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Haro Hampel †
Zugriffszähler seit 18.05.2008 Diakone des Rauhen Hauses  Das Rauhe Haus
gilt als „Brunnenstube der Inneren Mission“ und ist die
Wiedergeburtsstätte des Diakonenamtes in den Kirchen der Reformation
nach über tausendjährigem Dornröschenschlaf während der
Kirchengeschichte. Lebensbilder von Diakonen des Rauhen Hauses 
 Johann Hinrich Wichern
hatte das Rauhe Haus 1833 als junger Kandidat der Theologie mit Hilfe
einflussreicher Hamburger Bürger in dem Dorf Horn vor den Toren
Hamburgs aus kleinsten Anfängen als „Rettungshaus“ für gefährdete
Kinder und Jugendliche gegründet und aufgebaut. Für seine immer
umfangreiher werdende pädagogische Arbeit benötigte er schon bald
Gehilfen. Aus dem Kreis dieser Gehilfen entwickelte sich später der
Beruf des Diakons. Im Sommer 1834 zog ein Bäckergeselle, namens Josef Baumgärtner, zu Fuß von Basel nach Hamburg, um Wichern
als erster Gehilfe für ein mageres Taschengeld von 100 Mark im Jahr bei
freier Kost und Logis als Betreuer einer „Knabenfamilie“ zur Hand zu
gehen. Nach drei Jahren übernimmt Baumgärtner ein eigenes neu
gegründetes Rettungshaus in Mitau im Kurland. Aus seinen „Gehilfen“,
die Wichern aus ganz Deutschland ruft und die ihn bei seiner Erziehungsarbeit
im Rauhen Haus unterstützen und von den Jungen der Erziehungsfamilien
„Brüder“ genannt werden, baut er den hauptberuflichen Mitarbeiterstab
der Inneren Mission auf, die „Berufsarbeiter“, die als Hausväter in
„Rettungshäusern“, als Strafvollzugsbetreuer oder als Stadtmissionare
in ganz Deutschland und im Ausland bis hin nach Übersee tätig sind. „Treue,
gottesfürchtige Männer, so ernst als wahr, so klug als weise, in der
Schrift bewandert, im Glauben gegründet, voll Liebe zum armen Volke,
geschickt zu solch einem Umgang, der Menschen fürs Himmelreich gewinnt,
wünschen wir in Scharen unter das Volk.“ Erst Jahrzehnte später wird man diese „Gehilfen“ entgegen Wicherns ursprünglichen Vorstellungen Diakone nennen. Bis in die 1970er Jahre sprach man von der männlichen Diakonie. Daneben gab es den Beruf der Diakonisse. Danach wurden Ausbildung und Beruf
im Rahmen der allgemein sich durchsetzenden Emanzipation auch für
Frauen geöffnet. Aus der Brüderschaft wurde die Brüder- und
Schwesternschaft des Rauhen Hauses. Heute bildet die
Fachhochschule des Rauhen Hauses in Hamburg Frauen undMänner zu
Diplom-Sozialpädagog(inn)en und Diakon(inn)en aus.
Harro Hampel †
Konviktmeister Volker Krolzik schrieb zu seinem Tode im Oktober 2007
diesen Nachruf:
Bruder Hampel wurde am 15. September 1928 in Grunau in Schlesien geboren und zog 1931 mit seinen
Eltern nach Berlin, wo er auch aufwuchs.
Seine Jugend, sein Schul- und Konfirmandenunterricht waren vom Krieg
geprägt. Da die ganze Klasse 1941 und
1943 jeweils für mehrere Monate aufs Land verschickt wurde, brach auch sein
Konfirmandenunterricht ab. Erst 1951
wurde der junge Mann in Berlin-Lichtenberg konfirmiert und erhielt den oben
stehenden Konfirmationsspruch, der ihm inzwischen zur Lebenserfahrung geworden
war.
Im April 1945 erhielt Harro Hampel wegen Einberufung zum
Volkssturm vorzeitig das Zeugnis der Mittleren Reife. Als er Ende Juni 1945 allein nach Berlin zurückkehrte,
versuchte er, sich ein neues Leben aufzubauen, und begann ein halbes Jahr
später mit dem Studium der Sprachwissenschaften. Aufgrund seines Engagements in
der evangelischen Jugend wurde er 1946 von den sowjetischen Behörden verhaftet
und von einem Militärtribunal zu zehn Jahren Freiheitsentzug wegen
„Mitgliedschaft in einer illegalen Untergrundbewegung“ verurteilt. Bis Ostern 1951 saß er im KZ Sachsenhausen
und einer anderen Anstalt ein und kehrte mit einer schweren Tuberkulose und
anderen Krankheiten völlig unterernährt nach Berlin zurück. Dort fand er in der Kirche wieder ein Zuhause
und eine Anstellung. Seine Bemühungen um
eine Diakonenausbildung schlugen aufgrund des unsicheren Gesundheitszustandes
fehl.
Weihnachten 1952 heiratete er Waltraud, die er in der
Gemeindearbeit kennen gelernt hatte.
Wenig später mussten sie aus politischen Gründen nach
West-Berlin fliehen und wurden von
dort aus nach Hamburg ausgeflogen. Harro fand eine Anstellung als Gemeindehelfer
und kam 1956 mit Unterstützung des zuständigen Propstes in die
Diakonenausbildung des Rauhen Hauses.
Diese absolvierte er als externer Schüler und Familienvater berufsbegleitend. 1955 legte er die Diakonen-, die Religionslehrer- und die Verwaltungsprüfungen
ab und wurde als
Gemeindediakon nach Bremen entsandt. 1961 wurde er zum Diakon Jesu Christi
ordiniert.
Segensreich wirkte Bruder Hampel in zwei Bremer Gemeinden
und ab 1964 als Pastor der
St.-Lamberti-Gemeinde in Eckwarden/Oldenburg. In dem Dienst
der Diakonie, der
Wortverkündigung und Seelsorge wurde er von seiner Frau
Waltraud intensiv unterstützt.
Der Wechsel vom Diakonen- ins Pfarramt war für ihn eine
organische und schlüssige
Fortsetzung seines Weges in der Nachfolge Jesu. Eine erneute
Ordination lehnte er ab, da
diese bereits 1961 erfolgt sei. So wurde er vom zuständigen Bischof und
Propst Prehn lediglich in die Pfarrstelle eingeführt.
Mit Leib und Seele war Harro Hampel ein Rauhhäusler, der im
Konvikt Bremen-Oldenburg-Ostfriesland beheimatet und bis zuletzt aktiv
war. Seine humorvolle, manchmal auch
sperrige Art hat das Leben des Konviktes bereichert. Harro und Waltraud Hampel haben dieses
Konvikt mitgeprägt und in der Fürbitte ebenso wie die Gesamtgemeinschaft
mitgetragen.
Die letzten Jahre waren von der zunehmend aggressiven
Krebserkrankung geprägt. Nachdem
er nur noch palliativ behandelt wurde, konnte er Mitte
September im Kreis der Familie und
einiger Brüder noch Geburtstag feiern und hat danach bewusst
Abschied genommen. Begleitet von seiner Frau und seiner Schwester sowie den
Kindern und Enkeln ist er durch die letzten Tage gegangen und am
Donnerstagabend ganz ruhig eingeschlafen.
Bruder Hampel verstarb am 11. Oktober 2007.
Gemeinsam mit Waltraud Hampel, den drei Kindern, Schwieger-
und Enkelkindern danken wir Gott für dieses reiche und erfüllte Leben und sein
Wirken durch unseren Bruder Harro Hampel.
Für sie und uns erbitten wir vom Heiligen Geist den Trost und die
heilsame Hoffnung der Kinder Gottes.
Der Abschiedsgottesdienst fand am Freitag, dem 19. Oktober,
um 14.00 Uhr in der Evangelischen Kirche Ahlhorn, Kirchstraße, statt.
Im Juli 1998 besuchte der Webmaster Harro Hampel während
einer Fahrradtour:
Um 14.30 Uhr war ich bei Hampels verabredet. In
Ahlhorn fuhr eine Dame per Fahrrad mit Kuchen vom Bäcker vor mir her und wies
mir den Weg zu Hampels Haus: Es war Frau Waltraud Hampel
persönlich. Harro war Mitte der 1950er Jahre zu meiner Zeit zur
Ausbildung im Rauhen Haus, bekam jedoch als Helfer in der Kirchengemeinde
Wentorf, weil er bereits verheiratet war, das Privileg einer zweijährigen
Diakonenkurzausbildung ohne den sonst obligatorischen praktischen Einsatz im
Erziehungsdienst im Rauhen Haus und ohne Wohlfahrtspflegerexamen. Harro
war am Ende des Krieges mit 17 Jahren noch Soldat geworden und zwar im
„schwarzen Rock“ bei der Waffen-SS, wozu man ihn bei der Musterung überrumpelt
hatte. Deswegen hatten ihn die Russen jahrelang eingesperrt. Viele
seiner Kameraden waren nach Sibirien verbracht worden und hatten die
Internierungslager nicht überlebt. Harro war von den Haftjahren geprägt
und gesundheitlich stark lädiert, hatte aber überlebt und daraus die Konsequenz
und Motivation gezogen, in den kirchlichen Dienst zu treten. Ich hatte
ihn Mitte der 1960er Jahre einmal von Soest aus in Eckwarden im Land
Butjadingen besucht, wo er damals als Pastor wirkte. Die Begegnung nach
so langer Zeit war recht aufschlussreich und interessant. Er berichtete,
dass er jahrelang im Urlaub Hochgebirgswanderungen und Bergklettertouren
unternommen habe und auch jetzt wieder 70jährig zusammen mit seiner Frau eine
Höhentour von Berghütte zu Berghütte über die Dolomiten plane: Hut ab!
© Jürgen Ruszkowski  Diese Internetseite wurde vom früheren langjährigen Geschäftsführer und Heimleiter des Seemannsheimes erstellt, der hier sein Rentner-Hobby vorstellt:  zur gelben Zeitzeugen-Bücher-Reihe des Webmasters aus Rissen: zu meiner maritimen Bücher-Seite  Weitere Informationen zu den Büchern finden Sie hier: navigare necesse est! Diese Bücher können Sie für je 12 € direkt bei mir gegen Rechnung bestellen: Kontakt: Zahlung nach Erhalt der der Ware per Überweisung. 
Bücher in der gelben Buchreihe" Zeitzeugen des Alltags" von Jürgen Ruszkowski: Seemannsschicksale Band 1 - Band 1 - Band 1 - Band 1 Begegnungen im Seemannsheim ca. 60 Lebensläufe und Erlebnisberichte von Fahrensleuten aus aller Welt  Bestellung | Seemannsschicksale Band 2 - Band 2 - Band 2  Lebensläufe und Erlebnisberichte  Lebensläufe und Erlebnisberichte von Fahrensleuten, als Rentner-Hobby aufgezeichnet bzw. gesammelt und herausgegeben von Jürgen Ruszkowski Bestellungen | Seemannsschicksale Band 3 - Band_3  Lebensläufe und Erlebnisberichte  Lebensläufe und Erlebnisberichte von Fahrensleuten Bestellungen | Band 4 - Edition 2004 - Band 4 Seemannsschicksale unter Segeln  Die Seefahrt unserer Urgroßväter im 19. Jahrhundert und am Anfang des 20. Jahrhunderts neu überarbeitet! Bestellungen | Band 5 - Band 5  Capt. E. Feith's Memoiren:  Ein Leben auf See amüsant und spannend wird über das Leben an Bord vom Moses bis zum Matrosen vor dem Mast in den 1950/60er Jahren, als Nautiker hinter dem Mast in den 1970/90er Jahren berichtet Bestellungen | Ich hoffe noch auf einen weiteren Band von Capt. E. Feith : Band 6 ist in Arbeit: Seemannsschicksale Band 6 in der gelben Buchreihe "Zeitzeugen des Alltags" Master next God | Band 7 in der Reihe Seemannsschicksale: Dirk Dietrich: Auf See ISBN 3-9808105-4-2 Dietrich's Verlag Band 7 = 12,80 € Bestellungen | Band 8: Maritta & Peter Noak auf Schiffen der DSR ISBN 3-937413-04-9 Dietrich's Verlag Bestellungen | Band 9 - Band 9 Die abenteuerliche Karriere eines einfachen Seemannes  Endstation Tokyo Bestellungen | Band 10 - Band 10 Autobiographie des Webmasters  Rückblicke: 27 Jahre Himmelslotse im Seemannsheim - ganz persönliche Erinnerungen an das Werden und Wirken eines Diakons  Bestellungen | Band 11 -- Band 11  Genossen der Barmherzigkeit  Diakone des Rauhen Hauses Diakonenportraits Bestellungen | Band 12 - Band 12  Autobiographie: Diakon Karlheinz Franke  Bestellungen | Band 13 - Band 13 Autobiographie: Diakon Hugo Wietholz  Bestellungen | Band 14 - Band 14 Conrad H. v. Sengbusch Jahrgang '36 Werft, Schiffe, Seeleute, Funkbuden  Jugend in den "goldenen 1959er Jahren"  Lehre als Schiffselektriker in Cuxhaven Bestellungen | Band 15 - Band 15 Wir zahlten für Hitlers Hybris  mit Zeitzeugenberichten aus 1945 über Bombenkrieg, Flucht, Vertreibung, Zwangsarbeit und Gefangenschaft. Ixlibris-Rezension Bestellungen | Band 16 Lothar Stephan  Ein bewegtes Leben - in den Diensten der DDR - - zuletzt als Oberst der NVA ISBN 3-9808105-8-5 Dietrich's-Verlag 8,90 € Bestellungen | Band 17 - Band 17 Als Schiffskoch weltweit unterwegs  Schiffskoch Ernst Richter Bestellungen | Band 18 - Band 18 Seemannsschicksale aus Emden und Ostfriesland  und Fortsetzung Schiffskoch Ernst Richter auf Schleppern Bestellungen | Band 19 - Band 19 ein Seemannsschicksal: Uwe Heins  Das bunte Leben eines einfachen Seemanns  Bestellungen | Band 20 - Band 20 ein Seemannsschicksal im 2. Weltkrieg  Kurt Krüger  Matrose im 2. 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