Bis zu meinem 10. Lebensjahr
habe ich außer der mir unbewusst gebliebenen Taufe als Säugling
in Stettin zu Christentum und Kirche keine Beziehung.
Ich wurde am 21. April
(Ostern) 1935 in der 1906 bis
1909 erbauten und von Jürgen Kröger entworfenen
neogotischenBugenhagen-Kirche (heute St.
Adalbert gewidtmet) in Stettingetauft.
Mein Vater ist
kirchlich völlig uninteressiert, meine Mutter keine besonders
„fromme“ Frau, geht aber des öfteren in die Kirche und
betet abends mit uns Kindern am Bett.Als wir nach der Flucht in Grevesmühlen in Mecklenburg landen,
dauert es etwa ein Jahr, bis sich das öffentliche Leben wieder
soweit stabilisiert, dass die Schulen ihren Betrieb neu
aufnehmen.
In diese Leere
hinein stößt die kreative Aktivität zweier aus dem
Osten Deutschlands geflüchteter christlich-pietistischer
Männer, Hollmann und Alexander Kuschfeld,
die den Kindergottesdienst in der Grevesmühlener Kirche
aktivieren.
Als offizieller
Seelsorger amtiert in Grevesmühlen
der alte, kleine und
schlanke, weißhaarige und sehrwürdevolle Propst
Münster,
der unter normalen Verhältnissen schon längst im
Ruhestand gewesen wäre, aber durch den Krieg und seine
Folgen noch sein Amt ausfüllt, weil die wehrfähigen
Männer „im Felde“ und später in
Kriegsgefangenschaft weilen, es Frauen im Pfarramt damals
noch nicht gibt, allenfalls hier und da mal eine Vikarin.
Der alte Propst ist mit
Sonntagspredigt in leisem, schon etwas müdem Tonfall, vielen
Kasualien und Konfirmandenunterricht in riesigen Gruppen voll
ausgelastet und hätte für Kinder- und Jugendarbeit weder Kraft
und Zeit noch Charisma.
50 Jahre
später: Goldene Konfirmation in Grevesmühlen
Der zweite Pastor,
Friedrich Wilhelm Gasse, ist
noch jahrelang in russischer Kriegsgefangenschaft.
von links nach rechts:
Propst Lietz, zuvor Pastor in Mühlen-Eichsen,
Propst Münster, Pastor
Gasse (Später Oberkirchenrat in
Schwerin)
Als meine Mutter die Einladung zum
Kindergottesdienst im Schaukasten der Kirche sieht, ermuntert sie
mich, dieses Angebot „Sonntagsschule“ zu
besuchen. AlexanderKuschfeld und Hollmann wirken
mit ihrem Kindergottesdienst recht engagiert und segensreich.Jeden Sonntag versammeln sie etwa fünf bis zehn Dutzend Kinder
in der Kirche.Sie haben einen Kreis von Helfern, die in
nach Alter differenzierten Untergruppen die biblischen Texte
erzählen und in kindgemäßer Weise interpretieren.Jedes
Kind bekommt eine Sammelmappe aus Pappe, in die hektographierte
Liedertexte und Bilder zu biblischen Geschichten zu geheftet
sind, die Sonntag für Sonntag neu verteilt werden.Ich
gehe jeden Sonntag regelmäßig und gerne in den
Kindergottesdienst und singe begeistert die pietistischen, oft
aus England stammenden Lieder, zum Beispiel: „Wenn wir
zieh’n, von Sünden frei und rein, in das gelobte Kanaan
ein.Jesus, sieh her, ich komm!“ oder „Singt froh
dem Herrn, ihr jugendlichen Chöre“.Die fromme Saat
fällt bei mir auf fruchtbaren Boden und geht auf.Später
werde ich selber fleißiger Kindergottesdiensthelfer.Zur
Zeit des Vorkonfirmandenunterrichts folge ich einer Einladung zu
den Gruppenstunden der kirchlichen Jugend, die zunächst ein Herr
Heydeck, später der Gemeindediakon Karl Fischer leitet.Fischer
ist kein besonders „frommer“ Mann, etwas derb,
raubeinig und polterig.Er stammte aus dem Schwarzwald,
hatte im Rauhen Haus in Hamburg die Diakonenausbildung
durchlaufen und dann eine Stelle als Volkspfleger bei der
Jugendbehörde in Hamburg gefunden.Da seine Frau aus
Reppenhagen, einem Dorf bei Grevesmühlen stammte, war er nach
Kriegsende nach Grevesmühlen verschlagen worden und hatte sich
dort für einige Jahre als Gemeindediakon verdingt.In den Gruppenstunden erzählt er uns ausgiebig von seinen
Kriegserlebnissen in Frankreich und seinen Nahkampfkontakten mit
amerikanischen Soldaten.In den Dörfern rund um
Grevesmühlen hält er Gottesdienste.Auf den Fahrten
dorthin begleite ich ihn öfter zusammen mit anderen
Jugendgruppenmitgliedern.In dem Jugendkreis lerne ich Hans
Gottschalk kennen, mit dem ich mich intensiv anfreunde und
jahrelang eng verbunden bleibe.
Mit Karl Fischer unternehmen wir
mit etwa neun Jungen, darunter Dieter Polster, Horst Nagler,
Hans-Georg Schmeling und Hans Gottschalk, einen Zweitagesausflug
zur Ostseesteilküste in Brook und übernachten unterwegs in
Reppenhagen bei einem Förster auf einem Heuboden.Es ist
ein prägendes gemeinschaftsbildendes Erlebnis.Singen und
Gemeinschaftserlebnis, die Gefühlsebene ansprechende Aktionen
sind es vor allem, die mich in christlich-kirchliche Gruppen
einbinden.Wir üben Krippenspiele und
Verkündigungs-Laienspiele ein und führen sie vor.Einige
Male übernehme ich Hauptrollen, so im Krippenspiel als
„Josef“ oder in dem Spiel „Die Trossbuben“,
das wir mehrmals in der Kirche in Grevesmühlen vor vollem Hause
und auch in Dorfkirchen in der Nachbarschaft aufführen. - Im
Konfirmandenunterricht bei Propst Münster, der damals bei den
starken Geburtsjahrgängen riesige Gruppen zu unterweisen hat,
werden noch in herkömmlicher Weise große Teile des Kleinen
Katechismus, Psalmen und Choralverse auswendig gelernt.Da
in der sowjetischen Besatzungszone kein Religionsunterricht in
der Schule erteilt werden darf, stellt die Kirche Katecheten an
und organisiert selber die „Christenlehre“, an der auch
ich teilnehme.Eine der Katechetinnen, Fräulein Stolz,
gründet einen Blockflötenkreis und bringt mir die Flötentöne
bei.Willi Gottschalk, Hans’ Vater, ein aus
Westpreußen stammender gläubiger Pietist, gründet zusammen mit
Kuschfeld einen Posaunenchor, in dem auch ich das
„Tröten“ lerne, zunächst auf einem Tenorhorn, später
mit der Zugposaune.Dieter Kuschfeld spielt Piston, Hans
Gottschalk Flügelhorn und später Tuba.
Der Posaunenchor
in Grevesmühlen unter Leitung von Willi Gottschalk.
Ich bin ganz links auf dem Bild.
So werde ich ein frommer Knabe
und noch frommerer Jüngling.Hans Gottschalk will
Pastor werden, ich voll jugendlicher Begeisterung Missionar.
Dobbertiner
Bruderschaft
Vom 11. bis 16. April 1949, in der Karwoche,
findet auf dem Michaelshof in Rostock-Gehlsdorf eine
„Rüstzeit“ der „Dobbertiner Bruderschaft“
statt.Der mecklenburgische
Landesjugendpastor Wellingerhof hatte
alle jungen Männer eingeladen, die sich mit dem Gedanken trugen,
als Pastoren oder in anderen kirchlichen Berufen in den
hauptamtlichen Dienst der Kirche zu treten.In meiner
damaligen pubertären Phase will ich Missionar werden.
Über den Diakon Karl Fischer erhalte
ich auch die Einladung des mecklenburgischen
Landesjugendpfarramtes in Schwerin zu einer
Freizeit: Zusammen mit Hans Gottschalk, Klaus-Dieter Schröder
und Joachim Albrecht aus Grevesmühlen fahre ich einen Tag nach
meiner Konfirmation am Sonntag Palmarum, dem 10. April 1949,zu dieser Rüstzeit.Ich bin einer der jüngsten
Teilnehmer.Aus dem gehaltvollen Programm: Morgendlicher
Betkreis, tägliche „Morgenwache“ (Andacht),jeweils
von einem der älteren Teilnehmer gehalten, Bibelarbeiten über
Passionstexte aus dem Johannesevangelium, Vorträge: z.B.
Professor Dr. Dörner: „Glauben an Jesus Christus in der
Gegenwart“, Oberkirchenrat de Boer: „Wie finde ich den
Weg zu JesusChristus?“, Landesbischof Dr. Beste: „Die
Aufgaben der Kirche“, Pastor Stark, Leiter des
Michaelshofes, über „die Innere Mission“ und Rundgang
über den Michaelshof, oder auch über „moderne
Biologie“ oder „moderne Physik“ von jeweils einem
älteren Teilnehmer, vorlesen eines Passionsspiels, gemeinsames
Singen, Teilnahme an der Bach’schen Matthäuspassion in der
Rostocker Marienkirche, Besuch der theologischen Fakultät der
Universität Rostock, tägliche Abendandacht.Diese Woche
in der Gemeinschaft bewusster junger Christen, darunter eine
ganze Reihe mecklenburgischer Pastorensöhne, hat mich stark beeindruckt und
geprägt.
Teilnehmer der Jungen
Gemeinde aus Grevesmühlen am Landesjugendtag 1950
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Mecklenburgs in
Güstrow
Besondere Erlebnisse sind die
Landesjugendtage in Güstrow, zu denen
Tausende junger Leute aus ganz Mecklenburg jährlich
zusammenkommen, so am 19. Juni 1949.Von Grevesmühlen aus
fahren wir in einer Gruppe mit einem Lastkraftwagen um 6 Uhr
früh ab, um gegen 8.50 Uhr in Güstrow zu sein.Gottesdienste
in Dom und Pfarrkirche mit Predigten bekannter Theologen aus ganz
Deutschland, gemeinsames Singen im Garten der Superintendentur,
Verkündigungsspiel auf dem Domplatz: „Glaube und Heimat“.1950 findet wieder ein Landesjugendtag in Güstrow statt, an dem
wir mit etwa 30 Jungen und Mädchen aus Grevesmühlen
teilnehmen.
Mehrere
Tagestreffen der Dobbertiner Bruderschaft im
Gemeindehaus der Schelfkirche in der Puschkinstraße in Schwerin
vertiefen die Erlebnisse der Karwochen-Freizeiten, so am Buß-
und Bettag 1949 (16. November) mit Teilnahme am Gottesdienst in
der Schelfkirche, Bericht von Pastor Voß über die
„Kessiner Bruderschaft“ und Teilname am
Aussprachenachmittag der Schweriner Jugendkreise im Wichernhaus.
- Ein zweites solches Treffen findet am 23.112.50 von 9 bis 18 Uhr
statt mit Morgenwache, Bibelarbeit, Vortrag des Landesbischofs
Beste über „Probleme unserer Kirche in der Gegenwart“
und Berichten von Theologiestudenten.
Vom
3. bis 8. April 1950 weile ich zum zweiten Male zusammen mit Hans
Gottschalk zu einer Karwochen-Rüstzeit der Dobbertiner
Bruderschaft für kirchlichen Berufsnachwuchs auf dem Michaelshof
in Rostock-Gehlsdorf.
Von Oktober 1950 bis Mai 1953 lebe ich in
Schwerin und durchlaufe dort eine Ausbildung bei der
Deutschen Post. Ich lebe im Postlehrlingsheim.
Unser Lehrlingsheim in Schwerin-Görries war
früher einmal Dienstvilla des Fliegerhorstkommandanten und liegt
abseits, ruhig und idyllisch am Ufer eines Sees. Mit einem guten
Dutzend Lehrlingen wohnen wir hier zusammen mit dem
Heimleiterehepaar Trulson.Fast alle Heimbewohner werden
als Fernmeldemonteure („Strippenzieher“) ausgebildet.Nur Ulrich Fentzahn und ich sind „Paketheber“.Nach
einigen Tagen ziehe ich mit Lothar Goeritz zusammen in ein
Zimmer.Der dritte Bewohner unserer Bude ist Dieter Vierus,
überzeugter FDJler und Materialist. Ich muss mich erst in die
neuen Verhältnisse einleben.Die ersten Tage bei der Post
sind hart für mich.In dieser ersten Zeit bin ich recht
niedergeschlagen, aber bald habe ich das Tief überwunden. - Zu
Beginn der Ausbildung werde ich zur Schweigepflicht vergattert:
Ich habe das Postgeheimnis zu wahren und besonders darf niemandem
etwas über die Zensurabteilung erzählt werden, die auch für
uns Postbedienstete streng tabu ist.Alle Post kommt sofort
nach der Kastenleerung vor dem Stempeln zu der in einem
Seitenflügel untergebrachten von der Stasi verwalteten
Zensurstelle.Wir legen die Säckedort
vor die Tür und bekommen sie irgendwann wieder zurück. - In
unserem Jahrgang sind wir ungefähr 20 Lehrlinge, Jungen und
Mädchen in meinem Alter.Zweimal wöchentlich haben wir im
Postamt Fachunterricht und allgemeinbildende Fächer in der
nahegelegenen Kaufmännischen Kreisberufsschule.Den
Fachunterricht erteilt unser pädagogisch sehr befähigter
Ausbildungsleiter Hansen.In Fachkunde ist die
„Allgemeine Dienstanweisung“ Grundlage des Unterrichts.In „Fachgeographie“ lernen wir die Stationen der
Eisenbahnstrecken ganz Deutschlands auswendig: im
mecklenburgischen Bereich jede Station, im entfernteren
Deutschland alle größeren Städte.In der allgemeinen
Geographie werden die vorhandenen Schulkenntnisse weltweit
gründlich aufgefrischt und vertieft.Die praktische
Ausbildung erfolgt in unterschiedlichen Abteilungen.Zunächst
bin ich in der Wertabteilung, in der Einschreiben und Wertbriefe
gesondert lückenlosnachgewiesen werden,
später in der Zustellung, der Briefsortierung, bei der Bahnpost
und im Schalterdienst beschäftigt. Die Werktage verbringe
ich in Schwerin.Morgens versorge ich mich im Lehrlingsheim
selber mit Frühstück.Mittag- und Abendessen bekomme ich
in der Werkküche der Post.
Beim Postamt Schwerin durchlaufe ich eine
durch Krankheit unterbrochene zweijährige Ausbildung
Fast jeden Morgen fahre ich früher los,
entweder per Fahrrad oder eine Station mit dem Zug, um vor der
Arbeit um 7 Uhr im Dom an der „Morgenwache“, einer
zehnminütigen Andacht, teilzunehmen, die wir Jugendlichen der
Jungen Gemeinde umschichtig selber stehend vor dem Altar halten.Zum Abschluss singen wir immer den Choral „Erhalt uns
Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, es ist ja doch
kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn Du unser
Gott alleine.“
Am Wochenende fahre ich in der Regel nach
Grevesmühlen, wo ich sonnabends meistens am Posaunenüben
teilnehme und mich ansonsten viel mit Hans Gottschalk treffe, der
in Grevesmühlen die Oberschule besucht. Nachdem wir gut
ein Jahr lang in Görries im Lehrlingsheim gewohnt hatten, ziehen
die Fernmeldelehrlinge in ein neues Heim um und es kommen im
neuen Lehrjahr nur noch Mädchen zur Gelben Post, auch zu uns
beiden verbliebenen männlichen Postlehrlingen ins Lehrlingsheim.
Einige Zeit später beansprucht die sowjetische Rote Armee
unser Haus in Görries und stellt uns statt dessen in der
Schlossgartenallee, wo sie ein großes Areal von
beschlagnahmten Villen räumt, ein Gebäude zur
Verfügung. Hier wohnen wir noch schöner, weil
dichter an der Stadt.
Vor unserem Hause vorbei führt die
Straßenbahnlinie zur Innenstadt. Obwohl eine Fahrt nur 20
Pfennig kostet, fahre ich bei gutem Wetter immer mit dem Fahrrad.
Während meines Aufenthaltes in Schwerin
nehme ich weiterhin rege am Leben der Jungen Gemeinde teil.
Während
meiner Zeit in Schwerin erlebe ich in der vollbesetzten
Schelfkirche Albert Schweitzer anlässlich eines Vortrages live.
Zu
dieser Zeit lese ich mit Begeisterung und großem Gewinn das uns
von P.W. empfohlene Buch „Las Casas vor Karl dem V.“,
in dem von dem engagierten Eintreten des sensiblen spanischen
Dominikanermönches für die Rechte der indianischen Völker und
gegen die Unterdrückung und Ausrottung durch die Konquistadoren
berichtet wird.Auch Hans-Otto Wölbers neunteilige Reihe
„Studienblätter für evangelische Jugendführung“
arbeite ich mit Interesse durch, ohne zu ahnen, dass er später
mal mein Dozent sein wird.Regelmäßig beziehe und lese
ich auch die Zeitschrift der Jungen Gemeinde „Die
Stafette“.
Kirchentag in Berlin 1951
Mit vielen Jugendlichen aus Schwerin und einigen
Freunden aus Grevesmühlen zusammen nehme ich im Juli
1951 am legendären Deutschen Evangelischen Kirchentag in
Berlin teil, der noch gesamtdeutsch über die
Sektorengrenzen hinweg gefeiert wird.Es ist ein
überwältigendes Ereignis.
Pause auf der Reise nach Berlin: mit
Hans Gottschalk und Adolf Möller (ich im offenen Kragen)
Wir
Mecklenburger übernachten in einem Zeltlager im Grunewald im
Jagen 61 und fahren täglich mit der S-Bahn zu den großen
Veranstaltungen in die Stadt.Berlin hat schon viel erlebt,
aber so etwas noch nicht:Überall, wo größere
Menschenmengen versammelt sind, wo gewartet werden muss, auf U-
und S-Bahnhöfen, auf Straßen und Plätzen, werden spontan
Choräle und Kanons gesungen.Der Geist und die Atmosphäre
dieses ersten Berliner Kirchentages war einmalig.Am
Freitag, dem 14. September 1951, notiere ich rückblickend ins
Tagebuch:
„Der
Kirchentag war ein einzigartiges Erlebnis.Man kann sich in
einen Israeliten der Zeit Christi versetzen, der zusammen mit
vielen tausend Gleichgesinnten zu Festzeitennach Jerusalem
zum Tempel pilgerte.Leider klappte die geplante Radfahrt
nicht, da ich in der Woche vorher eine Panne am Rad hatte und
kein Fahrradmonteur die Reparatur annahm.So fuhr ich mit
dem Sonderzug der Deutschen Reichsbahn und konnte auch mein
Tenorhorn mitnehmen, was ich nicht bereue.Durch den Dienst
als Bläser konnte ich zwar mancheVeranstaltung nicht besuchen,
zu der ich sonst gerne gegangen wäre, dafür hatte ich beim
Blasen in den großen Chören segensreiche Erlebnisse.Besonders
schöne Erinnerungen habe ich an die Jugendkundgebung im
Walter-Ulbricht-Stadion und an den Vortrag von Pastor Wilhelm
Busch in einer der Messehallen am Funkturm.Von der
Abschlusskundgebung hatte ich leider nicht so viel, da die
Posaunenbläser in drei riesige Chöre aufgeteilt waren und mein
Chor auf dem Maifeld blies, während die Kundgebung im
überfüllten Olympiastadion stattfand und per Lautsprecher zu
uns übertragen wurde.“
Leitbilder
Während meiner frühen Jugend sind vier
hauptamtliche Kirchenmänner, alle im Alter um die 30 herum, für
mich prägend: der bereits erwähnte Friedrich Franz Wellingerhof, damals gängige
Kurzbezeichnung P.W., der als Landesjugendpastor für ganz
Mecklenburg, aber besonders auch im Stadtbereich Schwerin
segensreich wirkt. - Sein
Vater war Diakon des Stephanstiftes Hannover und offenbar um 1912
herum Hausvater der Herberge zur Heimat in der Hartestraße 21 in
Rostock, gleichzeitig mit dem dortigen Lesezimmer die erste Seemannsmissionsstation
in Rostock.
Von
herausragender Bedeutung für mich als Leitbild ist Diakon
Gerhard Luckow, den ich als meinen geistlichen Vater betrachte, und
der Anfang der 50er Jahre das Amt des Landesjugendwarts für
Mecklenburg ausfüllt, später in Güstrow ein Lehrlingsheim
übernimmt, dann in Berlin für die Innere Mission wirkt und
zuletzt ein großes Heim für Behinderte in Templin leitet.In einer Patengemeinde in Ostberlin, die ich später von Soest
aus betreue, wohnt auch Diakon Gerhard Luckow, den ich in Berlin
mit Monica zusammen auch einmal besuche. Er arbeitet in den 60er
Jahren in Ostberlin für das Diakonische Werk.Jahrelang
verwalte ich für ihn ein Westgeldkonto und schicke ihm davon
nach Wunsch und Bedarf Kleidung und Haushaltsgeräte für seine
große Familie.Später geht Luckow als Leiter des
Waldhofes, einer Behinderteneinrichtung der Diakonie, nach
Templin.Zu der Zeit habe ich aber kaum noch Kontakt zu
ihm.Einige Monate nach seinem Tode schreibt mir seine
Witwe Helga aus Templin:
„... Es ist
nun schon viele Monate her, seit wir meinen Mann auf dem Friedhof
des Waldhofes begruben.Sie wissen vielleicht, dass mein
Mann von 1971 bis zu seinem ersten Herzinfarkt im Jahre 1980 den
Waldhof leitete, eine psychiatrische Pflege- und
Fördereinrichtung mit 200 Betten.Da Sie meinen Mann
kannten, können Sie sich sicher vorstellen, wie er diese Arbeit
getan hat: „Entweder Ihr gebt mir Geld und Möglichkeit zu
bauen oder Ihr macht das Haus zu!“So hieß es 1971.Es waren gute und harte Jahre.Die Arbeit meines Mannes hat
ihre Spuren hinterlassen.In den letzten Jahren nach seiner
Invalidisierung hat er endlich das tun können, was ihm nie
möglich war und ihm doch so sehr am Herzen lag: Er konnte sich
um den einzelnen Heimbewohner kümmern, der zu ihm kam
......“
Zwei Neinstedter Diakone prägen meinen
Berufswunsch:
Gerhard Luckow, Landesjugendwart in
Mecklenburg und Eberhard Brösel, Stadtjugendwart für
Schwerin
Zwei
weitere Neinstedter Diakone sind zu nennen:Eberhard
Brösel, Stadtjugendwart für Schwerin, der etwa 1952 plötzlich
Hals über Kopf in den Westen fliehen muss, nachdem er vier
Monate lang wöchentlich im Arsenal von Stasioffizieren verhört
und bedroht worden war.Er leitet in Südwestdeutschland
zunächst ein Heim für Fremdenlegionsflüchtlinge und arbeitet
jahrzehntelang im Schwarzwald führend in der christlichen
Jugenddorfbewegung, zuletzt 24 Jahre in Altensteig, wo der Vater
von 7 Kindern und Opa von 10 Enkeln jetzt seinen Ruhestand
verbringt.Er wird in Schwerin als Stadtjugendwart von
Bernhard Kränz abgelöst,
der später als Gemeindediakon zu P.W.nach Gnoien geht und
darnach eine Pfarrstelle in dem kleinen Dorf Lübsee zwischen
Schönberg und Grevesmühlen übernimmt, wo ich ihn in den 60er
Jahren auch mal zusammen mit meiner Frau Monica besuche.
Während der
Rüstzeiten der Dobbertiner Bruderschaft in Rostock-Gehlsdorf für Jungen, die sich
mit dem Gedanken tragen, einen kirchlichen Beruf zu
ergreifen, begegne ich das erstemal Gerhard Luckow, dem
damaligen mecklenburgischen Landesjugendwart, der mir als
Jugendlicher Identifikationsfigur wird, den ich später
als meinen geistlichen Vater betrachte und der den Wunsch
in mir wachsen lässt, selber Diakon zu werden.
In Mühlen-Eichsen, einem kleinen Dorf zwischen
Grevesmühlen und Schwerin erlebe ich als 14jähriger
„Knabe“ in einer Gruppe Gleichaltriger einige Monate
nach meiner Konfirmation vom 29.7. bis 4.8.1949 eine Freizeit
unter Leitung Gerhard Luckows und seines Assistenten Hans Reinke
(Dobbertiner Bruderschaft) im Pfarrhaus des seinerzeit dort
amtierenden kinderreichen Pastors Hannes Lietz (später Propst in
Grevesmühlen). Die Freizeitlosung heißt: „Sieger müssen
bei Christus sein“, nach dem Refrain des in dieser Freizeit
erlernten und immer wiedergesungenen Liedes „Heiß
das Blut, das die Adern durchrauscht, kalt der Wind, der das
Fahnentuch bauscht, heiß oder kalt, ja oder nein, niemals wollen
wir lauwarm sein. - Fest den Blick in das Dunkel gespannt.Fest
das Herz und die Nacht ist gebannt!Heiß oder kalt, ja
oder nein!Schlagt dem Teufel die Türe ein! - Halber Wille
ist ganzer Verzicht.Halbe Menschen gefallen Gott nicht.Heiß oder kalt, ja oder nein!Sieger müssen bei Christus
sein.“Die Lieder dieser Nachkriegs-Jugendbewegung
sind oft schmissig und strotzen von kämpferischen Begriffen.Oft werden sie im Marschrhythmus gesungen.Und die Kanons!Immer und überall werden Kanons gesungen, oft mit sehr schönen
seelsorgerischen Texten und herrlichen Melodien: „Und ob das
Herz auch klagt, ausharr ich unverzagt, wer Gottes Pfad gewagt,
trägt still sein Kreuz“, „Selig sind, die reines
Herzens sind; denn sie werden Gott schauen“ oder „Dona
nobis pacem“. Die Lieder, das gemeinsame Singen, die
Gemeinschaft bewirken mehr als alle Predigten und Vorträge.Wir schlafen auf dem Heuboden des Pfarrhauses und halten im
Gemeinderaum unsere Bibelarbeiten, Singstunden und sonstigen
Veranstaltungen ab.Diese Begegnung mit einem engagierten
Diakon ist für mich stark prägend für meinen späteren
Berufswunsch.Ein markantes Ereignis dieser Woche ist für
uns Halbstarke ein besonderes Abenteuer und sollte für Luckow
noch ein Nachspiel haben: Vom damaligen Bischof Niklot Beste
bekommt Luckow eine offizielle disziplinarische
„Zigarre“, weil er am späten Abend des 31.7.1949 in
der Dämmerung mit uns ins benachbarte, einige Kilometer
entfernte Dorf Cramon zieht, wo eine Mädchenfreizeitgruppe
ebenfalls in der Pfarrscheune auf Heu und Stroh gerade im ersten
Schlaf ruht.Mit einem schauerlichen Geheul rund um die
Scheune bringen wir die jungen Damen zu mitternächtlicher Stunde
nach
Luckows
Aktionsplan in größte Angst und Panik.Die Mentalität
der Zeit ist wohl noch stark geprägt von Verhaltensmustern der
romantischen Jugendbewegung und auch noch von den rauen Sitten
der gerade erst zu Ende gegangenen Epoche der Hitlerjugend mit
Sinn für derlei grobe Scherze.Darauf gibt es seitens der
Freizeitleitung der Mädchen eine Beschwerde bei der
Landeskirchenleitung und in Folge die Zitierung Luckows zum
Bischof.
Toitenwinkel
In
der Karwoche 1951 nehme ich vom 19. bis 24. März an einer
Rüstzeit in Toitenwinkel bei Rostock für Jugendliche teil, die
als Diakone, Katecheten oder sonst wie als Nicht-Volltheologen
hauptberuflich in den kirchlichen Dienst zu treten beabsichtigen.Auch diese Freizeit wird von Diakon Gerhard Luckow geleitet.
Neben mir sind es 13
Teilnehmer: Erhard Bremer, *21.01.35, Rolf Bröker,
*5.08., später Organist in Dornburg bei
Magdeburg, Klaus Hartig, *12.35, später Pastor in
Rittmannshagen, Werner Klug, Klaus Krüger, *13.01.36,
später Diakon, Hartmut Lange, Spitzname: Igel, Willi
Lange, *17.02.36, später Pastor in Dreveskirchen bei
Wismar, Rolf Nölle, *16.01.36, Harry Salowski, später
Pastor, *23.03.30, später Pfarrer in Velefanz im
Brandenburgischen, Siegfried Schlowik, *7.09.36,
Klaus-Dieter Schuldt, *22.02.36, später Kirchenmusiker
in Rostock, Tassilo Stolz, *29.03.37, ging später zur
NVA und wurde Volkspolizist in Warnemünde, Wolfgang
Weidler, *20.03.36, Spitzname: Jonny.
Oben in der Mitte bin ich im karierten
Hemd im Bild
Teilnehmer
der Rüstzeit für an diakonischen Berufen interessierte
Jugendliche in Toitenwinkel bei Rostock in der Karwoche
1951
Toitenwinkel
ist zu der Zeit noch ein von Gehlsdorf etwas entfernt liegendes
einsames Dorf in weiter Flur.Überseehafen und Autobahn
gibt es noch nicht.An der schönen alten gotischen
Dorfkirche amtiert Pastor Bahr, der mit einigen Vorträgen und
Gesprächen aktiv an unserer Rüstzeit teilnimmt, so über
„Das 6. Gebot“ und zum Thema „Warum
lutherisch?“: sola fide: allein aus dem Glauben! - sola
scriptura: allein aus der Schrift! - nur die Kirche darf sich
lutherisch nennen, die sich alleine auf die Schrift stützt! -
sowie über „Apologetik“ und „Mein Dienst als
Pastor“.Luckow referiert zum Thema: „Mein Dienst
als Diakon“:Der angehende Diakon hat drei
Entscheidungen zu treffen: 1. Christus ja oder nein, 2. den
bisherigen Beruf aufgeben, 3. mit der Kirche als menschlicher
Institution fertig werden.Luckow erzählt uns, wie er
selber zu der Entscheidung kommt, Diakon zu werden.Er war
begeisterter deutscher Soldat mit patriotischem Kampfgeist für
den „Endsieg“.Der Zusammenbruch Deutschlands
zerstörte alle seine Ideale und Hoffnungen.In der
Gefangenschaft erkrankte er lebensbedrohlich.In dieser
Situation betete er und legte ein Gelöbnis ab: „Lieber
Gott, wenn Du mich hier wieder lebendig herausbringst, will ich
Dir lebenslang dienen!“Als er sich später
erkundigte, wie ein solches Dienen wohl möglich sei, riet man
ihm, Diakon zu werden.So kam er nach Neinstedt und pflegte
geistig Behinderte.Diakonie sei wörtlich übersetzt:
Dienen durch den Staub, Sklavendienst.Er macht es uns an
einem Beispiel klar, das er erlebt hat:In Neinstedt sei
eine Toilette verstopft gewesen.Die stinkende Kloake habe
darin bis zum Rand gestanden.Er sollte sie wieder gangbar
machen.Sein Vorsteher, Pastor Knolle, habe von ihm
verlangt, mit seinem Arm bis zum Ellenbogen da hineinzugreifen,
um die Verstopfung zu beheben.Als er sich nach einigem
inneren Widerstand dazu durchgerungen habe, habe er gewusst, dass
er allen Versuchungen standgehalten habe, seinen Weg der
Diakonie, den Dienst durch Staub und Kot, aufzugeben.Dieses
Beispiel wird mich selber später in meiner eigenen
Diakonenausbildung noch oft beflügeln, Versuchungen im Dienst zu
widerstehen. - Weitere Themen: „Stegreifspiel“,
„Geschichte der Diakonie“ an drei Tagen: 1. Biblische
Grundlagen, 2. Entwicklung des Diakonenamtes in der
Kirchengeschichte, 3. Diakonie in den letzten 100 Jahren“. -
Wir haben Diakonenschüler vom Michaelshof zu Gast und wandern
nach Gehlsdorf, um das dortige Werk der Inneren Mission zu
besichtigen.Die täglichen Bibelarbeiten befassen sich mit
Passionstexten des Johannes- (13, 1-17) und des Lukasevangeliums,
Kapitel 23.
go west
Es
ist Mitte Mai 1953.Ende Juni soll die
Lehrabschlussprüfung bei der Post stattfinden.Da kommt
ein neues, nicht eingeplantes Hindernis: Der Kirchenkampf spitzt
sich zu.Die evangelische Jugend innerhalb der DDR wird vom
atheistischen Staat als Feind betrachtet und soll ausgeschaltet
werden.Unsere Treffen, die stark bibelzentriert
stattfinden, werden von Stasileuten besucht und beschattet.Man will uns mürbe machen.
In
der FDJ-Zeitung „Junge Welt“, aber auch in der
„Ostsee-Zeitung“ im Bezirk Rostock erscheinen Anfang
Mai 1953 fast täglich Hetzartikel gegen die Junge Gemeinde,
gegen Pastoren und Hausväter diakonischer Einrichtungen.In
Nr. 106 der „Ostsee-Zeitung“ vom 7. Mai 1953 hetzt man
gegen den Grevesmühlener Pastor Lietz.In dem
Zeitungsartikel wird die Junge Gemeinde als
„Spionageorganisation“ und „faschistische
Mordorganisation“ bezeichnet.Auf derselben Seite
dieser Zeitung heißt es unter der Überschrift:
„Jugendliche
wollen sich nicht missbrauchen lassen:
Grevesmühlen.Immer mehr erkennen die jungen Menschen, dass sie in der
Spionageorganisation „Junge
Gemeinde“ nichts zu suchen haben.So erklärt uns
die Oberschülerin Erika Beier: „Ich habe in der
„Jungen Welt“ gelesen und erkläre hiermit, dass ich
aus der „Jungen Gemeinde“ austrete.Die
Jugendfreundin Christa Hecht bemerkt: „Ich bin seit 1952 in
der „Jungen Gemeinde“ gewesen.Nachdem ich ihre
schändliche Arbeit zur Kenntnis genommen habe, erkläre ich
hiermit meinen Austritt aus der „Jungen Gemeinde“.Ähnlich äußerten sich ...“
Und
so geht es weiter.
Solche
erpressten Abwendungsbekenntnisse erscheinen fast täglich in den
DDR-Zeitungen.Auf dem flachen Lande und in den kleineren
Städten werden zuerst die christlichen Schüler aus den
Oberschulen verwiesen, soweit sie nicht bereit sind, sich
öffentlich von der Kirche loszusagen.Mein Freund Hans
Gottschalk ist bereits kurz vor dem Abitur aus der Oberschule
entlassen worden.Noch hält sich die Betriebsleitung bei
der Deutschen Post in Schwerin zurück, doch bald wächst der
Druck auf sie, und unseren Ausbildern bleibt keine Wahl:Man
muss etwas gegen uns unternehmen.Mehrere Kolleginnen und
ich, von denen bekannt ist, dass wir uns zur Jungen Gemeinde
halten, werden am 13. Mai in Anwesenheit der Ausbilder Hansen,
Gerth und Meltz und des Lehrlingsheimleiters Trulson zu einer
Besprechung in den Kulturraum des Postamtes zusammengerufen und
aufgefordert, eine Resolution zu unterschreiben, in der wir die
Junge Gemeinde als „Tarnorganisation der westlichen
Imperialisten“ erkennen und uns verpflichten, „deren
Machenschaften zu verabscheuen und zu verurteilen“.Solche
„Resolutionen“ aus Schulen und Betrieben findet man ja
zur Zeit fast täglich in den Zeitungen.Die Kolleginnen
bringt man alle dazu, zu unterschreiben.Ich weigere mich.Damit ist meine Zukunft besiegelt!Eine berufliche Zukunft
bei der Post gibt es nicht mehr.Die will ich ohnehin
nicht, denn für mich steht sowieso fest, dass ich Diakon werden
will.Dafür benötigte ich jedoch zuvor eine
abgeschlossene Berufsausbildung. Nach einer schweren
Rippenfellentzündung hatte ich mir eine Lymphdrüsentuberkulose
zugezogen, gegen die es in der DDR keine Medikamente gab. Aber
mit meiner Erkrankung ist mir auch die Diakonenausbildung
verbaut.Für uns Christen in der DDR gilt die Devise:
Trotz Verfolgung durch die staatlichen Organe: Ausharren!Keine
Flucht in den Westen.Aber welche Perspektiven habe ich in
meinem Fall?Ich wollte nach dem Abschluss der Lehre bei
der Post nach Neinstedt im Harz in die Diakonenausbildung gehen,
aber die Neinstedter Anstalten sind kurz zuvor verstaatlicht
worden.Hinzu kommt, dass mir bekannt geworden ist, dass im
Westen die ersten erfolgversprechenden Medikamente gegen die Tbc
auf den Markt gekommen sind.Ich fahre sofort nach
Grevesmühlen, um die Lage mit meinen Eltern zu besprechen.Mein Vater ist empört.Er verlangt, dass ich mich anpasse,
unterschreibe.Er ist persönlicher Kraftfahrer des
Genossen Vorsitzenden des Rates des Kreises (früher sagte man
Landrat). Dieser hatte ihn ohnehin schon mit der kritischen
Bemerkung konfrontiert, es sei für einen Parteigenossen
ehrenrührig, einen „Kugelkreuzler“ als Sohn zu haben.„Ihr sollt Gott mehr gehorchen als den Menschen.“Das Familienklima ist gespannt.Mutter rät mir zu, in den
Westen zu gehen.Ich habe innerhalb weniger Stunden einen
inneren Kampf auszufechten.
Am
frühen Morgen des 14. Mai 1953 steige ich mit nur einer
Aktentasche als unauffälliges Gepäck in Grevesmühlen in den Zug, um
auf dem Umweg über Neubrandenburg nach Berlin zu fahren.Die
Zonengrenze ist undurchlässig.Nur das Schlupfloch Berlin
ist noch geblieben.Dort kann man noch ungehindert mit der
S-Bahn oder zu Fuß die Sektorengrenze überqueren.Aber
rings um Groß-Berlin herum hat die Volkspolizei einen
Kontrollring gelegt.Viele fluchtverdächtige Reisende
werden aus den Zügen geholt und nach Verhören zurückgeschickt.Falls es in meinem Falle zu einer Kontrolle kommen sollte, will
ich zu einer Familienfeier, einer „Silberhochzeit“ zu
Verwandten, zur Tante Toni Seth, in Berlin-Treptow.Ein
„Geschenk“ habe ich in der Aktentasche, sonst nur
Wasch- und Rasierzeug, nichts was auf eine Flucht hindeuten
könnte.Ich komme aber ungehindert nach Berlin hinein und
mit Herzklopfen mit der S-Bahn auch in den Westsektor.Hier
begebe ich mich nach Tempelhof, wo seit Jahren Ulla Schiele,
geborene Feilke, mit ihrem Mann wohnt.Dort bleibe ich die
erste Nacht.Am nächsten Morgen suche ich die kirchliche
Beratungsstelle für junge Flüchtlinge aus der DDR auf, deren
Adresse ich im Kopf habe.Ich werde aufgefordert, mir mein
Vorhaben doch noch einmal gründlich zu überlegen, es könnten
doch nicht alle weglaufen, was solle dann aus der Kirche in der
DDR werden.Dafür hatte ich die Reise nach Berlin nun doch
nicht auf mich genommen.Ich habe mich fest entschieden und
bin mir meiner Sache sicher.So nennt man mir die Anschrift
der Kontaktbehörde.In diesen Wochen und Monaten kommen
täglich tausend oder gar mehrere tausend Menschen über Berlin
in den Westen.Ein großer Exodus blutet die DDR aus, bis
Ulbricht am 13. August 1961 die Mauer bauen lässt.Auf dem
Messegelände am Funkturm sind in den großen Ausstellungshallen
riesige Auffangbüros eingerichtet worden.Ich kenne das
Gelände noch vom Kirchentag in Berlin 1951 her.Vor zwei
Jahren war ich hier gewesen.So beantrage ich nun die
„Notaufnahme“.Ich bekomme einen
„Laufzettel“.Es beginnt das Stempelsammeln:
einer vom amerikanischen Dienst, der nächste vom britischen, der
dritte vom französischen, der vierte von einer ärztlichen
Dienststelle.Ich werde Inhaber eines Gesundheitspasses
für Flüchtlinge.Die ärztliche Untersuchung ist
gründlich und bewirkt sofort, dass ich in ein Krankenhaus nach
Tegel eingewiesen werde.
Während
meines Aufenthaltes in Berlin werden in der DDR plötzlich die
straff angezogenen Zügel wieder gelockert: Der „Neue
Kurs“ wird eingeläutet, gemäß dem Motto: Vom großen
Bruder lernen.So etwas gab es in den zwanziger Jahren auch
bereits einmal in der Sowjetunion: Die NEP, die „Neue
Ökonomische Politik“.Die Verfolgung der Kirche wird
abgeblasen, einige Maßnahmen rückgängig gemacht.Die von
den Oberschulen verwiesenen christlichen Abiturienten können ihr
Abitur nachholen.War also meine Flucht umsonst?Im
Hinblick auf meine Heilungschancen durch die neuen Medikamente im
Westen war mein Entschluss der einzig richtige.So bleibe
ich, bekomme einen provisorischen Personalausweis der Stadt
Berlin und werde am 13. Juni 1953 mit anderen jungen
Flüchtlingen von Berlin nach Hannover „ausgeflogen“
und am selben Tage per Autobus in das Durchgangslager Sandbostel
gebracht.Das Lager Sandbostel im Moor bei Bremervörde
hatte zur NS-Zeit als Häftlingslager gedient.Auf der
Latrine empfangen mich Sprüche wie: „Erst wenn du in der
Fremde bist, weißt du, wie schön die Heimat ist.“Hier
bricht eine Epidemie aus: Typhus oder dergleichen.Auch ich
werde nicht verschont, überstehe es aber schnell.Eine
Quarantäne schließt sich an.Nach drei Tagen
Lageraufenthalt dringen aufregende Meldungen an unsere Ohren:Die Bauarbeiter der Stalinallee in Ostberlin fühlen sich durch
den Neuen Kurs ermutigt und protestieren gegen die hohen
Arbeitsnormen.Daraus entwickelt sich ein Volksaufstand,
der auch auf andere Städte in der DDR übergreift.Auch in
Schwerin gibt es Proteste.Wir kommen kaum noch von den
Lautsprechern weg.Die Russen setzen Panzer ein und wälzen
die „von Westagenten angezettelte Konterrevolution“
brutal nieder.
Stukenbrock
Drei Wochen später werde ich an das Land
Nordrhein Westfalen übergeben.Man bringt uns, wieder per
Bus, in das Lager Stukenbrock in der Senne, einer Heidelandschaft
zwischen Bielefeld und Paderborn.Auch hier werden mir noch
drei Wochen Quarantäne auferlegt.Ich komme wieder ins
Krankenrevier und finde hier meinen gesundheitlichen Retter.Der Lagerarzt legt mir die neu auf dem Markt befindlichen
Tabletten „Neoteben“ gegen die Tuberkulose in die
offenen Wunden am Hals und am Oberschenkel.Nach einigen
Wochen beginnen die Wunden langsam zuzuwachsen. - Auch dieses
Lager hatte bereits zur NS-Zeit als Gefangenenlager gedient.Ein riesiger benachbarter Russenfriedhof erinnert noch heute an
diese Zeit.In der Nähe des Lagers befindet sich ein
großer Truppenübungsplatz der Britischen Rheinarmee.An
das halbe Jahr in der Senne denke ich gerne zurück!Mit
den etwa gleichaltrigen anderen jungen Flüchtlingen unternehme
ich in diesem Sommer und Herbst ausgiebige Wanderungen durch das
Heidegebiet zur Emsquelle und über den Truppenübungsplatz und
durch den Teutoburger Wald zum Hermannsdenkmal.In der
Bastelstube produzieren wir Laubsägearbeiten.Nach und
nach schickt mir meine Mutter einen großen Teil meiner in
Schwerin und Grevesmühlen zurückgelassenen...
Von Stukenbrock aus hatte ich bereits Bethel
besucht und mir die dortige Diakonenanstalt Nazareth angeschaut.Ich tendiere jedoch mehr nach Hannover und bewerbe mich von
Westerland aus, wo ich drei Monate lang zu einer Kur weile, um
die Aufnahme als Diakonenschüler beim Stephansstift, zu dessen
Einzugsgebiet vor dem Kriege auch das lutherische Mecklenburg
gehörte,werde aber auf Grund meiner gesundheitlichen
Risiken abgelehnt.So resigniere ich und halte das Ziel,
Diakon zu werden, für vorerst nicht realisierbar.
Until my 10th year, I had no relationship
to the church except for my christening as a infant in the
Bugenhagen church in Stettin. My father was
completely uninterested in the church, but my mother, who was not
an especially devout woman, went more often to church and said
bedtime prayers with us children each evening. When we landed in
Grevesmühlen in Mecklenburg after our flight, it was about a
year until public life again stabilized and the schools began
operating.
This interim void was
filled with the creative activity of Hollmann and Dieter
Kuschfeld, two dedicated Christians who had fled from
East Germany and had reintroduced a children’s
worship service in the Grevesmühlen church.
Installed as the official
pastor in Grevesmühlen was the Provost of Münster, a small,
thin, white-haired and very solemn man, who under normal
circumstances would have long since been in retirement, but, due
to the war and its aftermath, still filled his office because men
fit for military service were “in the field” and later
in prisoner-of-war camps, and there were then no women serving as
pastors, except as a substitute here and there.
The old Provost preached his
Sunday sermons in a soft, somewhat tired voice, and occasionally
conducted wedding and funerals, and confirmation instruction for
large groups, but had neither the strength, time nor charisma for
work with children and youth.
50 Years Later: Golden Confirmation
Anniversary in Grevesmühlen.
The second pastor, Friedrich
Wilhelm Gasse, was incarcerated for many years as a Russian
prisoner-of-war.
From left to right:
Provost Lietz, formerly Pastor in Mühlen-Eichsen;
Provost Münster,
Pastor Gasse (later Senior Superintendent in Schwerin).
When my mother saw the
invitation to the children’s worship service on the church
bulletin board, she encouraged me to attend “Sunday
School.” Kuschfeld and Hollmann were really engaged in their
ministry of religious education for children which was a blessing
to all. Each Sunday, they gathered five to 10 dozen children in
the church. They had a circle of helpers, who in age-graded
sub-groups, explained biblical texts in ways children could
understand. Each child received a bound portfolio filled with
mimeographed songs and pictures of Bible stories to which more
were added each Sunday.
Each Sunday, I went regularly
and willingly to the childrens’ worship service and
enthusiastically sang the pietistic hymns, often from England,
such as:”When we enter Canaan free and clear from sin. Look,
Jesus, I am coming!” or “Sing gladly to the Lord, young
Christians.” With me, the holy seed fell on fertile soil and
flourished.
Later, I was myself an active
assistant with the children’s worship service. Before
the beginning of confirmation instruction, I was invited to the
join the group of church youth, which, following Mr. Heydeck, was
led by Deacon Karl Fischer. Fischer was not an especially
“pious” man, but somewhat tough, rough and blustery. He
came from the Black Forest, had completed the deacon’s
program at the Rauhe House in Hamburg and then found a position
as a social services worker with the state Youth Office in
Hamburg. Because his wife came from Reppenhagen, a village near
Grevesmühlen, he ended up after the war in Grevesmühlen where
he served several years as a deacon. At the youth group meetings,
he told us in detail about his wartime experiences in France and
his close combat with American soldiers. In the villages near
Grevesmühlen, he conducted worship services. On these trips, I
often accompanied him together with other members of the youth
group. Among these young people, I met Hans Gottschalk who became
a close friend and remains so after all these many years.
With Karl Fischer and about
nine other boys, including Dieter Polster, Horst Nagler,
Hans-Georg Schmeling and Hans Gottschalk, we took a two-day trip
to the Baltic coastal cliffs at Brook and underway stayed
overnight at Reppenhagen in a haystack at a forest ranger’s
residence. It was a formative and bonding experience: the
singing, the fellowship and the activities which touched my
heart, above all, bound me to this group of Christians. We
practiced and conducted a nativity play and other Gospel plays.
Sometimes I was in a leading role, like Joseph in the nativity
play, or in Die Trossbuben, which we presented several times to a
full house in the Grevesmühlen church and in neighboring village
churches.
With the growing numbers of
youth, Provost Münster had enormous groups to instruct in
confirmation classes where a large part of the Little Catechism,
Psalms and choral responses were still memorized in the
traditional way. In the Soviet occupation zone where no religious
instruction in public schools was provided, the churches were
engaged in catechetics and, on their own, organized the
“Christian Education” in which I participated. One of
the catechetical instructors, Miss Stolz, organized a recorder
group and taught me how to make music or Flötentone on this
instrument. Together with Kuschfeld, Willi Gottschalk,Hans’s
father and a devout pietist from West Prussia, organized a brass
band in which I also learned to play various instruments or
Tröten including the tenor horn, and later the trombone. Dieter
Kuschfeld played cornet, and Hans Gottschalk, the flugelhorn and
later the tuba.
The brass band in Grevesmühlen under the
direction of Willi Gottschalk. I am at the far left in
the picture.
So I became a devout boy and
an even more devout teenager. Hans Gottschalk wanted to be a
minister, and in my youthful enthusiasm, I wanted to be a
missionary.
The Dobbertin Brotherhood
During Holy Week, April
11-16, 1949, at the Michaelshof in Rostock-Gehlsdorf, a retreat
was a sponsored by the Dobbertin Order. Wellingerhof, the
youth minister of Mecklenburg, had invited all young men who were
called to become pastors or who sought to enter other professions
in service of the church. In my early teens, I wanted to become a
missionary.
Through Deacon Karl Fischer, I
got an invitation from Youth Ministry Office at Schwerin in
Mecklenburg to another retreat.Together with Hans Gottschalk ,
Klaus-Dieter Schröder and Joachim Albrecht from Grevesmühlen, I went
to this retreat on the day after my confirmation, Palm Sunday,
April 10, 1949.
I was one of the youngest
participants. Here are excerpts from that very rich program:
Morning prayer circle, Daily devotions conducted by one of
the older participants, and Study of the Gospel of St. John.
Typical lectures were: Professor Dr. Dörner, ”Believing in
Jesus Christ Today;” Senior Superintendent de Boer,
“How Do I Find the Way to Jesus Christ?”; Bishop Dr.
Beste, “The Mission of the Church,” and Pastor Stark,
Director of Michaelshof, “The Mission at Home.” We also
heard lectures by older participants about modern biology and
physics. We read a Passion play, sang together, participated in a
recital of Bach’s Passion of St. Matthew at the Rostock
Church of St. Mary; also we visited with the theological faculty
at the University of Rostock, and held daily Vespers.
This week which I spent
together with conscientious young Christians, several of whom
were sons of Mecklenburg pastors, had a strong influence in
moulding my faith.
Delegates of the Youth Group
from Grevesmühlen who attended the Youth Day Conference in 1950
at Gustrow, conducted by Evangelical Lutheran Church of
Mecklenburg.
A special experience for me
was the annual Youth Day Conference at Gustrow, June 19, 1949,
attended by thousands of young people who came together from all
over Mecklenburg. From Grevesmühlen, our group left in a truck
at 6:00 o’clock a.m. to arrive in Güstrow at 8:50 a.m. We
attended worship services in the cathedral and parish church with
preaching by well-known theologians from all over Germany,
congregational singing in the Superintendent’s garden, and
“Faith and Homeland,” a religious theatre production
held at the cathedral square. In 1950, the Youth Day Conference
was held again in Güstrow and 30 of us boys and girls from
Grevesmühlen attended.
Several day-long meetings of
the Dobbertin Order in the congregational hall of the
Schelfkirche on Puschkin Street in Schwerin deepened my
experiences of the Holy Week retreat On the Day of Prayer
and Repentance 1949 (16 November), I participated in worship
services, heard a lecture by Pastor Voß on the Kessin Order, and
attended the afternoon open meeting of the Schwerin youth group
in the Wichernhaus.
A second all-day meeting was
held December 23,1950 with morning devotions, Bible study, a
lecture by Bishop Beste on “Present Problems of Our
Church” and talks by theology students. On April 3-8,1950,
Hans Gottschalk and I again attended the Holy Week retreat of the
Dobbertin Order for prospective church professionals in the
Michaelshof in Rostock-Gehlsdorf.
From October 1950 until May
1953, I lived in Schwerin and completed an apprenticeship. I
lived in the dormitory for Postal Service Apprentices. Our home
in Schwerin-Gorries was once a villa of the airfield commandant
and was tucked away, peacefully and idyllically, at a lakeshore.
There was a good dozen of us apprentices who lived here together
with Mr. and Mrs.Trulson, the couple who managed the home.
Almost all residents were trained as telephone line technicians
for the postal service. Only Ulrich Fentzahn and I were postal
clerks. After several days I moved in together with Lothar
Goeritz. The third resident in our quarters was Dieter Vierus, a
comitted member of the Freie Deutsche Jugend (the East German
national youth organization) and a materialist. I had to get used
to this new life. The first days at the Postal Service were hard
for me. In these first days, I was rather depressed, but I
soon overcame it.
At the beginning of the
apprentice training, I took a confidentiality oath. I had to
maintain postal confidentiality and to be sure that no one would
learn about the censors section, which even we postal workers
were foridden to enter. Directly after the letter bins were
emptied and before the letters were cancelled, the mail came to
the censors section in a side wing which was administered by the
“Stasi” or State Police. We dropped the sacks in front
of the door and got them back sometime later.
In our group were about 20
apprentices, all boys and girls my age. Twice a week, we had
vocational instruction about the postal service and general
education at the regional vocational school nearby. The
vocational classes were conducted very professionally by Training
Director Hansen. In vocational training, the “General
Service Directive” is the basis of this instruction. In
geography, we memorized railroad stations all over Germany: each
station in Mecklenburg, and all those in the larger cities
elsewhere in Germany. In general geography, our previous
knowledge of the world was refreshed and deepened. Practical
instruction continued in different departments.
At first, I was involved in
the department dealing with registered and insured mail. Later, I
was busy in delivering mail, sorting mail, and working with the
railway postal service, as well as behind the counter at the post
office. I spent workdays in Schwerin. In the morning, I prepared
my own breakfast at the apprentices’ dormitory. Lunch
and dinner were served at the post office cafeteria.
My two-year apprenticeship at
the Schwerin post office was interrupted by illness. Almost every
morning, I left before work, either by bicycle or train, to
participate in the 7 o’clock “Morning
Watch,” a 10-minute meditation at the cathedral where we
boys of the youth group took turns leading the celebation in
front of the altar. In closing, we always sang the hymn,
“Grant thy peace and grace, Lord God, to our time; no other
can protect us, but you, Our God, alone.”
On weekends, I usually went to
Grevesmühlen where on most Saturday evenings I participated in
band practice and also met often with Hans Gottschalk, who
visited the high school there. After we had lived a year or
more in the villa at Görries, the telephone cable technicians
moved out to a new home and only girls entered this program in
the new term. So,we were the last two male apprentices remaining
in this dormitory.
Some time later the Soviet
Army commandeered our dormitory in Görries and gave us a
building on Schlossgartenallee amid a large area of villas
they had taken over. Here we lived even better, because we were
closer to the city.
The streetcar line to the
inner city passed in front of our house. Although a ride cost
only 20 Pfennig, in good weather I always went by
bike.
During my stay in Schwerin, I
continued to be active in the youth group.
During my time in Schwerin, I
heard Albert Schweitzer give a lecture to a full house in the
Schelf church.
About this time, I read
enthuastically and beneficially a book recommended by P.W., Las
Casa vor Karl dem V., telling about a committed Dominican
monk who defended the rights of the Indian people and opposed
their suppression and extermination by the Conquistadores.
Also I worked my way through
Hans-Otto Wölbers nine-volume series of “Study Sheets
for Protesant Youth Leadership” without any idea that he
would be my professor later in life. And I regularly read the
youth magazine, Die Stafette (The Courier).
Church Day in Berlin 1951
With many young people from
Schwerin and several friends from Grevesmühlen, I participated
in the famous German Protestant Church Day in Berlin in
1951, a congress which all Germans celebrated, despite the
borders of the different occupation zones.
Time out on the trip to Berlin with Hans
Gottschalk and Adolf Möller. (I’m the one with the
open collar.)
We Mecklenburgers stayed over
night in a tent ground at Grunewald in Area 61 and took the
streetcar every day to the big events in the city. Berlin had
already experienced so much, but nothing like this. Everywhere
large crowds had gathered on roads and squares to await subway
trains and streetcars, there was spontaneous singing of hymns and
choral rounds. The sprit and atmosphere of this first Berlin
Church Day was truly unique. Later, on Friday, September 14,1951,
I noted in my diary: “The Church Day was a
one-of-a-kind experience. I can imagine an Israelite at the time
of Christ, together with many thousands of other like-minded
persons, making a pilgrimage to the Temple in Jerusalem during
festival times. Unfortunately, the planned bike ride didn’t
work out because in the previous week, I damaged the wheel and
there was no repairman to fix it. So I went by a special train of
the Deutsche Reichsbahn and luckily took along my tenor horn. By
serving as a horn player, I missed several events, which I would
like to have attended, but instead I was blessed by playing in
the large brass sections. I had very special and
wonderful experiences at the youth rally in Walter-Ulbricht
Stadium and listening to the address by Pastor Wilhelm Busch in
the fairground exhibition center by the radio tower. At the
closing rally, I wasn’t so lucky because the brass
instrument players were divided into three large sections and my
group played on the Maifeld while the rally in the overflowing
Olympic Stadium took place and reached us by loudspeaker.”
Mentors for Living
During my early youth, four
chuch officials, all about 30 years old or so, influenced me. One
was Friedrich Franz Wellingerhof, already mentioned, then called
“P.W.”, who served so beneficially as Youth Pastor for
all Mecklenburg, and especially in the area of Schwerin.
His father was a Deacon of Stephanstift at Hannover and
apparently served in this area as House Father of the Hostel at
Hartestrasse 21, Rostock, and simultaneously with the reading
room then at the Rostock Seamans Mission.
An outstanding mentor
for me was Deacon Gerhard Luckow, whom I consider as my
spiritual father. He was Superintendent of the
Mecklenburg Youth Program in the early 1950s, and later
took over the apprentices’ home in Güstrow; then
worked in Berlin for Home Missions, and lastly managed a
large home for the handicapped in Templin.
Reverend Luckow lived in
East Berlin where my wife, Monica, and I later visited him while
we were serving a Berlin sister congregation from my post
in Soest. He worked in the 1960s in East Berlin for the Diaconal
Agency. For many years, I administered a West German bank account
and purchased the clothing and household equipment he chose for
his large family. Later, Reverend Lucknow went to Templin as
Manager of Waldhof, a diaconal home for the handicapped, and we
had little contact. Several months after his death, his widow,
Helga, wrote me from Templin: “...It is now several
months since we buried my husband in the Waldhof cemetery.
Perhaps you know that from 1971 until his first heart attack in
1980, my husbanb managed Waldhof, a psychiatric clinic with
200 beds. You knew my husband, and you can certainly can imagine
how he handled this job: “Either you all give me the money
and opportunity to build or you can close place up!”
That’s what he said in 1971. The next years were good, but
hard. My husband’s work left its mark. Afer he became an
invalid in those last years, he was finally able to do what never
was possible for him, but still lay on his heart: He had time to
take care of every single resident who came to him...”
Two Neinstedt Deacons
who influenced my career choice:Gerhard Luckow,
Mecklenburg Youth Superintendent, and Eberhard Brösel,
Schwerin Youth
Superintendent.
Two other Neinstedt Deacons
were Eberhard Brösel, Schwerin Youth Superintendent, who about
1952 suddenly fled on a moment’s notice to the West after he
was interrogated and threatened by state security officers
week-by-week for four months in the Arsenal. He next directed a
home in southwest Germany for deserters fleeing the French
Foreign Legion. He worked for decades at the Christian youth
village movement in the Black Forest, and finally for 24 years at
the children’s home in Altensteig, where he now passes his
retirement years as father to seven children and Opa to 10
grandchildren. He was followed by Berhard Kränz as Schwerin
Youth Superintendent, who later went as parish deacon to P.W.
(Friedrich Franz Wellingerhof), to Gnoien and then assumed a
pastorate in the little village of Lubsee between Schönberg and
Grevesmühlen, where I and my wife, Monica, visited him in the
1960s. During the preparation time for youth at the
Dobbertin Order in Rostock-Gehlsdorf when I was considering a
professional career in the church, I first encountered Gerhard
Lucknow, former Mecklenburg Youth Superintendent, who was a role
model for me in my youth, and the spiritual father who nourished
in me the wish to become a deacon.
Several months after my confirmation as a
14-year-old lad, I attended a retreat with my age group from 29
July until 4 August 1949 in Mühlen-Eichsen, a small village
between Grevesmühlen and Schwerin. The retreat was led by
Gerhard Luckow and his assistant, Hans Reinke of the Dobbertin
Order, and it was held in the parsonage of Pastor Hannes Lietz,
later Provost in Grevesmühlen, and then the father of a house
full of children. The retreat theme was “Victors must stand
with Christ,” after the refrain which was learned in the
hymn which we so often sang again and again:
“Hot is the blood that is
pulsing through the body;
“Cold is the wind that fills the bellowing bunting.
“Hot or cold, yes or no! But never lukewarm for us.
“Strong are the eyes straining
in the darkness;
“Strong is the heart that banishes night.
“Hot or cold, yes or no! Shut the Devil out!
“Half a will is not enough; no
lukewarm heart for God.
“Hot or cold, yes or no! Victors must stand with
Christ.”
Songs of the post-war youth movement are
often dashing and full of warlike overtones. Sometimes they are
even sung in march time. And the rounds! Always and everywhere,
the rounds were sung, often with very beautiful spiritual texts
and magnificent melodies.
“And if the heart also
groans, I will persist undaunted; whoever ventures along
God’s path quietly carries his cross;” “Blessed
are those who are pure in heart for they shall see God” or
Dona nobis pacem. The hymns that we sang together had greater
effect than all the sermons and lectures. We slept in the hayloft
at the parsonage and held our Bible study, song practice and
other meetings in the congregational hall. These encounters with
a committed deacon strongly influenced me in my later career
choice. A striking event of the week was a special adventure for
us teenage boys, but not without later repercussions for Luckow.
In this sequel, Luckow received an official disciplinary
reprimand from Bishop Niklot Beste because late in the evening of
31 July 1949, Luckow went with us to the neighboring village of
Cramon where a girls’ retreat group was just falling asleep
in the hayloft of the parsonage barn. With a terrible howling
around the barn late that night, we greatly frightened and
panicked the young ladies just as Luckow had planned. The
mentality of the time was strongly influenced by the memories and
romance of the youth movement at the turn of the century, but
also by the rough and rude traditions of the Hitler Youth era in
the recent past, known especially for its bawdy merriment.
Because of this, the leadership of the girls’ retreat filed
a complaint with the Mecklenburg church administration, and
Luckow was cited by the bishop.
Toitenwinkel
During Holy Week 1951, I participated in a
youth retreat at Toitenwinkel in Rostock, where deacons,
catechetes and others who planned to serve the church, but
without a full theological training. This retreat was also led by
Deacon Gerhand Luckow. Besides me, there were 13 other
participants, including Erhard Bremer (born 21 Jan. 1935),Rolf
Bröker (born 5 Aug. 1935) and later an organist in
Dornburg-Mageburg, Klaus Hartig (born Dec. 1935), later pastor in
Rittmannshagen; Wener Klug, Klaus Krüger (born 13 Jan. 1936),
later a Deacon; Harmut Lange, nicknamed “Hedgehog”;
Willi Lange (born 17 Feb. 1936), later a pastor in
Dreveskirchen-Wismar; Rolf Nolle (born 16 Jan. 1936); Harry
Salowski (born 23 Mar. 1930), later a pastor; Siegfried Schlowik
(born 7 Sept. 1936), later a minister in Velefanz in Brandenburg;
Klaus-Dieter Schuldt (born 22 Feb. 1936), later a music musician
in Rostock; Tassilo Stolz (born 29 Mar. 1937), who later entered
the People’s National Army and was a Policeman in
Warnemünde, and Wolfgang Weidler (born 20 Mar. 1936) and called,
“Johnny.”
Participants
at the Toitenwinkel Retreat in Rostock during Holy Week
1951.
I am
in the checked shirt in the middle of the photo
above.
Toitenwinkel was at that time
still a lonely outlying village in the fields far outside
Gehlsdorf. There were then no overseas harbors and superhighways.
Pastor Bahr, who was minister at the beautiful Old Gothic church
in the village, was an active part of our retreat, giving several
lectures and discussions, such as “The Sixth
Commandment”; the theme of “Why Lutheran?”:
sola fide or By faith alone!; sola criptura or By Scripture
alone! Only the church that undergirds itself with Scripture can
call itself Lutheran. Also he spoke about “Apologetics”
and “My Ministry as a Deacon.” In his paper about his
diaconal ministry, Luckow noted three decisions which a future
Deacon had to make: (1) Yea or nay for Christ; (2) giving up the
former vocation, and (3) coping with the church as a human
institution.
Luckow explained how he
himself had decided to become a minister. He was an enthusiastic,
patriotic German soldier, full of combative spirit for the
“FinalVictory.” The collapse of Germany destroyed all
of his ideals and hopes. In prison, he was deadly ill. In this
situation, he prayed to God, promising, “Dear God, if you
deliver me alive from here, I will serve you all my life!”
As he later inquired how such a ministry would really be
possible, it was suggested that he should become a minister. So
he came to Neinstedt and cared for the mentally
handicapped. The words “diaconal ministry” can be
translated as serving through muck and mire or the service of a
slave. By examples, he made it quite clear what he had
experienced.In Neinstedt, a toilet was stopped up. The stinking
commode was filled to the rim. He had to open it up so it would
flow again. Pastor Knolle, his superior, asked him to reach into
the commode up to his elbow and remove the stoppage in the drain.
As he struggled against his
own feeling of disgust, he knew that he would be able handle any
temptation to abandon his diaconal ministry in spite of any muck
and mire along the way. Much later in my own education for the
ministry, this example quickened my resistance when tempted to
give up.
Further themes:
“Impromptu Bits,” “History of the Diaconate”
in three days: (1) Biblical Foundation, (2) Development of the
Diaconate Office in Church History, (3) “The Diaconate in
the Last 100 Years.”
We had Diakonate students from
Michealshof as guests and hiked to Gehlsdorf to see the Home
Mission facilities. The daily Bible study featured the Lenten
texts from the Gospels of St. John (Chapter 13, Verses 1-17) and
St. Luke, Chapter 23.
Go West
It is the middle of May 1953.
At the end of June, the apprentice’s final examination at
the postal service was held. There was a new, unplanned
stumbling block: the church struggle came to a crisis. The
Protestant Youth in the GDR were considered as an enemy by the
atheistic state government and was to be abolished. Our meeting,
which is strongly Bible-centered, was visited and shadowed by the
state secret police agents.They wanted to wear down our spirit.
In the Freie Deutsche Jugend
newspaper, Youth World, as well as in the Baltic Sea News
distributed in the Rostock area in early May 1953, there were
almost daily rabble-rowsing articles against the Youth Movement,
pastors and directors of the diaconate. In Number 106 of the
Baltic Sea News from 7 May 1953, there was an article agitating
against Pastor Lietz of Grevesmühlen. In the article, the Youth
Group was labelled as a “spy organization” and “a
faschist murder organization.” On the same page of this
newspaper, the following text appeared under the headline:
“Youth Will
Not Let Themselves Be Misused: Grevesmühlen - More and more the
young people recognize that have nothing to gain in the
“Youth Group.”
“I have read the Youth World of the Freie
Deutsche Jugend and now declare that I give up my membership in
the Youth Group,” Erika Beier, a high school student,
stated. Christa Hecht, a sympathizer, stated, “I have been
in the Youth Group since 1952. After I noticed their disgraceful
work, I gave up my membership. Others expressed themselves
similarly...” And on it goes.
Such claims of alienation,
obtained by blackmail, appeared in GDR newspapers almost every
day. Christian students, who were not ready to publicly renounce
the church, were expelled from the high schools at first in the
rural areas and in the small cities. My friend, Hans Gottschalk
was expelled from high school shortly before graduation. Still
the operations management of the German postal service in
Schwerin held out, but the pressure soon grew on them. Our
instructors had no choice but to take action against us. Several
colleagues and I, known to be members of the Youth Group, were
called to a meeting on 13 May in the Culure Room at the
Post Office.There in the presence of instructors Hansen, Gerth
and Meltz, and dormitory manager Trulson, we were told to sign a
resolution claiming the Youth Group was a “covert
organization of Western Imperialists,” and requiring us to
“detest and condemn” their actions. At that time, such
“resolutions” from schools and businesses were found in
the newspapers almost every day. My colleagues finally gave in
and signed.I refused. And so my future was sealed! A career in
the postal service was no longer possible.Besides, I didn’t
want it because it was clear to me that I wanted become a deacon.
But before I could do that, I needed professional certification.
After a serious case of
pleurisy, I was diagnosed with lymphatic tuberclosis for which
there was no medicinal treatment in the GDR. This illness also
prevented my diaconal training. For Christians in the GDR,
there was the saying, “Despite harassment by the state, hold
out!” Don’t run to the west. But what then are my
choices? After concluding my training at the postal
service, I had planned to go to Neinstedt in the Harz
Mountains and start my diaconal training, but, shortly before
that the Neinstedt institutions were nationalized. Also I learned
that the first successful medicines for treatment of tuberculosis
had come on the market in the West. I drove immediately to
Grevesmühlen to discuss the situation with my parents. My father
was indignant. He insisted that I conform and sign the
resolution. He was the chauffeur for the Comrade Chairman of the
County Court who had already confronted him, of course, with the
ciriticism that it would be slanderous for a party member to have
a Kugelkreuzler (the Christian symbol of the globe and cross) as
a son. “You should obey God more than men.” Family
relationships were now strained. Mother advised me to go to the
West. Within just a few hours, I had to make a decision to
resolve this inner struggle.
Early the morning of 14 May
1953, I boarded the train at Grevesmühlen with my briefcase
serving as luggage, on a roundabout trip through Neubrandenburg
to Berlin. The border between East and West Germany was
impassable. There was only the “Escape Hole” of Berlin.
There it was still possible to cross the sector border
unhindered, either by streetcar or foot. However, the
People’s Police had established a ring of tight controls all
around Greater Berlin. Many travellers, suspected by the police
as refugees, were hauled out of the trains and, after
interrogation, sent back. In case I should come to a control
point, I intended to explain that I was going to a family
celebration, to a Silver Wedding Anniversary, to relatives, to
Aunt Toni Seth in Berlin-Treptow. I had a “gift” in my
briefcase, otherwise clean underwear and a razor; nothing
suggesting an escape. However, with my heart pounding, I entered
Berlin undeterred and went by streetcar into the West Sector.
Here I proceeded to Tempelhof where Ulla Schiele, born Feilke,
had lived with her husband for many years. I stayed there the
first night. The next morning, I went to the Christian counseling
service for young refugees from the GDR, whose address I had
memorized. I was advised to think through my plans once again
very carefully. If everyone leaves, what will happen to the
church in the GDR? But I did not go to Berlin to stay in
the GDR. I had made the decision, and I was sure. So, I was
given the address of another office which could help me. At that
time, thousands or tens of thousands of persons came through
Berlin to the West every day, week after week and month after
month. This massive exodus was bleeding the GDR until 13 August
1961 when Ulbricht ordered the building of the wall. On the
fairgrounds at the radio tower, huge refugee receiving centers
were established in the large exhibit halls. I remembered the
fairgrounds from Church Day 1951 in Berlin, two years
earlier. So, I applied now for asylum. I received my
processing papers. This started the collecting of many official
authorizing stamps: one from the American service, the next from
British, the third from French, and the fourth from a medical
center. I became the owner of a health passport for refugees. The
medical examination was very thorough and I was immediately sent
to a hospital in Tegel.
During my stay in Berlin,
reins previously tightened were suddenly loosened: the “New
Direction” was sounded, according to the motto,
“Learning from Big Brother.” So something from the
Soviet Union of the 1920s, called the NEP or the “New
Politics of Economics,” was now being introduced in the GDR.
Persecution of the church was called off and several measures
were reversed. Expelled Christian students in the high schools
were able to finish their degrees. Was my escape then for
nothing? Looking back on my chances for better health through new
medication, my decision was the only right one. So I remained,
received provisional personal identification papers from the City
of Berlin, and on 13 June 1953 with other young refugees was
flown from Berlin to Hannover and bussed to Sandbostel processing
camp on the same day. Camp Sandbostel on the moors at Bemervörde
had served during the Nazi period as a detention camp. In the
latrine, I was greeted by sayings such as, “As a stranger in
a foreign land, you really know how beautiful your homeland
is.”
Here an epidemic broke out: typhus or
something similar. I was not spared, but I recuperated quickly. A
quarantine was imposed. After a three-day stay, we heard exciting
reports. Construction workers on Stalin Alle in East Berlin were
encouraged by the “New Direction” and protested against
their high work quotas. A people’s uprising developed
out of this and spread to other cities in the GDR. In Schwerin,
there also were protests. We hardly dared to leave the
loudspeakers. The Russians deployed tanks and brutally rolled
over the “Counter Revolution” promoted by the circulars
of western agents.
Stukenbrock
Three weeks later I was transferred to the
province of Nordrhein-Westfalen. We were brought, again by bus,
to Camp Stukenbrock in Senne, a land of moors between
Bielefeld and Paderborn. Here I was put under a three-weeks
quarantine. I was again placed in a medical center and there met
my lifesaver. The camp doctor gave me “Neoteben,” a new
tablet for open tubercular wounds in the neck and thigh. After
several weeks, the wounds began to heal slowly.
This camp also had served as a
prison camp during the Nazi era. A huge Russian cemetery nearby
is a reminder of that time. In the vicinity of the camp was a
large military exercise area of the British Army of the Rhine. I
fondly recall this six months on the Senne! With young refugees
of about the same age, I hiked in summer and fall through the
heather region to Emsquelle, over the military exercise area and
through the woods of the Teutoberger Wald to Hermann’s
memorial. In the handicraft shop, we made fretwork. After awhile,
my mother sent me the largest part of my belongings left behind
in Schwerin and Grevesmühlen...
From Stukenbrock, I made
side-trips to Bethel and visited the diaconal institution of
Nazareth. However, I preferred Hannover. From Westerland, where I
stayed three months for health reasons, I applied as a diaconal
student at Stephansstift, which before the war belonged to the
Lutheran Church of Mecklenburg. When I was denied as a health
risk, I gave up my goal of becoming a deacon because I believed
it was not possible at that time.
Ein Leben auf See amüsant und spannend wird über das Leben an Bord vom Moses bis zum Matrosen vor dem Mast in den 1950/60er Jahren, als Nautiker hinter dem Mast in den 1970/90er Jahren berichtet
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