauses los und erst gegen
14 Uhr waren wir fertig, es waren über 100 Portionen, dies war
in den Septembertagen 1971.Aber auch die Abrechnung usw.
mussten gemacht werden.
Am 1. Oktober hatte ich ein langes
Gespräch mit Rogister.Seinen Forderungen für das Haus
konnten wir nicht nachkommen und so war das Ende für unser
Freizeitheim gekommen.Mal gut, wir haben Wiegersen und
Hedeper, aber alles ohne den Kirchenvorstand. Wir waren
froh über diese Stützpunkte.
Die diesjährige Herbstfahrt ging über
Bötersheim, Walkmühle nach Stade.Als wir in Stade in
einem Cafe Eis essen wollten, war ein Herr so freundlich und gab
für die ganze Gruppe Eis aus.In der Jugendherberge hatten
wir schon früher einmal übernachtet.Der Hausvater war
noch einer von den Alten, der nicht verstehen konnte, dass es
Gruppen gibt, in denen keine Disziplin herrscht und gequalmt wird
wie die Schlote.
Im Rauhen Haus fand der Brüdertag statt.Diesmal waren die Vorträge von Gehalt.Nur mit dem
Diakonenamt kommt unsere evangelische Kirche nicht klar, wenn
sich auch viele gute Professoren Mühe geben, dieses Amt in der
Kirche nachzuweisen.
In Bötersheim war eine Berliner Gruppe
untergekommen.Nach ihrer Abreise fanden wir das Heim als
einen Saustall vor.Einen Ölofen hatte man mit Wasser
gefüllt, wir hatten Mühe, ihn wieder funktionsfähig zu machen.Auch sonst herrschte ein großes Chaos.So durfte eine
Gruppe sich nicht aufführen.Hier zeigten sich
Auflösungserscheinungen in der Jugendarbeit.Einen anderen
Fall mussten wir erleben: Ein Pastor hatte das Heim für seine
Konfirmanden übers Wochenende gemietet.Am anderen Tag
erzählten mir Dorfbewohner, was die Jungen angestellt hätten.Sie wären aus dem Fenster geklettert und mit Bierflaschen in der
Hand auf dem First herum geturnt.Der Herr Pastor machte zu
der Zeit seinen Mittagsschlaf.Gut, dass ich von der
Kletterei erfuhr, denn als ich mir die Stelle ansah, wo sie
herausgeklettert waren, sah ich etliche zerbrochene Dachziegel.Da wir auf dem Dachboden einige Ersatzziegel hatten, konnte ich
den Schaden reparieren, sonst hätte es eine böse Überraschung
geben können.Wenn es bei diesen Lehmdecken durchregnet,
dann „Gute Nacht“.Als ich am nächsten Tag bei
diesem Pastor anrief, war nur seine Frau da, und als ich ihr
unser Befremden über diese Freizeitführung aussprach, wurde sie
noch frech.Ich drohte ihr mit Schadensersatzansprüchen,
da wurde sie still.Was soll’s,es blieb unter
uns, aber so langsam merkte man, wo die Jugendarbeit hintrieb.
Nach dem Ärger gab es mal wieder ein
paar Tage in Grömitz, um aufzutanken.Danach lief wieder
eine Ausfahrt mit den Alten.Diesmal ging es mit zwei
Bussen in die Holsteinische Schweiz.In Bordesholm wurde
Mittag gegessen und die Klosterkirche besichtigt.Wir
erlebten einen engagierten Küster, der uns durch die Geschichte
der Kirche führte und dessen Begegnung uns unvergessen bleibt.
An einem Sonntag feierten wir den
Geburtstag meiner lieben Frau. Viele Gäste stürmten unser Haus.
In Wiegersen hatten die Spatzen Löcher
in das Strohdach gerissen, so musste Hühnerdraht über das Dach
gespannt werden.Immer wenn wir kamen, lagen viele
Strohhalme vor der Tür.
Da wir beim Hamburger TÜV
Schwierigkeiten hatten, die Ingenieure waren hier besonders
scharf bei alten Wagen, fuhren wir nach Lüneburg zum TÜV und
bekamen die neue Plakette.
Es war dann mal wieder so weit für den
Basar, der in unserer Gemeinde ja schon Tradition hatte, aber
auch immer allerlei Geld für die Leipziger Mission einbrachte.Als das letzte Gemeindeglied gegangen war, zeigte die Uhr mal
wieder 21 Uhr.
Am Bußtag hatten wir mit den Brüdern
aus der Klasse im Rauhen Haus eine Freizeit im Heim der Gemeinde
Nord-Barmbek.Eine wunderschöne Villa, aber als Jugendheim
nicht recht geeignet.Nachmittags sind wir mit den Brüdern
nach Bötersheim gefahren und haben ihnen das Heim gezeigt.
Am 1. Advent war im Gemeindehaus wieder
der Tisch für die Alten gedeckt.Später wurde der Film:
„Stern von Bethlehem“ gezeigt.Jetzt machten die
Filmvorführungen richtig Spaß, denn die Gemeinde hatte endlich
einen eigenen Apparat.
Nun war es auch wieder Zeit für die
Karpfenfahrt.Diesmal fuhren wir nach Appelbek am See.Vorher nahmen wir an der Morgenandacht in der Martinskirche teil.
Die Adventsfahrt der Pfadfinder ging noch
einmal nach Bötersheim ins Schetelighaus.Trotz
Regenwetter hatten wir eine gute Feier.Nuggi, Rudolf
Schmidt, erzählte, dass er am 1.1.1972 nach Pforzheim gehen
wolle - als Hausvater der dortigen Jugendherberge.Damit
ging die Pfadfinderarbeit in Lohbrügge ihrem Ende entgegen . Die
Sippenführer dort waren nicht genug geschult, dass sie die
Arbeit alleine weiter führen konnten.
Nochmals hatten wir ein Gespräch mit dem
Sohn von Rogister geführt.Es ging um die Erhaltung des
Hauses als Freizeitheim.Ich merkte, da gab es schon andere
Pläne, um mehr aus dem Haus heraus zu bekommen.
In Horn begann die Verteilung von 500
Weihnachtspaketen, die durch die Sammlung der freien
Wohlfahrtspflege möglich geworden waren.Drei Fahrten
musste ich machen, um alle Pakete in den verschiedenen Gemeinden
loszuwerden.
In der Kate wurden die Balken mit Kratzer
und Stahlbürste gesäubert, die durch eine Jahrhundertealte
Schicht aus Fett und Ruß bedeckt waren.
Am 4. Advent waren einige
Krankenhausbesuche zu machen, zwei treue Mitglieder aus der
Gemeinde, Herr Hubert und Frau Liesert, waren sehr krank.
Am 24.12.1971 konnte ich bei den vielen
Gottesdiensten nicht helfen, beim Mitternachtsgottesdienstmachte
Lisa die Küsterin.Ich hatte eine schwere Grippe.Auch
Andrusch wurde von dem Virus befallen.Beim Gang über den
Korridor schlug ich der Länge nach hin, war einfach
"weggetreten".Lisa hatte ihre Mühe, mich wieder
ins Bett zu bekommen.Erst etliche Tage später tauche ich
im Gemeindehaus auf, um einige Arbeiten zu tun. Am 31.12.1971 war
ich noch sehr schlapp, aber wir beide aßen allein Karpfen,
unsere Kinder waren mit Freunden auf Partys.Draußen
spielte das Volk mit der Knallerei verrückt. Wir durften
wieder mit Dank gegen Gott dieses gesegnete Jahr abschließen.Natürlich gab es Schwierigkeiten, Enttäuschungen und
Rückschläge, aber die sind da, um sie ohne Schaden an Leib und
Seele zu überwinden.Nun stiegen wir in das Jahr 1972, und
was würde es wohl bringen?
1972
Diesmal muss ich die Diakonenfreizeit,
die im Harz stattfand, aus gesundheitlichen Gründen absagen.Dafür war ich mal wieder ins Schetelighaus um dort 5
Fensterscheiben einzusetzen, die von Jugendgruppen entzwei
gemacht worden waren.
In der nächsten Kirchenvorstandssitzung
entschied man sich gegen Hedeper.Das war ja schon vorher
klar gewesen.
Mein Freund Erich Dietrich wurde 60 Jahre
alt.Dazu gab es einen Empfang bei Bischof Wölber.Er
war zu der Zeit der einzige Bischofsdiakon innerhalb der
evangelischen Kirche.Abends haben wir dann bei ihm in
Buchholz tüchtig gefeiert.
Der Januar bescherte uns eine große
Kälte.Trotz Glatteis und Kälte waren wir unterweg, an
einem Tag gleich zu zwei Beerdigungen, Herr Huber und Frau
Liesert.
Bei Kälte von 16 Grad, fand im
Gemeindehaus das Essen statt.Für so einen Tag musste
immer auch die ganze Verpflegung herangeschafft werden und Lisa
hatte dann einen ganzen Tag mit dem Vorbereiten zu tun.Gut,
dass wir den VW Bus hatten.
Am 3.2.1972 machten die Pfadfinder bei
der Ansgarfeier wieder den Ordnungsdienst.Anschließend
durften sie im Gemeindehaus in der Kreußlerstraße Würstchen
essen.
Wieder mussten wir nach Ohlsdorf, Bruder
Runge war gestorben und einen Tag später Frau Köhn.Da
musste dann in der Hertogestraße die Wohnung geräumt werden,
ich durfte zum Andenken ein Ölgemälde behalten.
Lisa hatte Jahr für Jahr die Aufgabe,
einen Rechenschaftsbericht an das Diakonische Werk zu schicken,
sonst gab es von dort keine Zuschüsse für die
Altentagesstätte.
Immer wieder muss betont werden, jeder
Tag, der uns geschenkt wurde, hatte auch seine eigene Aufgabe,
die gelöst werden musste.
In Verwunderung wurde ich versetzt, als
Frau Lisa plötzlich zum Kegeln ging.Alle Neune!
Auch dies kommt vor: Bruder Menzel musste
mit seinem Auto aus Stellingen abgeschleppt werden und am
nächsten Tag dann weiter nach Meckelfeld zur Reparatur.
Am 12.3.1972 feierte unser Sohn seinen
Geburtstag, diesmal war es ein Sonntag.Am nächsten Tag
begann die Wölfligsfreizeit in Bötersheim mit vielen
Pfadfinderspielen.Bei einer Überquerung der Este fiel
ich, zum großen Gaudi der Kerle, ins Wasser.In diesem
März hatten wir herrliches Wetter, wir bauten eine Brücke aus
Seilen über die Este, abends ein großes Dschungelspiel in
dunkler Nacht.Bei der Bibelarbeit hörten wir auf einer
Schallplatte etwas von der Mau-Mau Bewegung, wie in Afrika
Christen umgebracht wurden.Wir konnten die Freizeit ohne
Unfall beenden und alle kamen gut wieder nach Hause.
Als wir wieder einmal an der Kate
arbeiteten, gab es plötzlich Feueralarm.Klindtwordts Wald
brannte.Alle liefen hin und halfen beim Löschen.
Zum Ausruhen fuhren wir mal wieder nach
Grömitz.Von dort machten wir eine Fahrt nach Dahmeshöft,
um dort das Müttergenesungsheim zu besichtigen.Das Haus
lag direkt an der See, als wir dort waren, war es besonders
stürmisch.Mit der Leitung verhandelten wir über eine
Besichtigungsfahrt mit unseren Alten.
Zuhause muss mal an eine Renovierung der
Wohnung gedacht werden.Diesmal war die Schlafstube und ein
Vorderzimmer dran.Teppichboden wird verlegt.Lisa
musste ja unbedingt eine helle Farbe haben, was sich später als
gar nicht gut herausstellte.
Auch das noch, Lisa musste ins
Bethesdakrankenhaus.Wie sich später herausstellte kam es
zu einer Unterleibsoperation, und dabei entdeckt man an einem
Darmstück Krebs.Das musste dann in einer zweiten OP
entfernt werden.10 Wochen war sie im Krankenhaus.Jetzt
kam die Zeit, in der ich mit dem Bus hin und her flitzte.Inzwischen
wurde Frau Josenhans krank, und ich musste mit Essen ausfahren.In Hedeper war einiges wegen des Hauses zu besprechen.Es
ging um den inneren Ausbau und wir mussten überlegen, was mit
dem Dach geschehen sollte, denn das war durchlässig und das Holz
an den Kanten ist morsch, auch die Dachrinne fehlte.Drinnen
musste die Treppe erneuert werden, auch die Isolation der
Leitungen war nicht in Ordnung und die Zu- und Abflüsse mussten
gemacht werden.Na, es würde noch allerlei Arbeit auf uns
zukommen.
Lisa befand sich noch immer im
Krankenhaus.Außer den Besuchen wurde jeden Morgen
miteinander telefoniert.Ich war froh, dass die Genesung
Fortschritte machte.
Am Sonnabend hatten wir eine Sauerei in
der Kate.Man hatte eingebrochen, Bettzeug herausgerissen
und Gläser mit Gemüse darauf ausgeschüttet.Elfi, die
Älteste von Klindtwordts, besah sich den Schaden und wusste
gleich, wo der Täter zu suchen sei.Wir hin zu der Familie
im Dorf.Der Bengel sah uns kommen und flüchtete sofort
durchs Fenster.Wir haben mit der Familie gesprochen.Für ihn kam das dicke Ende später, die Polizei schnappte ihn
und er wurde eingesperrt.Wir hatten allerlei Aufregungen
deswegen.
Bei Lisa wurde jetzt die zweite Operation
nötig.Bald Tag für Tag besuchte ich sie und war Gott
dankbar, als es mit der Genesung aufwärts ging.Bei der
Fahrerei streifte ich auf der Bergedorfer Schnellstraße einen
Lada, der eine Schramme bekam, deren Beseitigung von mir bezahlt
wurde.
Der Kirchenvorstand musste noch einmal
über Hedeper abstimmen.4 dafür, 6 dagegen mit 1
Enthaltung, was konnte dabei auch anderes herauskommen, wenn man
nichts wagte.Noch heute, 20 Jahre danach lebt Hedeper und
erfreut sich eines guten Zuspruchs, schon weil nun keine Grenze
mehr stört und darum größere Ausflüge, z. B. zum Brocken
gemacht werden können.
Der Aufenthalt bei Lisa war manchmal
anstrengend, unter 3 Stunden kam ich nicht weg.Jetzt, da
Lisa als Kochmutter ausfiel, übernahm Erika, Kuddls Frau, diese
Aufgabe.So konnten wir auch diesmal in den Pfingstferien
unser Pfadfinderlager an der Kate durchführen.Trotz
Lisa‘s Traurigkeit, weil sie noch im Krankenhaus bleiben
musste, machte ihre Gesundung Fortschritte. Am Pfingstsonntag
21.5.1972 konnte sie zum erstenmal aufstehen.
In Wiegersen, bei einer Feuerrunde der
Pfadfinder, wollten uns die Dorfjungen stören, aber unsere
Wachen waren auf dem Posten.Wir waren für die
Dorfbewohner wohl besonders interessant.Auch Besoffene
störten, die wir aber mit Erfolg abwehren konnten.
An einem der nächsten Werktage war eine
Butterfahrt mit den Alten fällig.Dabei stolperte auf der
Rückfahrt eine unserer Frauen auf dem Schiff über eine Schwelle
und brach sich das Bein. Wir mussten sie ins Krankenhaus bringen:
Freud und Leid einer Ausfahrt.
Im Juni feierten wir die goldene Hochzeit
von Ehepaar Kulick und gleichzeitig die silberne ihrer Tochter
Möller.
Nach ein paar Tagen musste ich in der
Washingtonallee eine alte Frau aus der Wohnung bergen, die allein
in ihrer Wohnung gestorben war.Durchs Küchenfenster bin
ich in die Wohnung hineingelangt.
Am 17.6.1972 war es soweit, dass ich mit
Lisa vom Krankenhaus aus zum Kaffeetrinken in den Sachsenwald
fahren konnte.
Die Stadtranderholung war angesetzt, und
die musste nun auch ohne Lisa über die Bühne gehen.Frau
Sonsalla übernahm die Leitung, dieweil ich nach Hamburg fuhr und
aus dem Rauhen Haus das Mittagessen holte.
Lisa sollte Freitag entlassen werden.Vorher musste noch ein trauriger Gang gemacht werden, Frau Stahl
wurde in Ohlsdorf beerdigt.Als Lisa dann zu Hause war,
musste sie erst mal wieder richtig laufen lernen, was wir im Haus
und Garten tüchtig übten.
Mit Frau Sonsalla war es in Bötersheim nicht so ganz einfach,
sie maulte, aber eine gute Aussprache schaffte wieder reine Luft.Am letzten Tag der Freizeit war dann auch Lisa dabei.Aus
Tostedt hatten wir eine Eistorte bestellt, die wird bei viel
Fröhlichkeit und Gesang verspeisten.Einen Tag später
wurde mit einer Gruppe (Rolof, Armin, Schille, Matten, Andrusch
und ich) tüchtig am Schuppen gewühlt.
In Drehstedt hatten
wir eine Familie, bei der wir zu dieser Zeit gute Erdbeeren
kauften.Mancher Korb Erdbeeren ist in den Jahren dort
abgeholt worden.
1973
Das
neue Jahr 1973 wurde mit furchtbarem Geknalle und Getöse
begrüßt.Auweh, was ich noch nie hatte, nur bei meinem
Schwiegervater erlebt hatte, war ein Hexenschuss.Einen
ganzen Tag konnte ich mich nicht rühren, früher hab ich
manchmal über so etwas gelacht, jetzt spürte ich es selbst.
Am
13.1.1973 rüsteten sich Rolof, Barbara, Hartmut, Kuddl, Lisa und
ich früh um 5 Uhr zur Fahrt nach Hedeper.Den ganzen Tag
haben wir mächtig gewühlt im Haus.Es ging um Licht,
Wasser, Tapeten und viel Kleinkram.
Bald
war wieder eine Fahrt nach Hedeper fällig.Im Haus war nur
ein Klo im Parterre vorhanden, so musste im ersten Stock noch
eins angelegt werden.Dazu wurde Wasser und Abfluss neu
verlegt.Soweit es ging, wurden auch in den Zimmern
Waschbecken installiert.Die Waschbecken hatte ich aus
Bötersheim.Gut, dass es in Hornburg ein Baugeschäft gab.Da konnte man das fehlende Material bekommen, obwohl wir
möglichst alles aus Hamburg mitbrachten.Am Abend mussten
wir wieder nach Hause, denn im Gemeindehaus wartete schon eine
neue Aufgabe.Am Sonntag war wieder das große Essen
angesagt.
Es
kam mal wieder eine Arbeitsbesprechung mit dem Kirchenvorstand
auf der Heideburg bei Hausbruch.
Am
Sonnabend war ich erst zum Arbeiten in Wiegersen und habe
nachmittags im Gemeindehaus den Saal für das Essen am Sonntag
klar gemacht.Es sollte für über 40 Personen vorbereitet
werden.
In
der Gemeinde musste mal viel Wind gemacht werden.Die
Jehovas Zeugen machten sich recht mausig.Es wurden
Aufklärungsschriften verteilt, und ich sprach in der
Altentagesstätte über diese Sekte.Am Sonntag bliesen wir
mal wieder vor der Kirche.Die Nachbarn von gegenüber
riefen: „Zugabe!“Es sollte ja eine Einladung zum
Gottesdienst sein, doch damit haperte es.
Die
Stammfahrt in diesem Frühjahr ging wieder nach Wiegersen.Wir
stellen Koten auf, halfen beim Bäumefällen und stellten an drei
schönen Waldwegen selbstgezimmerte Bänke auf, die von den
Dorfbewohnern gern angenommen wurden.Zwischendurch wurde
bei einem Waldbrand geholfen, der aber schnell erstickt wurde.Am Lagerfeuer hatten wir Rolof mit der Klampfe dabei, so sang es
sich noch mal so gut.Dann gab es einen Mordskrach mit dem
Förster.Wir wurden beschuldigt, einen Holzstoß
umgeworfen zu haben, was überhaupt nicht stimmte.Hier
waren wohl unsere „Freunde“ vom Dorf an der Arbeit, um
uns zu schaden.Abends mussten wir Dietmar und Torsten aus
dem Wald holen, die vor Angst schlotterten.
Später
kamen wieder ein paar Tage in Hedeper, wo Barbara und Rolof
wieder tüchtig gearbeitet haben.Etliche Zimmer wurden
tapeziert und gestrichen, in der Küche die Aufwäsche aus
Bötersheim und ein Handstein angeschlossen.Der spannende
Moment, das Wasser wurde angestellt, alles funktionierte!
Am
1. April 1973 feierten wir in der Gemeinde mein 25jähriges
Dienstjubiläum. Lisa hatte mit den Kindern alles heimlich
hergerichtet, und die ganze Gemeinde war nett dabei.Es
wurden alte Dias gezeigt, Kuddl sang: „So, wie es früher
war, so wird‘s nie wieder“.Ja, hier an diesem
Tage konnte ich schon sagen: „Durch Seine Gnade bin ich, was
ich bin“.
Einmal
im Monat erschien das Kirchenblatt „Blickpunkt“.1000
Exemplare mussten in die einzelnen Haushalte gebracht werden, was
viel Zeit kostete.
Eine
alte Dame aus der Gemeinde, Frau Witzleben war nach Harburg in
ein Altenheim umgesiedelt worden.Wir besuchten sie dort
und waren betroffen über die Unterbringung dort, mit 6 Personen
lagen sie in einem Zimmer und mussten im Bett bleiben, weil
keiner Zeit hatte.Ab und zu besuchten wir Frau Hauser, die
in der Horner Marsch in einem Behelfsheim sehr primitiv lebte.Von ihrer Nachbarin bekamen wir einen fast neuen Kohleofen für
Hedeper.
Vor
Ostern waren wir in der Kate.In der Küche wurden neue
PVC-Platten gelegt.Am Ostersamstag baute Lisa ein großes
Osterfeuer auf.Diesmal verlebten wir die Ostertage in
Wiegersen.
In
der Woche gab es für die Alten eine Kaffeefahrt nach
Sievershütten bei herrlichem Wetter.
Am
29.4.1973 waren wir mit einigen Mitarbeitern bei Dietmar in
Hedeper und feierten seinen Geburtstag.Weil der 1. Mai
dazwischen lag, blieben wir zum Arbeiten dort.Diesmal
konnten wir auch schon im Haus schlafen.Der Tagesraum
wurde fertig und mit einem Teppichboden ausgelegt.Auch
Hartmuts kleines Zimmer war jetzt zu benutzen.
Zum
ersten Mal kam der Plan auf, Wiegersen für die Stadtranderholung
zu nutzen.Bötersheim existierte für uns ja nicht mehr.Also ran!Das Waschhaus mit den Toiletten musste fertig
werden und an viele Kleinigkeiten war zu denken, denn es sollte
ja auch für so viele Mittag- und Abendessen geben.Stühle,
Sonnenschirme und Liegestühle, sowie Töpfe und Geschirr
wanderten nach Wiegersen.Das Jugendpfarramt wollte sich
von einer langen Eckbank trennen, eine Anfrage bei uns, wir waren
für das Geschenk sehr empfänglich.Pastor Dubbels wusste
von einem großen Schrank, der in Uhlenhorst nicht mehr gebraucht
wurde, auch den holten wir ab.Beides hat uns auf der Tenne
große Dienste getan.
Doch
nun zu der Stadtranderholung.Wir hatten einen
Busunternehmer aus Harburg, der holte die Gruppe morgens aus Horn
ab und abends wieder aus Wiegersen nach Horn.Wir hatten
ein tolles Sommerwetter.
Zwischendurch
mussten mal wieder einige Transporte erledigt werden.Die
2. Fahrt mit Fitschen ging nach Hedeper.Er hatte den Wagen
mit Sachen für eine Schokoladenfabrik vollgeladen, den Anhänger
mit Mobiliar für unser Haus in Hedeper.Bei Hildesheim
wurde erst mal bei der Fabrik abgeladen, und dann ging’s
weiter nach Hedeper.Erst um 21 Uhr waren wir wieder im
Haus.
Immer
noch lief die Stadtranderholung.An einem Tag war Pastor
Dubbels mitgefahren, er hielt uns die Andacht.Später
konnte er es nicht lassen, er musste die Sense schwingen und Gras
mähen.An 8.6.1973 war dann der letzte Tag mit den Alten.Bei schönem Wetter machten wir eine große Party draußen mit
Kaffee und Kuchen.Die alte Frau Klindwordt und zwei Frauen
aus dem Dorf feierten mit.Anschließend wurden die
Liegestühle wieder im VW-Bus verladen und kamen ins
Gemeindehaus.Immer, wenn der Bus so um 17 Uhr 30 kam,
waren wir beim Abendessen, und der Fahrer bekam seinen Teil auch
mit ab.
Dann
gab es wieder einen Arbeitseinsatz in Hedeper, wo gemalt und
tapeziert wurde.Im Bad musste ein neues Rohr eingesetzt
werden.Am Mittwochnachmittag war ich im Frauenkreis von
Dietmar und erzählte, was das Haus für unsere Gemeinde bedeute.Eine spontane Sammlung für das Haus brachte 100 DM, prima!
Am
14.6.1973 mussten wir unsere liebe, tüchtige Frau Füßinger beerdigen.
Immer
wieder kamen die Abrechnungen für den fahrenden Mittagstisch und
die Sammlung für das Müttergenesungswerk!
Am
29.6.1973 machten wir mit den Mitarbeitern einen Ausflug nach
Heiligenhafen und besichtigen das umgebaute und erweiterte Haus
Sturmmöve, das ja jetzt von der Kapernaumgemeinde verwaltet
wurde.Nachmittags waren wir am Strand und badeten.
Für
die Freizeit, die Bruder Mahnke in Wiegersen durchführen wollte,
machten wir das Haus klar.Und dann mussten wir für die
Italienfahrt rüsten, Wagen überholen lassen, Rüststunde mit
den Teilnehmern und am 6,7.1973 ging es dann um 19 Uhr los.
Zunächst
ging es bis Hedeper.Am nächsten Tag fuhren wir über den
Harz Richtung München, hinter Innsbruck über die Grenze nach
Italien.Dort wurden wir von einem Tiroler von hinten
angefahren.Er musste für die Delle blechen, sonst ging es
gut ab.In Bozen machten wir einen längeren Stadtbummel,
um später am Gardasee auf einem Campingplatz Rast zu machen.Am nächsten Tag ging die Fahrt über Verona nach Florenz.In
einem Restaurant aßen wir zu Mittag, und dann haben wir uns in
der Stadt umgesehen.Manch berühmtes Bauwerk sahen wir.Nachmittags ging’s dann weiter nach Rom. Es wurde spät und
später, wir fanden keinen Campingplatz.Erst um 3 Uhr 30
kamen wir direkt an der Straße an einem Feld zum Schlafen.Für mich war die Fahrt sehr anstrengend, denn keiner von den
Jungen konnte mich ablösen.
Am
anderen Tag, der sehr heiß war, kamen wir nachmittags durch
Neapel, ein furchtbarer Verkehr!Erst in Salerno fanden wir
einen Campingplatz, den wir mit Beschlag belegten und uns am
Abend im Mittelmeer noch abkühlten.Von hier aus war eine
neue Autobahn gebaut worden, bis Reggio 555 km lang, die wir nun
benutzen konnten, ohne Gebühr!In der langen Zeit von
morgens bis abends sind uns nur ganze 12 deutsche Wagen begegnet.Um 19 Uhr waren wir dann in Cantona bei Mama Lilly, die uns
freundlich aufnahm.Wir bekamen ein Abendessen und einen
Lagerplatz zugewiesen.Bald darauf erschienen italienische
Pfadfinderinnen und beäugen uns neugierig.
In
den nächsten Tagen hatten wir viel Besuch von italienischen
Pfadfindern.Wir wurden oft von ihnen umlagert, selbst die
Mütter kamen, um auf ihre Töchter zu achten.An einem Tag
wurden wir eingeladen, um in Cantona das Heim der Pfadfinder zu
besichtigen.Als Geschenk der Italiener bekamen wir eine
Tafel mit dem gekreuzigten Christus, die noch heute im
Pfadfinderkeller hängt.An einem Sonntag kehrten wir zum
Mittag in einem feudalen Restaurant ein und haben ganz toll
italienisch gegessen.
Dann
kam die Fahrt nach Sizilien mit dem VW-Bus zum Ätna.Nach
dem letzten Ausbruch waren viele Häuser und Straßen von der
Lava verbrannt.Noch jetzt war an manchen Stellen die Lava
warm.Viele Gärten und Plantagen waren vernichtet worden,
auch die Seilbahn nach oben war nicht mehr vorhanden.Die
Pfadfinder stiegen aber zu Fuß auf den Berg, ich blieb unten,
hatte vom letzten Mal noch genug.Dann gab es mal wieder
eine Unannehmlichkeit, die Jungen hatten mir das Türschloss der
mittleren Tür kaputt gemacht.Ich musste es ausbauen und
das abgebrochene Teil anschweißen lassen, das war gar nicht so
einfach.Mit einer Feuerrunde beschlossen wir den
Abschiedsabend, und dann ging es in Salerno auf den alten Platz,
gebadet wurde hier auch, doch ganz einwandfrei war das Wasser
nicht.Ich hatte Heinz Grützmacher gebeten, mal alle
Tunnel zu zählen, die wir durchfuhren, es waren mehr als 30.
Von
Salerno fuhren wir nach Pompeji und staunten über die
ausgegrabene Stadt mit ihren vielen Kunstdenkmälern.Hier
ließen wir uns von einem Camping-Hinweisschild leiten, mit Mühe
fanden wir den Platz, aber die Pforte war verschlossen.Zum
Glück war in nächster Nähe ein Lokal, in dem wir essen konnten
und auch im Wäldchen unsere Zelte aufbauen konnten.Dann
ging es auf Rom zu.Der Petersdom, das Coloseum und die
Katakomben wurden besichtigt.In einer Grabkammer war eine
Frau in Marmor dargestellt, die Cicilie, der man bei der
Christenverfolgung den Kopf abgeschlagen hatte.Die
Führung durch die Katakomben wurde von einem deutschen Mönch
durchgeführt.100 km vor Mailand bezogen wir einen
Campingplatz und hatten dort eine nette Begegnung mit einer
Familie aus Karlsruhe.Italien haben wir dann mit einer
Fahrt durch den St.Gotthardt-Tunnel verlassen.In der
Schweiz wurde noch zu Mittag gegessen, und dann fuhren wir nach
Deutschland.Den Rheinfall bei Schaffhausen mussten wir
noch erleben.In Ingolstadt erreichten wir spät abends das
Naturfreundeheim und übernachteten dort.Anderen Tags ging
es durch den Westerwald nach Olpe.Hier mussten wir unser
müdes Haupt erst mal auf einen Campingplatz niederlegen, haben
dort aber nachts erbärmlich gefroren.Einen Tag später
liefen wir Tostedt an und haben dort in einem Lokal gegessen.Um 18 Uhr 30 konnte ich die Pfadfinder vorm Gemeindehaus abladen.Die Fahrt war ohne Panne abgegangen und gesundheitlich waren alle
mobil.Dem Herrn sei Dank für alle Bewahrung!
Der
nächste Tag sah mich wieder im Alltagstrott.Immer wieder
mussten Alte nach Trittau ins Pflegeheim gebracht werden, weil
die Heime in Hamburg überfüllt waren.
Endlich
kam der 2.8.1973, der erste Urlaubstag, an dem wir mit den drei
Getreuen in Wiegersen arbeiteten, gerieten dabei tüchtig ins
Schwitzen.
Als
in Horn der Alltag wieder eingekehrt war, forderte uns die
Gemeinde ganz.Im Keller des Gemeindehauses wurde ein
Archiv für die Pfadfinder eingerichtet.Manches
Andenkenstück wurde hier zur Schau gestellt.Beim
Elternabend wurden den Eltern voller Stolz unsere Kellerräume
gezeigt.
Am
nächsten Tag machten wir mit den Alten einen Ausflug nach
Suhlendorf zum Mühlenmuseum.Hier hatte ein ehemaliger
Müller viele Mühlenmodelle zusammengetragen, es waren aus den
verschiedensten Ländern Modelle ausgestellt, die auch elektrisch
angetrieben wurden.Im Park stand eine große Bockmühle,
die man auch betreten konnte.
Und
dann gab es eine Chorfreizeit, zu der ich auch eingeladen war.Es ging auf die Hallig Hooge.Auf einem Bauernhof bekamen
wir ein Zimmer.Wir waren mehrere Tage dort, machten eine
Wattwanderung, gingen baden und feierten Frau Lühmanns
Geburtstag.Am Sonntag waren wir in der Halligkirche.Am Nachmittag ging es dann bei Regen auf das Schiff und dann nach
Hause.Wir waren dankbar für die schönen Tage.
Am
Alltag wieder in der Gemeindearbeit, da gab es Ärger.Bruder
Menzel zog nicht mit bei der Sammlung, die wie jedes Jahr im
Herbst durchgezogen werden musste; auch vor anderen Sachen
drückte er sich.Na, nur nicht aufregen, er sollte seine
Taten ja selbst verantworten.
Am
12.9.1973 feierten wir mit dem Rauhen Haus das 140ste Jubiläum.Dazu hatten wir einen neuen Brüderältesten, Bruder Schönrock.Wir hatten schon vorher Verbindung zu ihm, er nutzte öfter unser
Freizeitheim in Bötersheim.Immerhin erlebten wir jetzt
einmal fröhliche Stunden im Rauhen Haus und nicht immer tierisch
ernste Probleme der Brüderschaft.
Nun
kam der Ausflug nach Eutin und zum Uklei-Fährhaus, den wir ja
schon vorbereitet hatten.In der Eutiner Kirche hielten wir
die Abendandacht und dann ging es fröhlich heim.
Bei
den Mädchenpfadfinderinnen gab es eine neue Führerin.Wie
war ich froh, dass Silvia Christiansen (spätere Diakonin des
Rauhen Hauses) sich für die Mädchen einsetzte.
Vom
Diakonischen Werk wurde eine Studienfahrt nach Dänemark
unternommen.Wir erfuhren, wie man in Dänemark mit den
alten Menschen umging.In Apenrade besuchten wir ein Heim,
das nach neuesten Erkenntnissen erstellt worden war.Alle
Zimmer zu ebener Erde.Jeder kann die Möbel mitbringen,
die ihm wichtig sind.Wir kamen mit einem alten Herrn ins
Gespräch, er zeigte uns voller Stolz sein Zimmer mit seinen
eigenen Möbeln.Von der Leiterin des Heims wurde ein
Vortrag über die Altenarbeit in Dänemark gehalten.Ganz
wichtig ist es ihnen, die Menschen aus dem Bett zu bekommen und
nicht nur zu versorgen, sondern am Leben teilhaben zu lassen.
In
Wiegersen mussten wir einen kleinen Schuppen bauen, um darin Holz
und Kohlen zu lagern.In diesen Tagen hatte Bauer
Klindwordt seinen 50. Geburtstag, also mit einem Blumengruß zum
Gratulieren.
Es
wurde wieder Zeit, die Quartiere für die Herbstfahrt zu
besorgen.Auf der Rückfahrt aus der Görde besuchen wir
Bruder Junghans in Lüneburg.Es ging ihm nicht besonders
gut, aber er freute sich, dass wir da waren.
Zurück
zu meiner Arbeit: Bei der Abrechnung für das Essen fehlten 23
Portionen, wo waren sie geblieben?Nach langem Hin und Her
stellte sich heraus, die waren ausgeteilt aber nicht notiert
worden.So klärte sich die Sache, doch mir hatte das viele
Kopfschmerzen bereitet.
Bei
unseren Herbstfahrten hat es immer wieder Überraschungen
gegeben.Diesmal durften wir in Himbergen, bei der
Bauersfrau in der Plättstube, zum Essen sein.Abends
suchten wir den Bäcker auf, aßen Kuchen und tranken Brause.Am nächsten Tag übernahm Heinz Grützmacher die Führung, er
„verführte“ uns regelrecht, und erst auf Umwegen
erreichten wir Riebrau.Dies kleine Runddorf hatte keinen
Krämer, also ein Fahrrad geborgt und nach Zernien zum Einkaufen.Wegen des Regens durften wir unser Essen in der Küche kochen,
sonst geschah das immer draußen.Der Regen hörte nicht
auf.Bevor es dann ins Stroh zum Schlafen ging, gab es noch
Milch zu trinken.Am anderen Tag erlebten die Jungen und
Mädel, wie auf dem Hof ein Schwein geschlachtet wurde.So
etwas kannten unsere Städter ja nicht mehr.Im Wald hatten
wir nach der Morgenandacht Zeit für ein Geländespiel.Unsere
nächste Quartiersgeberin fand uns da, und sie hatte dann für
die Mädel eine Unterkunft im Haus.Wir aber waren froh, in
der Scheune ein trockenes Plätzchen zu haben.Zum
Frühstück bekamen wir jeder ein Ei, das haben wir unterwegs
noch nie erlebt.Am Abend waren wir in Domatzen bei Bauer
Luther, der uns seine Waschküche zum Kochen einräumte.Er
war jetzt ganz allein auf dem Hof, die Frau war verstorben und
die Kinder alle aus dem Haus.Wir kochten unser Labskaus
und gingen zeitig ins Stroh, nachdem wir einige Katzen vertrieben
hatten.
Nach
langer Wanderung trudelten wir am nächsten Tag in Polau bei
Bauer Schwake ein.Auch dies waren nette Leute.Wir
konnten in der Küche kochen, und die Pfadfinder durften im
Spielzimmer der Kinder spielen, denn es war wieder ein ziemlicher
Regentag.Abends sangen wir unseren Gastgebern
Fahrtenlieder.Am nächsten Tag waren wir schon um 6 Uhr
auf, Frühstück, Morgenandacht und um 7.45 Uhr fuhr der Bus nach
Ülzen, und mit der Bahn dann ging es weiter nach Hamburg.Um
die Mittagszeit konnten wir die Meute heil und gesund am
Gemeindehaus verabschieden.
Am
nächsten Sonnabend war ich mit Rolof in Hedeper.Er
tapezierte in der oberen Toilette, und ich setzte neue
Treppenstufen ein, die wir vom Tischler geholt hatten.So
hatten wir eine neue Treppe, und Dietmar bezahlte die Rechnung
beim Tischler.An diesem Tag waren wir erst um 22 Uhr bei
Muttern.Am Sonntag war wieder Altenessen.Lisa hatte
mit ihren Helfern schon alles vorbereitet.Hartmut Keiper,
der bei der Kriegsgräberfürsorge aktiv mitarbeitete, zeigte uns
einen Film über deren Arbeit.Am Reformationstag war um 20
Uhr Gottesdienst, vorher hatten wir 1.000 Blätter „Der
Blickpunkt“ ausgetragen.
Plötzlich
merkte ich, mit meinen Augen stimmte etwas nicht.Es
schwebte wie eine Wolke im Auge.Sofort zur Ärztin, Frau
Heinritzi.Die schickte mich sofort ins Barmbeker
Krankenhaus zu Prof. Pabst.Mit Wartezeit dauerte es 4
Stunden bis ich erst mal nach Haus konnte, aber wie?Hin
bin ich allein gefahren, doch jetzt durfte ich nicht mehr ans
Steuer.Armin kam mit Lisa, um mich mitsamt dem Bus
abzuholen.Eine Netzhautablösung wurde festgestellt.Am nächsten Tag schon um 7 Uhr brachten Lisa und Hans-Jürgen
mich ins Krankenhaus.Die Netzhaut wurde mit Laserstrahlen
angeschweißt.Um 13.30 lag ich mit verbundenem Auge im
Bett, ohne Essen!Noch am selben Tag kamen Lisa und einige
der Kinder zu Besuch.Auch Pastor Dubbels kam mit seiner
Frau und auch sonst etliche liebe Freunde.Mit dem
Professor, den Schwestern und dem Bettnachbarn gab es ein gutes
Verhältnis.Viele Gespräche ergaben sich im Laufe der
Zeit.Bei der nächsten Untersuchung zeigte sich, das
rechte Auge war jetzt in Ordnung, aber nun musste das linke ran.Die Netzhaut war wie eine alte Gardine, sie riss an allen Enden,
also musste auch das 2. Auge behandelt werden.Am 6.11.1973
durfte ich mit dem rechten Auge zum ersten Mal wieder sehen,
prima, die Wolke war weg.Besucher kamen oft, Lisa sogar
zweimal am Tag, einfach toll!In dieser Zeit waren mir die
Losungen der Brüdergemeine Kraft und Trost.
In
der Gemeinde lief die Dosensammlung, Lisa kümmerte sich darum,
und doch war sie trotz Sturm und Regen immer wieder bei mir.Am 11.11.1973 kamen auch Pastor Nordhoff und Bruder Stahl und
viele andere, ein schönes Gefühl, nicht allein zu sein.Frau
Dr. Koch machte die Untersuchung und wollte allerlei aus meinem
Beruf wissen.Am 14.11.1973 war dann die Entlassung.Lisa
hatte für das Personal eine Torte gebacken.Der Abschied
war gar nicht so leicht, man hatte sich so an alle gewöhnt.Zu Hause hieß es dann noch 10 Tage Stubenarrest.Wir
bekamen viel Besuch, Onkel Wilhelm, Tante Paula, Biedermanns und
viele andere.Nach Tagen ging es dann zur Augenärztin, es
musste eine Brille verpasst werden, sonst war alles ok.
Nun
ging die Arbeit wieder an, bei Detje musste eingekauft werden und
im Gemeindehaus wurde im Saal umgebaut.Wegen der zu kalten
Kirche wurde der Gottesdienst im Saal gehalten.Wegen der
Ölkrise gab es für den Sonntag ein Fahrverbot für Autos.
Trotz
Schneegestöber fuhren wir am 28.11.1973 nach Appelbek mit den
Alten zum Karpfenessen.Zum Kaffee waren wir in Heidenau im
„Tropicana“.
Am
Sonnabend holten wir die Pfadfinder in Buxtehude ab.Es
ging nach Wiegersen, um mit ihnen die traditionelle Adventsfahrt
zu begehen.Trotz des schlechten Wetters kamen wir gut
zurecht.Am Sonntag war Frost und wir konnten zur Kirche
nach Apensen fahren.Nach dem Mittagessen wurden die
Pfadfinder in Gruppen nach Buxtehude auf den Heimweg gebracht.
Trotz aller Widrigkeiten hatten wir dennoch eine gute
Adventsfahrt.
Doch
dieser 10. Dezember 1973 sollte es wohl in sich haben.Erst
fror im Waschhaus die Wasserleitung ein, dann wurde noch einiges
im Haus in Ordnung gebracht und dann ab nach Hause.Auf dem
Hof wollte ich den Bus unterstellen.Ich hatte gehofft,
dass unser Sohn bereits Schnee und Eis beseitigt hätte, doch nun
musste ich selbst ran.Bei dieser Arbeit wurde es mir
übel, ab nach oben und auf‘s Bett gelegt.Meine Leute
bekamen es mit der Angst und riefen den Notarzt.Es kam
eine Kinderärztin, die aber nur Bettruhe verordnete, am
kommenden Tag wollten wir weiter sehen.Am nächsten Tag
ging ich noch unter die Dusche und dann zum Internisten Dr.
Thomas nach Billstedt.Lisa war immer dabei.Bei der
Untersuchung durch EKG kam zunächst nichts heraus, aber nach der
Blutuntersuchung hieß es: Sofort flach hinlegen.Ein
Unfallwagen kam, und dann ging’s mit Blaulicht ins
Marienkrankenhaus.Erst mal wurde ich in der
Aufnahmestation in einem Bett hinter einem Vorhang abgestellt.Es war inzwischen 13 Uhr.Ich hatte Hunger.Die
Essenszeit war vorbei, aber die Schwester brachte mir ein Stück
Brot.Am Nachmittag kamen Ärzte und befragten mich nach
früheren Krankheiten usw.Die große Untersuchung sollte
später sein.Am Abend gab es etwas zu essen, und erst mal
schlief ich ruhig ein.Um Mitternacht wachte ich plötzlich
auf und empfand in der Brust einen glühenden Schmerz.Sollte
ich Alarm schlagen oder nicht?Aber die Schmerzen ließen
nicht nach, also klingelte ich. Gleich war ein Arzt da,
erkannte die Gefahr, gab ein Medikament, und am nächsten Morgen
stellte sich beim EKGeinwandfrei heraus: Herzinfarkt!
Ich
kam in das Zimmer 115 und die Behandlungen begannen.Von
jetzt ab begann meine besondere Krankengeschichte.Zuerst
war ich allein im Zimmer, die Schwestern betreuten mich gut, ich
durfte mich nicht rühren, wurde wie ein Rollmops hin und
hergerollt.Die ältere Schwester war ein bisschen zickig,
sie mochte mich wohl nicht.Ich hatte Schwierigkeiten beim
Wasserlassen, da wurde ein Katheder gelegt, auch mit dem
Stuhlgang klappte es nicht so recht.Durch den Herzinfarkt
war wohl im Körper so einiges aus dem Gleichgewicht geraten.Dann bekam ich einen Bettnachbarn, der am Anfang gut zu vertragen
war, sich jedoch später als Unruhegeist erster Sorte
herausstellte.Zuerst meinte die Schwester, ich wäre so
unerträglich, bis man erkannte, die Unruhe ging von meinem
Nachbarn aus, der wegen einer Diät hier war, sich aber gar nicht
daran hielt.Er fuhr dann mal nach Hause, um einen großen
Fernsehapparat zu holen.All meine Bitten halfen nichts, er
ließ den Fernseher so laut laufen, dass es mich sehr störte.Lisa versuchte den Schwestern klarzumachen, dass dieser Zustand
nicht so bleiben konnte, aber bis zu der Einsicht dauerte es
Tage.Außer Lisa besuchten mich die Kinder.Für
meine Arbeit wäre die Essensabrechnung fällig gewesen.Vom
Bett aus erklärte ich es Lisa und sie hat es
"geschnallt".
Ab
und zu kam Besuch, z. B. aus dem Rauhen Haus Bruder Schönrock,
auch mein Freund Erich Dietrich besuchte mich.Später
erschien auch Bruder Menzel, er wollte die Arbeit mit dem
fahrenden Mittagstisch übernehmen, immerhin ein Lichtblick für
die Gemeindearbeit.Ich war meinem Herrn dankbar, dass
seine Hilfe spürbar war, als es durch das tiefe Tal ging.Eines
Abends ertönten auf dem Flur Posaunen.Bruder Zimmer
spielte mit seinem Chor Weihnachtslieder, er kam auf einen
Augenblick zu mir hinein.
Lisa
kam Tag für Tag, und alles ohne Auto, allerhand!Mein
Bettnachbar kam endlich in ein anderes Zimmer, später hörte
ich, auch da war er ein Unruhestifter.Nun kam ein neuer
Bettnachbar, ein älterer Lehrer.Er war früher an der
Pachthofschule gewesen und erinnerte sich noch an Hans Günther
Beygang.Inzwischen ging es mir ganz gut, das EKG sah
zufriedenstellend aus.Heilgymnastik wurde gemacht, ein
Masseur kam jeden Morgen und knetete mich durch.Sonny
brachte mir viele Blumengrüße von den Alten.Auch meine
Schwester tauchte auf, ich freute mich sehr.Jetzt durfte
ich schon mal die Beine aus dem Bett baumeln lassen, und dann
konnte ich auch anfangen, einige Schritte zu machen.Am 4.
Advent hörte ich im Radio einen Gottesdienst aus Braunschweig.
Und
dann kam der 24. Dezember, und man war doch komisch berührt, am
Heiligen Abend im Krankenhaus zu liegen.Lisa kam mit einem
kleinen Tannenbaum im Topf und schmückte ihn.Sie hatte
mir auch einen kleinen Fernseher mitgebracht, damit ich die
Christmette gut verfolgen konnte.Ein Chor sang auf dem
Flur Weihnachtslieder.Es war uns beiden doch komisch ums
Herz, mal gut, dass bis jetzt alles so gut verlaufen war.Zu
Hause kurierte Andrusch seine Grippe aus, also erlebten wir beide
Weihnachten anders als sonst.Der erste Weihnachtstag war
mit vielen Besuchen ausgefüllt.Wie gut, dass unsere
Familie so groß ist, so kam doch Abwechslung in die Sache.Am 2. Weihnachtstag meinte der Arzt, im neuen Jahr könnte ich
das Krankenhaus wohl von außen ansehen.
An
Barbaras Geburtstag war ich müde und ohne Appetit.Die
ältere Schwester war wohl mit sich selbst nicht im reinen, sie
fegte hier rum und hätte mir fast das Radio vom Tisch gestoßen.Am nächsten Tag gab es eine Aufregung, Blut im Urin.Der
Krankenpfleger hatte einen neuen Katheder eingesetzt und jetzt
begann eine gefährliche Episode meines Krankseins.Plötzlich
hatte ich über 40° Fieber.Jetzt kamen Ärzte und
Schwestern, mit kalten Wickeln wurde versucht, das Fieber runter
zu bekommen.Ich hatte Schüttelfrost und war an eine
gefährliche Grenze meines Lebens gekommen.Es gab
schlechte Nächte, aber immer ausgerichtet auf den Herrn, der
unser Leben in seiner Hand hält.Lisa hatte zu dieser Zeit
Stunden über Stunden am Bett ausgeharrt und war nicht eher
gewichen, bis das Fieber runter ging.Bei meinen
Eintragungen ins Tagebuch bin ich trotz meiner Schwäche
geblieben, die gefährlichen Tage zeichneten sich durch die
schlechte Schrift aus.
1974
Das
neue Jahr begann mit Fieber und körperlichem Unwohlsein.Lisa
besuchte mich zweimal am Tag.Ich war furchtbar müde, kaum
ansprechbar, offenbar wollte der Körper sich gesund schlafen.Also stand der Schlaf zu Beginn des Jahres an erster Stelle.Das Abendessen war jeden Tag so reichhaltig, dass Lisa davon
mitfuttern konnte.
Lisa
brachte die Nachricht vom Tod der Frau Hauser, wieder war ein
treues Glied unserer Gemeinde dahin.In den nächsten Tagen
versuchte ich mit Lisas Hilfe aufzustehen, langsam mussten doch
die Beine wieder ihren Dienst aufnehmen.Es ging immer
besser.Familie Fitschen kam auch noch zu Besuch.Lisa
ließ es sich nicht nehmen, sie harrte oft den ganzen Tag bei mir
aus.In der Zwischenzeit musste ich zum Röntgen, mal die
Niere, mal die Blase.Eine Nacht hatte es in sich, 12mal
musste ich aus dem Bett.Mein Spruch: „Es geht alles
vorüber...“, wurde langsam wahr. Ich musste mich
mächtig anstrengen, um hoffentlich bald das Weite suchen zu
können.Also immer wieder an der Treppe üben, treppauf,
treppab.Da ich ein Telefon am Bett hatte, wurde das auch
viel benutzt, damit die Verbindung zur Außenwelt nicht abriss. Manche
Nacht war nicht gut, der Schlaf wollte nicht kommen.Manche
Gedanken gingen einem auch durch den Kopf, wie man später die
Gemeindearbeit noch positiver gestalten könnte.Einmal
musste mein Bettnachbar die Nachtschwester holen, die auf mein
Klingeln nicht gehört hatte, irgendwie war ich von einem
Unwohlsein befallen.
Eines
Tages kamen unsere beiden Pastoren, habe mich sehr gefreut.Mein Gesundheitszustand war ein Auf und Ab, was den Ärzten Sorge
bereitete.Ich lag ja im Marienkrankenhaus, das früher von
katholischen Ordensfrauen gegründet worden war.Mit einer
Nonne kam ich auch mal ins Gespräch.Ihre große Not war,
dass alles so groß geworden war, die Seelsorge kam dabei zu
kurz.
Dann
ging es mir mit einem Mal besser, der Körper hatte jetzt wohl
alle Kräfte zusammengenommen.Meine Müdigkeit war wie
weggeblasen, ich nahm mehr Anteil an meinen Besuchern.Sogar
Heinrich Frieß kam eines Tages.Immer wieder musste ich
froh feststellen, mein Lieb war immer da und passte auf, dass die
Schwestern nichts versiebten.Dann kam der Chefarzt und wir
hatten ein langes Gespräch, es ging um das weitere Verhalten
draußen.Am 23.1.1974 holten mich Lisa, Barbara, Rolof und
Andreas ab.Endlich war ich wieder zu Hause und ich war dem
Herrn dankbar für die Zeit der Bewahrung.
Es
ging ganz langsam mit der Eingewöhnung.Nach ein paar
Tagen musste ich zum Urologen, der die Blase prüfte.Am
29.1.1974, unserem Kennenlerntag wurde mir bei Dr. Thomas ein
Medikament zur Blutverdünnung verordnet: Markomar.Bei
diesem Arzt musste ich lange Zeit immer wieder aufkreuzen, bis
Christa mir dann Dr. von Leitner empfahl.Am 31.1.1974
feierten wir in der Gemeinde dann Pastor Dubbels Geburtstag, mein
Dabeisein löste Freude aus.
So
langsam bekam ich doch zu spüren, dass ich gebraucht wurde.Telefongespräche wegen des Fahrenden Mittagstisches waren schon
gang und gäbe.Natürlich reizte es mich auch, nach der
Kate zu sehen.Alles war im guten Zustand, und ein Plausch
mit Frau Klindwordt fiel auch noch ab.Zum Kaffeetrinken
waren wir dann in Heidenau und statteten dem kleinen Tierpark
einen Besuch ab.
Der
3. Februar 1974 war ja immer der Ansgartag in der Petrikirche.Einige Sippenführer tranken zuerst mit uns zu Hause Kaffee, und
dann half Lisa mit den Pfadfindern wie jedes Jahr in der
Petrikirche bei dem großen Gottesdienst.
Am
Montag gab es eine Überraschung, im Treppenhaus waren plötzlich
Posaunenklänge zu hören.Hans Niethammer brachte uns mit
dem Posaunenchor ein Ständchen.
Die
nächsten Tage banden mich schon so langsam wieder in die
Gemeindearbeit ein.Lisa leitete ja immer noch die
Altentagesstätte, so ging ich schon manchmal wieder mit ins
Gemeindehaus.
Endlich
kam der Tag, an dem Dr. Schütte mich von dem Katheter befreite.Bevor wir am Sonnabend mit Renate, Armin, Schille, Matten und
Andrusch zu einem Arbeitseinsatz nach Wiegersen zogen, haben wir
am 14.2.1974 Armins Geburtstag gefeiert.In der Kate wurde
alles schon für das Frühjahr hergerichtet.
Durch
das Mittagessen für die Alten wurde ich für die Abrechnung in
die Pflicht genommen, das kostete viel Zeit.
Die
Verbindung zu Frau Büchsel vom Diakonischen Werk musste gepflegt
werden.Sie war diejenige, die für unsere
Altentagesstätte so manches durchsetzen konnte.Auch für
die Liegestühle und für die Tischdecken hatte sie die Gelder
locker gemacht.
Inzwischen
war es Zeit, in Hedeper nach dem Rechten zu sehen.Die neue
Treppe bekam einen Belag, Rolof half dabei und Lisa und Barbara
gipsten alle Löcher zu.Am Sonntag wurde natürlich nicht
gearbeitet, erst waren wir bei Dietmar im Gottesdienst, dann
fuhren wir in den Harz und tranken in Braunlage Kaffee.Am
Montag wurde dann noch mal tüchtig gearbeitet, bis wir spät
abends wieder zu Hause waren.
Schon
der nächste Tag sah uns bei Vorbereitungen und Einkäufen für
die Freizeit in Wiegersen.Bei solch einer Freizeit für
die Pfadfinder musste schon ein tolles Programm her.Die
Sippenführer bekamen ihre Aufgaben, die sie mit ihrer Sippe im
Gelände lösen mussten.Bei einer Pause sprang ich mal
eben ab und fuhr nach Ahlerstedt zu unserem Tischler Corley, um
wegen der linken Dachhälfte, die auch gedeckt werden musste, zu
verhandeln.Abends tauchten Barbara und Rolof auf, er
begleitete mit der Klampfe dann einen zünftigen Singeabend.Am nächsten Tag entdeckten wir, dass einige Halbstarke aus dem
Dorf Mauersteine in den Graben geworfen hatten.Wir waren
mit der Gruppe schnell bei der Hand und die Sache war aus der
Welt geschafft.Nach dem Essen war dann der Schlussappell
mit der Aufnahme neuer Pfadfinder und das Einholen der
Pfadfinderflagge.Diese Flagge hat Lisa genäht, schwarzes
Tuch, rote Lilie und goldenes Kreuz, somit sind auch die
Bundesfarben darin enthalten.
Wenn
einer unserer Pfadfinder konfirmiert wurde, bekam er ein Buch mit
einer Widmung.
Am
Karfreitag, nach dem Gottesdienst fuhren wir nach Buchholz zu
Erich Dietrich.Noch war er Besitzer eines Eigenheims in
der Bendesdorfer Straße.Das machte ihm einige Sorgen.Später zogen sie dann in eine Vierzimmerwohnung in der
Friedhofstraße, auch in Buchholz.
Am
Abend musste ich im Gemeindehaus die Zelte wegräumen, die zum
Trocknen aufgehängt waren.Mit den Sippenführern hatte
ich ein Gespräch über den Fortgang der Arbeit.
In
der Hornerlandstraße wurden mehrere Etagenhäuser abgerissen.Ich fragte den Bauführer, ob wir uns das gute Fußbodenholz
herausreißen dürften.Nach der Erlaubnis ging ich mit
Andrusch und Schille zu Werk, es war eine mühsame Arbeit.Etliche
Bretter wurden in der Kate gebraucht und ein großer Stapel kam
später nach Hedeper.
Ende
April waren wir ein paar Tage in Wiegersen, bauten den Fußboden
ein und Lisa pinselte unsere Betten blau an.
Am
Sonntag mit Altenessen gestaltete diesmal Anna Groth mit ihrem
Kinderchor den Nachmittag.Die Altentagesstätte mit ihren
Besuchern forderten einen auch.
Bei
einer Dosensammlung für das Müttergenesungswerk, wurde einem
Jungen die Dose samt Inhalt aus der Hand gerissen.Ich
meldete diese Sache beim Schulleiter in der Schule Weddestraße,
aber es kam nicht viel dabei heraus.Der Ärger war groß.Bei der Hilfsgemeinschaft, die für diese Sammlung zuständig
war, musste der Verlust auch gemeldet werden.
In
der Gemeinde war mal wieder eine Wohnung zu räumen.Frau
Günther vom Horner Brückenweg war gestorben.Sie war eine
liebe Frau, die auch fest im Glauben stand.Einige Sachen
aus ihrem Hausstand konnten wir innerhalb der Gemeinde
weitergeben.Die restlichen Kohlen wanderten nach
Wiegersen.
Zum
Himmelfahrtstag hatte die Gemeinde zur Goldenen Konfirmation
eingeladen.Da gab es schon bei den Vorbereitungen viel zu
tun.Um das Essen sowie Kaffee und Kuchen kümmerte sich
Lisa mit ihrem Helferkreis.Für das Programm und alles,
was sonst geboten werden sollte, waren diesmal die Pastoren
zuständig.Am Sonnabend waren wir erst um 20 Uhr fertig
und am Sonntag dauerte es auch bis 18 Uhr.
Die
Pfadfinder waren mit ihren Sippenführern diesmal allein auf
Fahrt gegangen.Da rief mich der Pastor Bohlmann aus Raven
an, die Jungen hätten sich saumäßig benommen.So etwas
war mir in meiner ganzen Laufbahn noch nicht vorgekommen, die
Toiletten im Sportheim wären verschmutzt, im Wald waren Bäume
abgeholzt worden und Pünktlichkeit war auch nicht ihre Sache.Damit sie den Bus für die Heimfahrt überhaupt erreichten, hatte
der Pastor sie noch mit dem Wagen zur Haltestelle fahren müssen.Also auf die Sippenführer war kein Verlass.Für mich war
das recht beschämend, wir hatten dort zu dem Pastor immer ein so
gutes Verhältnis.Ich musste dann versuchen, die Sache
persönlich auszubügeln.Als ich den Sippenführern
Vorwürfe machte, wurde alles sehr herunter gespielt, war ja auch
nicht anders zu erwarten gewesen.Damit solche Pannen in
Zukunft möglichst vermieden würden, wurde ein Schulungskursus
für die Sippenführer eingerichtet.Wieder eine
Mehrbelastung, aber was hilft es, die Jungen brauchten es, denn
aus den Fingern konnte man sich nicht saugen, was für die
Weiterführung der Jugendarbeit wichtig war.
Durch
Herrn Wiebe von der Firma Detje hatten wir die Möglichkeit mit
den Alten eine Brotfabrik zu besichtigen.Mit 34 Personen
ging es zur Harry Brotfabrik.Hier wurde fast alles
maschinell gemacht.Es war schon interessant, die
Riesenbacköfen mit dem Laufband zu sehen, wo das Brot gleich
geschnitten und verpackt wurde.Ein Betriebsleiter ging mit
uns durch den ganzen Betrieb und erklärte alles.Als wir
dann wieder zu Haus waren, ging es gleich weiter nach Hedeper.
In
der Metro hatte ich eine Kreissäge gekauft, die wir mit Rolofs
Hilfe zusammensetzten.Nun konnten wir das Holz richtig
schneiden, und in Hedeper wurde damit das obere Zimmer ausgebaut.Ebenso ging es auch für Wiegersen.Dort hatte Lisa beim
Rasenmähen tüchtig geschwitzt.Im Sommer war der Rasen
alle 14 Tage dran, er machte sich bei der Pflege prächtig.Nachdem das Vergraben unseres Abfalls dort nicht mehr möglich
war, mussten wir die Müllsäcke immer mit nach Hause nehmen und
dort in der Mülltonne versenken.Vor unserer Zeit hatte
man den Müll einfach hinter das Haus geschüttet.Wir
haben auf diese Dreckfläche unseren Schuppen gebaut, so war
davon erst mal nichts mehr zu finden.
Für
Hedeper musste ein Problem gelöst werden. Wir hatten nur einen
Schlüssel für das Haus und das war ein ganz besonders großer,
wie ein Kirchenschlüssel.Es war gar nicht so einfach,
Schlosser und Eisenwarenhändler konnten nicht helfen, aber es
gab eine Lösung: Der Bart wurde an einen größeren Schaft
geschweißt und es klappte.
Bei
der nächsten Kirchenvorstandssitzung kam das Anliegen von Frau
Debet-Fricke zur Sprache, sie wollte wieder einen Tanzkursus
starten, aber der Kirchenvorstand wollte sie auf einen
Bibelkursus schicken, was würde wohl daraus?Auch die
Schwierigkeiten mit dem Kindergarten kamen zur Sprache.Einmal
ging es um die Leitung und dann um das Geld, was sollte werden?
Dann
waren Stahl und ich beim Bischof, aber Wölber hatte auch kein
Rezept.Was sollte es auch, wir mussten uns selbst helfen. Quark gab es auch mit der Reinemachefrau wegen des Saubermachens
im Kindergarten.Sie sei nur für das Gemeindehaus da und
nicht für den Kindergarten.Beruhige mal solche Frauen,
nicht ganz einfach.
Auf
einer Mitarbeiterversammlung der Diakone sprach Bischof Wölber.Wir machten ihm Vorhaltungen, warum der Diakon nicht als
beratendes Mitglied im Kirchenvorstand sein dürfe?Seine
Antwort: „Darum müsst ihr selber kämpfen.“Da
kann man sehen, wie in der Kirche das Diakonenamt eingeschätzt
wurde.Bei uns in der Martinskirche wurde ich in den KV
gewählt, habe auch lange genug darum gekämpft.Man muss
sich mal vorstellen, es war jetzt schon das Jahr 1974, kurz vor
meiner Pensionierung, wenn ich auch später noch nicht das Weite
suchte.
Da
wir im Augenblick ein paar Tage Urlaub hatten, gingen die mit
viel Arbeit in Hedeper drauf. Lisa strich mit Viktoria die
Badezimmer und ich verlegte Steckdosen. Allerlei Kleinkram
wartete auf uns: Ofen im Tagesraum angeschlossen, neue
Schornsteinrohreinführung, war die Wand aber dick, bis ich den
Schornsteinschacht erwischt hatte.
Dann
waren wir wieder in Wiegersen, um auch bei Klindworth unsere
Pacht zu zahlen.Es waren mal eben über 200 DM.
Am
Sonntag, nach dem Gottesdienst, hatten wir ein Gespräch mit dem
Pastor.Er möchte doch mal auf einen Nachmittag, wenn die
Stadtranderholung läuft, bei uns zu einer Kaffeetafel kommen und
aus dem Gemeindeleben plaudern.Wir wollten auch die Alten
vom Dorf einladen, bekamen eine Zusage, und wir konnten planen.
Ja,
planen mussten wir auch im Hinblick auf meine Pensionierung im
September, und jetzt hieß es, alle Papiere für die Rente
zusammenzuholen.Glücklicherweise hatte ich von meinen
früheren Tätigkeiten mein Arbeitsbuch mit den Eintragungen von
Meister Lampe, denn in meinem Beruf hatte ich mal 14 Jahre
gearbeitet, bis ich zur Ausbildung ins Rauhe Haus ging.Auch
hier mussten Papiere als Beweis her, und auch die Landeskirche
musste bezeugen, dass es so war mit der Ausbildung und den
Kriegsjahren, die dabei doppelt angerechnet wurden.Immerhin
war es mit allerlei Schreiberei verbunden, bis man in Berlin bei
der BfA zufrieden war und die Rente berechnet werden konnte.Bis zur Auszahlung lief wohl noch viel Wasser die Elbe herunter.
Worüber
wir in der Gemeinde stolz waren, unser Posaunenchor hatte, trotz
mancher Schwierigkeiten, gut durchgehalten und hat an manchen
Sonntag im Gottesdienst geblasen.
Es
gab immer viel Kleinkram in der Gemeinde zu bewältigen, denn die
Arbeit durfte nicht einschlafen.
Dann
kam die Zeit der Stadtranderholung.An einem Donnerstag
veranstalteten wir die große Kaffeetafel, an der der Pastor von
Apensen auch dabei war.Es gab eine fröhliche Runde.Dabei war auch die Mutter von Klindworth, die auch langsam
gebrechlich wurde.Fräulein Groth machte mit den Alten
einen Tag des Gesanges, am nächsten hielt Pastor Dubbels erst
eine Andacht in der Kirche, später kamen beide nach Wiegersen,
wir tranken gemeinsam Kaffee, und abends musste es wohl
Kartoffelsalat mit Würstchen gegeben haben, denn der
Kartoffelverbrauch war stark angestiegen.Dann gab es so
ziemlich am Schluss der Freizeit Quark zwischen Lisa und Sonny
wegen des Abwasches, ich war wahrscheinlich selbst nicht ohne
Schuld.Die Alten konnten mal wieder nicht schnell genug in
den Bus kommen, es war viel Platz, aber immer wieder diese blöde
Drängelei.Am letzen Tag durften die Alten sich Milch mit
nach Hause nehmen.Eine hatte bei mir im Bus ihre Kanne so
dämlich hingestellt, dass das Gefäß umfiel und die ganze Milch
in den Wagen lief.Hatte viel Arbeit, den Boden wieder
sauber zu machen.Alle Bänke und Matten mussten raus, denn
sonst würde der Wagen noch lange nach saurer Milch stinken.
Am
Sonnabend gab es ein Kinderfest am Gemeindehaus mit vielen
Ständen und Luftballonsteigen.An den Ballons waren
Adressen dran, wo die mal landen, sollten die Finder sich melden.Dies Ballonsteigen musste bei der Behörde gemeldet werden, und
uns wurde eine Zeit gesagt, wann die Ballons steigen dürften.Die Ballons wurden aus Horn mit großem Jubel auf die Reise
gebracht.Eines muss hier auch festgestellt werden, die
Pfadfinder und Mädel haben zum Gelingen des Festes tüchtig
beigetragen.Wir hatten bei dieser Veranstaltung viel Volk
dabei.
Der
Präsident des Diakonischen Werks kam nach Hamburg und sprach zu
den Diakonen, sein Vortrag: „Die Diakonie im politischen
Raum“.
Die
alten Pfadfinder wollten auch als Erwachsene gern beieinander
bleiben und gründeten darum den „Freundeskreis“.Ihr Programm gestalteten sie selber, sie waren ja auch alt genug.
An
einem Abend tagte dann auch der Arbeitskreis, der über die
weitere Arbeit in Hedeper beriet.
Im Gemeindehaus mussten Günter Scheuermann und ich die
Vervielfältigungsmaschine reparieren, über zwei Stunden waren
wir dabei.Auch der Erfolg unserer Dosensammlung soll nicht
verschwiegen werden.Wir hatten 13.000 DM für das
Hilfswerk gesammelt, es hatte sich gelohnt.
Am
17.9.1974 machte ich die letzte Andacht im Mitarbeiterkreis mit,
weil meine Pensionierung bevorstand, danach lief alles nur noch
auf freiwilliger Basis.
Ende
September hatten wir einen großen Gottesdienst mit dem
Posaunenchor und anschließendem Essen mit 70 Personen im
Gemeindehaus.Der Gottesdienst war wohl auch deshalb so gut
besucht: Es gab meine Verabschiedung und die Einführung von
Reiner Willms, mit dem wir uns gleich gut verstanden.
Aktiver Ruhestand
Dann
kam der 1. Oktober 1974, und als neuer Pensionär musste ich erst
mal tüchtig ausschlafen.Von nun an durfte ich mir meine
Zeit selbst einteilen, und ich war in der Gemeinde keinem mehr
Rechenschaft schuldig.Jetzt war ich freiwilliger Diakon
und die Gemeinde durfte wissen, dass sie von mir nicht
vernachlässigt wurde.
Zuerst
zahlte Nordelbien, bis der richtige Rentensatz heraus war, und
als dann der Betrag der Rente fest stand, durfte man nach dem
Gesetz nur die Pension haben und die Rente von der BfA Berlin
ging, ca. 45.000 DM, an die Kirche, die dann den neuen Rentensatz
berechnete.Ich war darüber nicht böse, denn vorher hatte
die Kirche ja meine ganze Pension ausbezahlt.Hiermit war
dieser Fall für mich abgeschlossen, und wir brauchen nicht mehr
über Geld zu schreiben.
Erst
mal war Hedeper dran, in mehreren Tagen wurde die Fassade
ausgebessert und gestrichen.Das Haus strahlte in neuem
Glanz, auch das Fachwerk wurde mit Altöl auf Glanz gebracht.Natürlich waren wir in der Freizeit in Bad Harzburg, gondelten
mit der Seilbahn zum Uhlandstein und aßen im Lokal „Zur
alten Hexe“ zu Mittag, Lisa Forelle und ich Thunfisch.Nach Tagen war die Fassade fertig und die schönste Ansicht im
Dorf.Das steckte die Dorfbewohner an, und bald wurden auch
andere Häuser verschönert.Der Schornsteinfeger
verlangte, dass am Boden des Schornsteins eine Klappe eingebaut
werden sollte, so musste auch das noch getan werden.
Am
9. Oktober 1974 war Brüdertag im Rauhen Haus, unsere Studenten
verhielten sich uns gegenüber sehr reserviert.Sie saßen
draußen auf der Mauer und waren sehr erstaunt, als ich sie auf
den Brüdertag hin ansprach, sie wussten gar nichts davon!
Jetzt,
da ich frei war wie ein Vogel, fuhren wir oft nach Wiegersen, wo
wir die Kreissäge stundenlang in Bewegung setzten.Meistens
heizten wir ja mit Holz und der kleine Schuppen musste immer
genug Vorrat haben.Lisa war als Malerin tätig und strich
die Fenster.
Trotz
meiner Pensionierung war ich oft im Gemeindehaus und versuchte,
die Sippenführer in ihrer Arbeit zu unterstützen.Ab und
zu musste auch die „Fährte“ herausgebrachtwerden.
Jetzt
im Herbst waren auch wieder Arbeiten in Hedeper fällig.Die
Dachrinne musste vom herabgefallenen Laub gereinigt werden.Das war immer eine akrobatische Leistung.Im Haus wurde das
Wasser abgestellt und alle Leitungen entleert, denn im Winter
wurde das Haus nicht gebraucht.Einmal hatten wir die
Wasseruhr nicht gesichert, prompt war sie entzwei, also wurde sie
jetzt immer abmontiert und in Sicherheit gebracht.
Vor
der Weihnachtsfeier der Alten im Gemeindehaus, mussten die
Blätter „Blickpunkt“ gefaltet werden. Für mich gab es
500 Stück, die ich in der näheren Umgebung von Haus zu Haus
verteilen musste.
1975
Und
dann war das Jahr 1975 da, was verbarg es in der Zukunft?Weiter ging es, auf ein Neues, solange die Puste noch da war, die
einem von Gott verliehen wurde.Die Losung für 1975 war
eine gute: „Christus gestern und heute und derselbe auch in
Ewigkeit.“
Am
26.2.1975 kam der Seniorenkreis der Brüderschaft des Rauhen
Hauses in der Mensa des Brüderhauses zusammen.Jetzt wurde
der Gedanke zur Tat, man wählte einen Vorstand für die Zukunft
dieses Seniorenkreises.Die Brüder Weiß, Müller und
Wietholz sollten für diesen Kreis verantwortlich sein.
Dann
war wieder Arbeit im Gemeindehaus fällig: 1.500 Blatt für die
Fährte wurden vervielfältigt, nachdem vorher auch noch einige
Artikel geschrieben worden waren.Bis alles zum Verschicken
fertig war ,ging ein ganzer Tag drauf.Ein zweiter Tag war
nötig, um mit Hilfe der Alten 600 Blätter „ Der
Blickpunkt“ zu falten und auszutragen.Sage keiner,
der Pensionär tut nichts!Am Sonntag hatte der
Posaunenchor Dienst: In der Wichernkirche wurde bei zwei
Konfirmationen geblasen.Dann ging es mit den Alten nach
Segeberg.
In
Horn waren wir dabei, unser 25jährähriges Pfadfinderjubiläum
zu feiern. Auf dem Parkplatz wurden Kothen aufgebaut, ein
Fahnenmast vom Kindergarten geholt und bei uns eingegraben. Am 1.
Mai morgens vor dem Gottesdienst: Appell und Hissen der
Pfadfinderflagge.
Wir
hatten einen guten Besuch, denn die alten Pfader waren zum Teil
mit ihren Familien gekommen.Es gab ein tolles Programm.Lisa und ich hatten uns so verkleidet, dass man uns nicht
erkannte, als wir als Drehorgelspieler den Saal betraten.Einige
Alte meinten, da kämen Landstreicher.Auf der Bühne
führten Pfadfinderinnen und Pfader ein Stück auf das gut ankam:
„Das Gespenst von Schreckenstein“.Die alten
Pfader mussten dann auch noch auf die Bühne und mit
Klampfenbegleitung wurden alte Fahrtenlieder gesungen.Manche
Bilder und Berichte aus der langjährigen Arbeit wurden gezeigt,
und Pastor Suhr hielt die Schlussandacht.Am nächsten Tag
ging dann im grüngeschmückten Saal der Tanz in den Mai
vonstatten.
Hans
Niethammer, unser Posaunendirigent, hatte Geburtstag, also hin
zum Sengelmannheim, wo er Heimleiter war, und ihm ein Ständchen
gebracht.Später haben wir dort im Heim auch oft zu
Weihnachten geblasen. Dann haben die Leutchen uns Geld aus dem
Fenster zugeworfen, das wir dann für Gemeindearbeit gebrauchten.Es war schon lustig, wie Straßenmusikanten kamen wir uns vor.
1977
Was
selten vorkam, wir waren mit den Senioren des Rauhen Hauses bei
schönem Wetter im Februar mal wieder auf der Heideburg.
Am
29.3.1977 feierten wir Dubbels 40jähriges Amtsjubiläum im
Gemeindehaus mit über 200 Leutchen.Draußen lag viel
Schnee.
An
einem Nachmittag bekamen wir im Gemeindehaus von einer Diakonin,
Frau Risch, Besuch.Der zeigten wir unsere Pfadfinderräume
und tranken in der Altentagesstätte Kaffee.Über unsere
Pfadfinderräume war sie sehr erstaunt, denn so etwas hatte sie
noch nie gesehen.
Der
Konvikt tagte erst mit Verspätung im Rauhen Haus.Nach dem
gemeinsamen Essen im Rauhen Haus fuhren wir zu Bruder Niemer nach
Holm-Seppensen und machten ein Suchspiel in der Gegend seines
Grundstücks.Später folgten Kaffeetafel und Klönen und
zum Abschluss wurde noch gegrillt.Es war ein schöner
runder Tag.
Dann
erreichte uns eine Hiobsbotschaft: Bruder Weiß war ganz
plötzlich verstorben.Er war ja einer der Verantwortlichen
für den Fortbestand des Seniorentreffs.Bei einem Besuch
im Trauerhaus hörten wir, wie alles gekommen war.Einen
Tag vor seinem Tode war er noch ganz fröhlich vom Arzt
zurückgekommen, es wäre alles in Ordnung, was wohl nicht
stimmte, denn in der Nacht bekam er einen Herzanfall und
überstand den nicht mehr.
Am
22.7.1977 fand dann für Walter Weiß in der Hammer Kirche die
Trauerfeier bei großer Beteiligung statt.
Ein
Vorschlag wurde aufgenommen, und die Verbandstagung der Diakone
fand in Rickling statt. Natürlich, es ging um die brüderliche
Gemeinschaft, die wir auch fanden.Der Vorsteher, Pastor
Schmidt, sagte uns zu.Natürlich gab es Gedankenaustausch,
Gottesdienst in der Kirche und abends das Grillen der Würste im
Park.
Froh
war ich, dass die Pfadfinderarbeit prächtig weiter ging.Für
die Jungen war Bernd Schmidt verantwortlich und für die Mädel
machte es Martina Kothe.Beide hatten wir schon von klein
auf an aufgepäppelt.Wer ahnte, dass beide später ins
Rauhe Haus gehen und Diakone werden wollten.Ja, Gottes
Wege sind unerforschlich!
Machten
auch mal Dienst im Rauhen Haus und bliesen für die Alten.Zum
Dank bekamen die Bläser von Frau Niemer eine Tafel Schokolade.
Bei
den Besuchen im Krankenhaus trafen wir Sylvia Christiansen.Sie war in der Zwischenzeit Diakonin geworden, wurde aber von
einer eigenartigen Muskelschwäche geplagt und wurde mit allerlei
Medikamenten behandelt.Sie blieb länger im Krankenhaus
und konnte später nur halbtags arbeiten.Hier muss ich
lobend hervorheben, dass Bruder Schulze vom Rauhen Haus sich sehr
um sie bemüht hat!
Von
Hedeper machten wir uns auf, um in Bethel eine
Diakonenversammlung mitzumachen.Vorträge und brüderliche
Gemeinschaft stärkten den Zusammenhalt.Natürlich
besichtigten wir auch Bethel.Es hatte sich vieles getan.
Der
Seniorentreff war mal wieder zur Karpfenfahrt nach Appelbek und
zum Kaffeetrinken in der Kate unterwegs.August Füßinger war begeistert und
kletterte zum Boden rauf, um die Schlafräume zu besichtigen.Unsere Andacht hatten wir in der Sittenser Kirche, die Pastor
Hinz nett gestaltete.
Am
Dienstag hatte sich Bruder Lindemann mit Familie angemeldet, der
gerade in Hamburg bei seinen Eltern war.Er kam zum
Abendbrot und wir hatten viel zu erzählen.
Im
Kirchenvorstand ging es heiß her, man wollte die
Pfadfinderräume verringern.Suhr hatte den Plan, die
Hälfte für offene Arbeit zu bekommen.Später kam es mit
dieser Arbeit zu einer großen Pleite.Es gab viel Ärger,
Sachen gingen kaputt, von der Gemeinde wollten die Jugendlichen
nichts wissen.Draußen wurde Putz gemacht.Schaukasten,
Lampen und das Gitter mussten bei der Randale dran glauben, bis
die Polizei kam und Ordnung schaffte.
Wir
freuten uns, als wir hören, dass Sylvia Christiansen aus dem
Krankenhaus entlassen wurde.Hoffentlich würde sie bald
ihre Arbeit als Diakonin wieder aufnehmen können.
Zum
Advent hatten wir Bläserdienst im Rauhen Haus, beim Gottesdienst
und in der Altenwohnsiedlung bei Niethammer.
1978
In
der Pfadfinderarbeit kam es auch zum Wechsel.Bernd Schmidt
übernahm den Stamm.Er war früher mal als kleiner Bub zu
den Wölflingen gekommen und hatte sich prächtig entwickelt.
Später war er zur Ausbildung als Diakon ins Rauhe Haus gegangen
und hatte später in einer Gemeinde auf St. Pauli seine
Arbeitsstelle.
Der
Kirchenvorstand hatte offenbar nichts anderes zu tun, als über
die Pfadfinderräume zu diskutieren.Es ging um den
Thingraum, den wir neu ausgestalten wollten und den langen
Korridor, der eine feste Tapete bekommen sollte.Die
Tapeten wurden bewilligt und die Pfadfinder konnten tapezieren.Über ein Jahrzehnt hatten unsere Tapeten gehalten und die
Gemeinde hatte viel Geld fürs Renovieren gespart.Wir
gestalteten auch einen Raum vor den Toiletten, bauten eine
Falttür ein und hatten so noch einen Sippenraum für die
Älteren.
An
einem Sonntag waren wir mal im Michel und erlebte eine große
Gemeinde.Professor Thielicke gepredigte, er hatte immer
einen großen Zulauf.
Das
Seniorentreffen war im Rauhen Haus fällig und dafür holte ich
mit dem VW-Bus den Hans Böttcher mit seinen Vorführutensilien
aus Bergedorf ab.Er führte im Rauhen Haus vor den Alten
seine Pantomimen vor und hantierte mit einer Puppe, was er sehr
gut konnte.Pastor Heidenreich war so freundlich und machte
die Abendandacht, bevor wir auseinander gingen.
Wir
feierten am 31.3.1978 mein 40jähriges Eintrittsjubiläum ins
Rauhe Haus.Es kam viel Besuch.Auch Pastor Dubbels
war gekommen, und Hans Niethammer nahm die Feier bei uns im Haus
auf Tonband auf.Es war ein schöner Tag.So ein Tag,
so schön wie heute, dürfte nie vergehen.
Am
20.4.1978 waren wir morgens mit einer Gruppe aus dem Rauhen Haus
zur Gedenkstunde am Wicherngrab, der an diesen Tag seinen
Geburtstag hatte.
Schon
Tage später, am 26.4.1978, trafen wir uns mit den Senioren des
Rauhen Hauses am Dammtor und fuhren mit ca. 50 Leuten Richtung
Harz.Im Freizeitheim waren wir um 12 Uhr zum Essen, das
Bruder Wollner und seine Frau organisierten.Beim
Kaffeetrinken, nach dem Sparziergang, erzählte uns Bruder
Wollner von seiner Arbeit.Das Haus wurde viel für
Familienfreizeiten genutzt.Von dort ging es nach Hedeper.Dietmar hatte schon im Gemeindehaus die Tafel decken lassen und
wir konnten uns über seine berühmte Schlachtplatte hermachen.Nach der Besichtigung unseres Hauses gab es in der Kirche die
Abendandacht.
Am
1. Mai 1878 war ein kleiner Brüdertag und dabei sollte ich über
den aktiven Ruhestand sprechen.Einen Tag später waren wir
zur Trauerfeier von Ernst Alm in der Barsbüttler Kirche.Mit
mehreren Brüdern trugen wir den Sarg nach draußen.So
können Freude und Trauer sich abwechseln.Am 4.5.1978
wurde dann der Grundstein für das „Alte Rauhe Haus“
gelegt und anschließend der Gottesdienst abgehalten.Nach
dem Mittagessen klang der Brüdertag aus.
Die
Senioren des Rauhen Hauses fuhren nach Bremen, konnten aber
leider nicht in den Dom, weil die EG tagte.Wir gingen
durch die Gassen Bremens. Berühmt ist die wieder aufgebaute
Böttger-Gasse.Von dort fuhren wir zu Bruder Carl nach
Altenesch, aßen dort im Lokal, waren zur Andacht in der alten
Kirche.Wir hatten insgesamt einen schönen Tag, nur Bruder
Keller ging uns in Bremen verloren.Wir machten uns schon
Gedanken, aber er war dann alleine nach Hamburg mit dem Zug
zurückgefahren.
Wir
sollten in der Gemeinde einen neuen Diakon bekommen, der sich
dann auch am 13.7.1978 vorstellte.Er kam aus Ricklingen.
Im
Gemeindehaus gab es auch allerlei zu tun.Die Zelte mussten
durchgesehen und alles Lagermaterial zusammengestellt werden,
alles, was mit in den Spessart sollte.Eben war Renates
Geburtstag gefeiert worden und schon starteten wir mit mehreren
Wagen, Bussen und Randolfs Pkw Richtung Spessart.Erste
Übernachtung erfolgte in Hedeper.Wir schliefen da sehr
eng, aber gut.Es sollte morgens früh weiter gehen, also
ging es zeitig ins Bett.Um 6 Uhr standen wir auf, holten
Brötchen, dann machte die Meute das Haus sauber und ab ging die
Post.
Randolf
und wir hatten ein Funkgerät an Bord, und so konnten wir uns
unterwegs verständigen.Wir fuhren dann in Kirchheim zum
Tanken und dann weiter auf der Autobahn in Richtung Würzburg.In Ruppertshütten suchten wir den Förster Ringel auf, der uns
zum abgemachten Zeltplatz mit Hütte begleitete.Unsere
Pfadfinder waren begeistert und richteten sich dort ein.Die
Hütte nahm den Proviant auf.Wir fuhren dann runter ins
Dorf zu unserem Quartier und fielen müde ins Bett.Dem
Herrn sei Dank, dass wir ohne Panne und Unfall über die Strecke
gekommen waren.
Einen
Tag später hatten wir herrliches Wetter.Es war gut zum
Bummeln.Pflückten im Wald Himbeeren und aßen zu Mittag
im Krug „Zur grünen Krone“.Der Bernd Schmidt
und Randolf waren für das Lager verantwortlich, und bei einer
Inspektion fanden wir alles prima in Ordnung.Ja, ja,
gelernt ist gelernt.
Mit
der Lagerleitung wurde abgesprochen, was an Verpflegung gebraucht
wurde, denn in Lohr gab es den Supermarkt Aldi, wo wir günstig
einkaufen konnten.Dort waren wir zum Essen im Lokal
„Zur Sonne“ und später ließ ich den Motor vom VW in
der Werkstatt überholen, während Lisa zum Baden ging.
Die
Verpflegung brachten wir zum Lager und waren abends bei unserer
Quartiersmutter Frau Mantel, die uns bei einem Beisammensein so
allerlei zu erzählen hatte.Abgesprochen war im Lager,
dass wir am nächsten Tag nach Mespelbrunn fahren wollten, um den
Wasserfall zu besichtigen.Es war ein heißer Tag, und im
und am Schloss war nicht viel los.Natürlich wurden die
Schlossräume mit ihren alten Schätzen ausgiebig begutachtet.In einem Zimmer mit vielen Jagdtrophäen, der Schlossherr musste
viel gereist sein, wurde uns aus Neuseeland ein Schrumpfkopf
gezeigt.Die damaligen Kannibalen dort hatten ihre
getöteten Feinde verspeist und die Köpfe so bearbeitet, dass
sie zu diesen Schrumpfköpfen wurden.Gräulich!
Bei
uns gab es in der Nähe einen Stausee, der zum Baden einlud, aber
vorher hatten wir noch mit der Meute Mittag gegessen.Erst
abends sind wir dann müde auf den Zeltplatz zurückgekehrt.
Der
nächste Tag brachte den Pfadfindern einen Wandertag, der zur
berühmten Bayrischen Schanze führte.Wir waren mal unter
uns, und Lisa tummelte sich im Wald und suchte Bickbeeren.In
Lohrhaupten besichtigten wir die Kirche und hatten mit der
Küsterfrau ein langes Gespräch, denn am Sonntag wollten wir mit
den Pfadfindern zum Gottesdienst und so kam es denn auch.Der
Pfarrer kam von außerhalb und hatte seinen Kinderchor
mitgebracht.Es war ein harmonischer Gottesdienst.Anschließend
ging es zum Baden.Es war ein heißer Tag.Dann
ging’s zur Bayrischen Schanze in ein großes Ausflugslokal,
wo wir, nach einem abgehandelten Preis, mit der Meute aßen.Lisa machte noch einen Samariterdienst und brachte zwei müde
Wanderer, die sich vertippelt hatten, nach Gmünden.Am
Abend saßen wir mit Frau Mantel gemütlich zusammen und klönten
lange.
Eines
musste man feststellen, wir hatten ausreichendes Sonnenwetter und
wir nutzten den Ruhetag zum Faulenzen.Es war so abgemacht:
Es gab einen Ruhetag und dann wieder einen Tag, an dem etwas
unternommen wurde.
Wir
hatten vor, mit den Pfadfindern auf dem Main eine Dampferfahrt zu
machen.Also ab nach Lohr und Erkundigungen eingeholt wegen
des Preises und der Abfahrtzeiten.Gleichzeitig sorgten wir
für Proviantnachschub.
Da
wir ja gute Verbindungen zum Förster hatten, wurde der auch mal
gebeten, uns einiges über Wald und Forst zu erzählen.Er
machte uns darauf aufmerksam, wie gerade die Eichen gewachsen
waren.Das gab es nur hier, und das Holz war sehr gefragt.
In
der Nacht hatten wir ein Gewitter, aber nachmittags war es so
schön, dass wir zur Mainfahrt starten konnten.Interessant
waren die Schleusendurchfahrten.In Sachsenbach hatten wir
einen Aufenthalt und konnten die Altstadt besichtigen.Dann
ging es weiter nach Markheidenfeld, wo eine Burg, die als
Jugendherberge ausgebaut war, vom Felsenherab grüßte.Um 19.00 Uhr waren wir wieder in unserem Dorf und Familie Jurk,
die auf der Durchreise war, wartete schon auf uns.Zum
Abendessen waren wir im Krug „Zum grünen Kranze“.Unsere Leutchen verspeisten etwas besonderes: Froschschenkel.Sollen wie Hühnerfleisch schmecken.Anschließend wurde
das Pfadfinderlager besichtigt.Jurks blieben über Nacht
in unserem Quartier und tranken mit Frau Mantel Kaffee.Das
Wetter war wider erwarten, nach dem Gewitter in der Nacht, prima
geworden, und wir konnten mit allen zum Baden nach Lohrhaupten
fahren.Alex war nicht wasserscheu und paddelte vergnügt
im Wasser herum.Wir zeigten den Jurks auch die Bayrische
Schanze, ein interessantes Ausflugslokal, wo wir auch gut aßen.Dann kam für die Familie Jurk die Abschiedsstunde.Man
wollte über Innsbruck nach Italien.
Es
kam so langsam der vorletzte Tag der Pfadfinder, und wir fuhren
zum Lager, denn Lisa wollte für die Pfadfinder kochen.Es
war spät, und die Lagermannschaft war beim Frühstücken.Wir
mussten mal ein bisschen Dampf machen.Mit Hilfe der Jungen
wurde der Salat bereitet.Man hatte nicht aufgepasst, denn
es war kaum noch Wasser da.Trotzdem klappte es mit dem
Mittagessen.Es gab Senfeier.
Beim
Durchsehen der Lebensmittel wurde festgestellt, dass sich im
Zucker die Ameisen breit gemacht hatten, und die Lagerleitung
hatte die Sauerei nicht bemerkt.Nach dem Essen fuhren wir
mit den Autos nach Gmünden zum Einkaufen und stiegen zur
Scherenburg auf.Man hatte von hier einen herrlichen
Ausblick über die Wälder und Täler.Dann ging’s ins
Lager zurück.Gleich wurde die Abfahrt für den kommenden
Morgen festgelegt.Wir machten auch bei uns im Quartier
alles klar, schrieben zum Andenken noch einen Spruch ins
Gästebuch von Frau Mantel und fuhren ab ins Lager, wo große
Aufbruchsstimmung herrschte.Alles Gepäck und Material
musste gut verpackt werden.Förster Ringel kam und nahm
den Lagerplatz ab, alles war prima in Ordnung.Im Dorf
ging’s noch zu Frau Ringel um ein Abschiedsgeschenk zu
überreichen, und ab ging es in Richtung Heimat.
Im
Rasthaus habe ich für alle einen Kaffee ausgegeben, und dann
fuhren wir weiter nach Hedeper.Am Abend gab es vor dem
Haus eine Grillrunde, und dabei sangen wir unsere Fahrtenlieder.Am Ort waren wir mit den Pfadfindern zum Gottesdienst in Kalme,
wo Dietmar die Predigt hielt.Auf der Heimfahrt wurde in
einem Lokal an der Bundesstraße gegessen, es haute aber nicht so
hin, wie wir es uns gedacht hatten.In der Pause, nach dem
Essen, ging Lisa in den Wald und pflückte Kronsbeeren.Auf
der Heimfahrt guckte ich gebannt auf die Benzinuhr, hoffentlich
würden wir es bis zum Gemeindehaus schaffen.Wir hatten
Glück, denn es klappte.Am Gemeindehaus war Schlussappell,
und wir packten aus.Um 20.00 Uhr waren wir auch endlich im
Haus.
Wir
waren kaum ein paar Tage zu Hause, da fing schon die
Altenfreizeit an, und wir starten mit zwei VW-Bussen nach
Hedeper.Unterwegs tranken wir mit den Alten in Bergen
Kaffee und trudelten so um 17.30 Uhr in Hedeper ein.Jetzt
hieß es einräumen und die Zimmer verteilen.Am nächsten
Tag machten wir eine Ausfahrt in den Oderwald, und jeder hatte
ein Stück Holz mitzubringen.Unterwegs waren wir in Kalme
und schauten uns die kleine Kirche an.
Am
Sonntag waren wir in Hedeper in der Kirche, und der Pastor aus
der Mühle predigte.Anschließend schaute er mit seiner
Frau unser Haus an und lud uns ein, seine Mühle mal zu
besichtigen.Er hatte in Hedeper die alte kaputte Mühle
gekauft und sie wieder toll herrichten lassen.Das Gelände
um die Mühle wolle er auch mal für Freizeiten nutzen.
Eines
musste man Lisa lassen, sie sorgte sich um das leibliche Wohl und
fuhr ab und zu den neuen VW-Bus bei unseren Ausflügen.An
einem Sonntag waren wir mit den Alten in Bad Harzburg und
spazierten im Kurgarten herum und lauschten den Klängen der
Kurkapelle.Natürlich wurde später auch Hornburg
besichtigt, und wir waren den Berg hinauf zu der Zonengrenze.Danach besuchten wir den Mühlenpastor Basse, der auch mal
Pfadfinder gewesen ist.Hatten mit ihm ein langes Gespräch
über die Gemeindearbeit.Wir machten in den nächsten
Tagen allerlei Ausflüge.Einmal zu Klosterkirche, leider
geschlossen.Dafür war der Tierpark geöffnet, den wir
besuchen konnten.Abends waren wir bei Dietmar im
Gemeindehaus mit seinem Altenkreis zum gemütlichen
Beisammensein.Es gab viele Unterhaltungen und unsere Frau
Frahm verlas, trotz ihres Alters, einen Kökschengedicht.Zum Abendbrot wurde gegrillt und Dietmar hielt die Abendandacht.
Am
nächsten Tag machten wir eine Rundreise durch den Harz.In
Bad Grund ließen wir uns durch die Tropfsteinhöhle führen. In
Hahnenklee besuchten wir die berühmte Holz-Stabkirche.Vorher
hatten wir Regen, aber es klarte sich auf, und wir konnten
unterwegs an einem Parkplatz unser mitgebrachtes Brot verzehren.
Auf
dem Rückweg besichtigten wir die Innerstetalsperre.Um
17.00 Uhr waren wir in unserem Quartier und konnten Kaffee
trinken.Abends kroch alles zeitig in die Falle.Am
nächsten Tag gingen wir in Hornburg ins Museum und bekamen etwas
von der Geschichte Hornburgs mit.In der freien Zeit hatte
ich mal eben ein paar Fenster gestrichen.Ja, und dann war
es wieder so weit, zu packen, das Haus zu reinigen und heimwärts
zu fahren.Mit der Abfahrt verzögerte es sich.Eine
Dame hatte ihr Hörgerät im Zimmer verloren.Hatten alles
auf den Kopf gestellt, das Bett abgesucht, Wäsche, Bettzeug, das
Ding blieb verschwunden.Dann kam sie ganz verzweifelt zu
mir.Also fing ich noch mal das Suchen an, und nach
längerer Zeit fand ich den Apparat hinter einem Bettpfosten
versteckt.War ja eigenartig, aber man war froh, das teure
Ding gefunden zu haben.Jetzt konnten die Motoren
angeworfen werden, und mit einem kleinen Aufenthalt zum
Kaffeetrinken ging es dann nach Hause.Müde erreichten wir
unser Heim.
Am
13.10.1978 lud uns Hans Niethammer zu einer Posaunenfreizeit nach
Heidelberg ein.Das war früher einmal seine Gemeinde.Wir waren um 23 Uhr mit unserem Horner Posaunenchor in Heidelberg
und hatten ein Quartier im Gemeindehaus.Am nächsten Tag
besichtigten wir Heidelberg, waren im Ebert-Haus, das als Museum
ausgebaut war und sahen die Bilder von den Anfängen der
Arbeiterbewegung, besuchten auch den alten Studentenkarzer, in
dem auch der junge Bismarck gesessen und seinen Namen ins Holz
geschnitzt hatte.Dies taten später auch andere
Berühmtheiten.Abends bliesen wir vom Turm der
Heiligen-Geist-Kirche Abendlieder.Am Sonntag waren wir in
der Luther-Gemeinde zum 25jährigen Posaunenjubiläum und
feierten dort mit.Später stiegen wir auf dem
Himmelsleiterpfad zum Schloss empor.Am Montag, vor unserer
Abfahrt, fuhren wir zu Hans Niethammers Vater und bliesen dem
alten Herrn noch zum Abschied ein Lied.
Unterwegs
erwischte es Hans mit seinem Mercedes bei einer Kontrolle und er
bekam ein Strafmandat.Er war ärgerlich, weil er ein
Begrenzungsschild übersehen hatte.Die Strafe war ganz
schön happig, über 100 DM.
Zu
Hause angekommen, besuchte uns Pastor Dubbels, um über eine
Freizeit für Konfirmanden auf Amrum zu diskutieren. Lisa und ich
sollen mit. Quartier wäre in einem Kinderheim bestellt, auch der
Bus wäre da.Programm und allerlei Sachen mussten erstellt
werden.
Dann
kam noch eine Seniorenausfahrt für die Alten des Rauhen Hauses.
In Hollenstedt hatten wir eine Andacht, um dann an den See von
Appelbek zu fahren, dort Karpfen zu essen und später Kaffee zu
trinken.Immerhin waren wir diesmal 53 Schwestern und
Brüder.
Am
nächsten Tag standen wir um 14.30 Uhr zur Abfahrt nach Amrum
bereit.Die Überfahrt mit dem Schiff nach Amrum war doch
ganz schön stürmisch.In der Nähe des Hafens befand sich
das alte Kinderheim, das im Augenblick leer war und die
Konfirmanden aufnehmen sollte.Wir bekamen für uns ein
schönes Zimmer.Für die Kinder war alles doch ein
bisschen primitiv.An einer Tür mussten wir erst einmal
das Schloss reparieren. Am nächsten Tag hatten wir ziemlich
gutes Wetter und machten, um die Insel kennen zu lernen, eine
Wanderung zum Leuchtturm.Irgendetwas musste wohl nicht in
Ordnung gewesen sein. Die Gruppe war wohl zu laut oder nicht
diszipliniert genug, wenigstens hat uns ein Kerl ziemlich
angebellt.Abends machten wir mit den Konfirmanden im
Speisesaal Spiele, und später musste ein Fenster repariert
werden, denn der Wind blies tüchtig ins Zimmer.Natürlich
saßen die Konfirmanden oft zu einer Gesprächsrunde über
religiöse Fragen zusammen.
Auf
dieser Konfirmandenfreizeit gebrauchte ich den Fotoapparat
tüchtig bei Spielen am Strand oder bei Wanderungen nach Nebel,
wo wir auch den Gottesdienst mitmachten.Anschließend
waren wir zur Besichtigung der berühmten Grabsteine von
Kapitänen, deren ganze Familiengeschichte darauf zu lesen ist.Sehr interessant, so bekam man ein Bild von den Inselbewohnern
und ihrem Leben.Auch besichtigten wir das Haus von Pastor
Dubbels, das er sich mal vor Jahren hat bauen lassen.Bevor
wir abends das Stadtspiel machten, gab es noch eine Wanderung
durch Heide und Wald.Dabei besuchten wir den Friedhof der
Namenlosen.Es sind Seeleute, die am Strand gefunden
wurden, aber deren Namen man nicht kannte.
Es
gab auch mal einen ganzen Tag Regen, dann war es nicht einfach,
die Gruppe zu unterhalten.Wir machten ein Schwimmbad aus,
und los ging es mit den Hamburger Wasserratten.
Dann
gab es noch Ärger mit der Verwaltung.Bei einer
Toberei gingen ein Spiegel und eine Fensterscheibe kaputt.Die
Scheibe habe ich besorgt und wieder eingesetzt.Man sollte
doch bloß nicht so kleinlich sein.Wie wir später
hörten, wurde das Kinderheim dann abgebrochen und heute steht
ein ganz neues Haus dort.
Zur
Abwechslung machten wir eine Schnitzeljagd und hören eine Platte
von der afrikanischen Mission unter den Mau-Mau.
Dann
gab es eine interessante Fahrt nach Wyk auf Föhr.Besuchten
ein Inselmuseum, wo uns das Leben der Friesen von damals in
Bildern und Gegenständen wieder gegenwärtig gemacht wurde.Tranken mit der Gruppe Kaffee und fuhren mit dem Schiff nach
Amrum zurück.Der letzte Abend wurde zum bunten Abend
gemacht.Der Raum war ausgeschmückt, und die Stunden
vergingen mit Unterhaltung und Sketchen, die von Jungen und
Mädeln dargebracht wurden.Natürlich gab es auch allerlei
zu knabbern und zu trinken.
Am
nächsten Tag nahmen wir Abschied von der Insel.Hatten
diesmal gutes Wetter erwischt.An Land stand schon unser
Bus mit dem altbewährten Fahrer, Herrn Harms, der uns um 16 Uhr
am Gemeindehaus ablieferte, wo eine Gruppe Eltern schon
sehnsüchtig auf ihre Sprösslinge wartete.Wir waren Gott
dankbar, dass alles so gut abgegangen war und uns kein Unfall
heimgesucht hatte.
Am
31.10.1978 waren wir mit unserem Posaunenchor im Rauhen Haus und
bliesen zur Richtfeier des „Alten Rauhen Hauses“.Die Ansprachen waren ein bisschen billig, hier hätte man mehr
sagen können.
1981
Nun schreiben wir das
Jahr 1981 und ich bin schon 7 Jahre in Pension, aber noch
immer munter im Gemeindedienst.Es ist schon eine
Gnade, dass alles körperlich noch gut funktioniert.
Am
11.7.1990 kam unser 11. Enkelkind, Jano, zur Welt.Jetzt
hatten wir eine Fußballmannschaft und ich konnte den
Schiedsrichter spielen.
Plötzlich
kam die Nachricht von Bruder Niemers Tod.Das machte uns
betroffen, er war ja noch nicht so alt.Lange Jahre hatte
er im Rauhen Haus die Verwaltung und das Altenheim geleitet.Am 19.2.1991 waren wir zur Trauerfeier, die sein Schwager, Pastor
Kaiser in der St. Gertrudkirche hielt.
Hugo
Wietholz’ Aufzeichnungen reichen bis in den Sommer 1992.Aus Platzgründen musste eine Auswahl getroffen werden.
Am
22. November 1992 verstarb Hugo Wietholz im Alter von 83 Jahren
in seiner Wohnung plötzlich an einem zweiten Herzinfarkt,
nachdem er noch einige Tage zuvor in einem Altenheim eine Andacht
gehalten hatte.
Ein Leben auf See amüsant und spannend wird über das Leben an Bord vom Moses bis zum Matrosen vor dem Mast in den 1950/60er Jahren, als Nautiker hinter dem Mast in den 1970/90er Jahren berichtet
Da
Dietrich’s Verlag seine Aktivitäten stark reduziert, werden einige
meiner Bücher mit einer von ihm vergebenen ISBN ab 2007 nicht mehr im
Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) des Buchhandels zu finden sein.
Das bedeutet nicht, dass die Bücher nicht mehr lieferbar sind.
Bestellen Sie direkt bei mir: Telefon: 040-18090948, Fax: 040-18090954
Diese Bücher können Sie für je 12 € direkt bei mir gegen Rechnung bestellen: Kontakt:
Zahlung nach Erhalt der der Ware per Überweisung.
Meine Postadresse / my adress / Los orden-dirección y la información extensa:
Jürgen Ruszkowski, Nagelshof 25 (Hobökentwiete 44),
Wenn Sie an dem Thema "Seeleute" interessiert sind, gönnen Sie sich die Lektüre dieser Bücher und bestellen per Telefon, Fax oder am besten per e-mail: Kontakt:
Meine Bücher der gelben Buchreihe "Zeitzeugen des Alltags" über Seeleute und Diakone sind über den Buchhandel oder besser direkt bei mir als dem Herausgeber zu je 12,00 €Euro, (Band 7 = 12,80 € ) zu beziehen, bei mir in Deutschland portofrei (Auslandsporto: ab 3,00 € )
Bestellungen am einfachsten unter Angabe Ihrer Anschrift per e-mail:Kontakt
Sie zahlen nach Erhalt der Bücher per Überweisung.
Maritime books in German language: fates of international sailors
Los libros marítimos en el idioma alemán: los destinos de marineros internacionales:
Los libros en el idioma alemán lo enlatan también por 12 € Euro, ( + el extranjero-estampilla: 3,00 €), directamente con la editor Buy de.
Ab und an werde ich für zwei bis drei Wochen verreist und dann, wenn überhaupt, nur per eMail: Kontakt via InternetCafé erreichbar sein!
Bestellungen und Nachfragen am einfachsten über e-mail: Kontakt
Wenn ich nicht verreist bin, sehe ich jeden Tag in den email-Briefkasten. Dann Lieferung innerhalb von 3 Werktagen.
Einige maritime Buchhandlungen in Hamburg in Hafennähe haben die Titel auch vorrätig:
Zum Thema "Seemannsschicksale" passend wird empfohlen: "Westsee" von Hans Gert Franzkeit. Er schildert die Seefahrt der 1950er Jahre. Verlegt über BOD -